Was bedeutet Forderungs­management?

Der Begriff Forderungsmanagement beschreibt den Inkassoprozess, der zum Tragen kommt, wenn eine Kredit- oder Darlehensforderung nicht fristgemäß beglichen wird. Idealerweise kommt es durch Erinnerungen und automatisierte Prozesse gar nicht erst zu einem Verzug bei der Zahlung.

Bevor es zu offenen Forderungen kommt: Erinnerung an kommende Zahlungsfristen

Tilgungs- und Zinsraten können verspätet eingehen. Das bedeutet nicht, dass das Unternehmen automatisch zahlungs­unfähig ist. Jedes Unternehmen erhält von uns bei der Auszahlung des Darlehens einen detaillierten Tilgungsplan mit den genau definierten Rückzahlungs­terminen.

Die beste Lösung: Die Zahlung geht noch vor Fälligkeit ein

Die Unternehmen erhalten von uns zu jedem bevorstehenden Tilgungstermin eine Zahlungs­erinnerung. Ist das Geld zum Stichtag noch nicht bei uns eingegangen, erinnern wir das Unternehmen umgehend noch einmal ausdrücklich an die fällige Tilgungsrate. Wir nehmen sofort Kontakt zum Unternehmen auf, um den Grund für die bisher ausgebliebene Tilgungsrate in Erfahrung zu bringen. Wir streben zuallererst eine gütliche Einigung an, um dafür zu sorgen, dass keine Zahlung ausbleibt.

Falls notwendig, wird durch unsere interne Rechtsabteilung eine letztmalig mögliche sehr kurze Tilgungsfrist gesetzt, um dem Unternehmen eine Zahlung ohne zusätzliche Kosten zu ermöglichen.

Wenn die Frist nicht eingehalten wird: Einzug der offenen Forderung

Sollte das Unternehmen die Erinnerungen und die letztmalige Fristsetzung durch unsere interne Rechtsabteilung verstreichen lassen, wird der Forderungseinzug an die auf wirtschaftliche Mahnverfahren spezialisierte Kanzlei Taylor Wessing übergeben. Diese stellt dem Unternehmen ein Schreiben mit einer Zahlungs­aufforderung über die fällige Rate zu, die innerhalb der folgenden 14 Tage samt fälligen Verzugszinsen und Rechts­verfolgungskosten beglichen werden muss.

Im Anlegerportfolio wird der Rückzahlungsstatus des Projekts auf „verzögert“ gesetzt und die Anleger werden wenige Tage später per E-Mail über den Stand und die Gründe der Verzögerung informiert.

Ist nach Ablauf der 14-tägigen Frist noch immer kein Zahlungseingang zu verzeichnen, wird die Situation in Zusammenarbeit mit Taylor Wessing analysiert und das weitere Vorgehen festgesetzt. Die Möglichkeiten reichen von weiteren (außergerichtlichen) Eintreibungsaufforderungen der Raten (ca. 6-8 Wochen), wenn sich der Kredit- bzw. Darlehensnehmer kooperativ zeigt und zahlungsfähig ist, über die sofortige Kündigung des Kreditvertrags und Fälligstellung des Gesamtbetrags bis hin zu gerichtlichem Vorgehen.

In jedem Fall werden die Anleger von uns per E-Mail über den Stand der Dinge, die von uns gewählte Vorgehensweise und die Entwicklung regelmäßig informiert.

Wir gehen den sinnvollsten Weg

für Anleger und Unternehmen

Was ist ein wirtschaftlich sinnvoller Weg zum Forderungseinzug?

Die Gründe für eine ausbleibende Ratenzahlung seitens der Unternehmen sind vielfältig: Noch nicht bezahlte Rechnungen durch die eigenen Kunden, etwaige Gerichtsstreitigkeiten, verzögerte Warenlieferungen etc.

Wichtig ist, wir möchten kein Unternehmen in die Insolvenz drängen und wir möchten die vollständige Sicherstellung der Anlegergelder samt Zinsen gewährleisten. Wenn es notwendig sein sollte, ist möglicherweise eine Stundung des Darlehens oder auf lange Sicht viele kleinere Ratenzahlungen die wirtschaftlich sinnvollste Lösung – insbesondere wenn dafür z.B. Sicherheiten gestellt werden. Bei einer Insolvenz des Unternehmens besteht in der Regel eine geringere Chance auf vollständige Rückzahlung. Eine sofortige Fälligstellung des ausstehenden Darlehensbetrags durch uns ist deshalb unter Umständen nicht immer die wirtschaftlich sinnvollste Vorgehensweise.

Was ist der häufigste Grund für offene Forderungen?

Insbesondere bei der Begleichung der ersten Rate(n) gibt es hin und wieder Klärungsbedarf. Die genauen Tilgungstermine sind den Unternehmen trotz Tilgungsplan noch unklar bzw. die Tilgungszahlungen werden irrtümlich erst am Fälligkeitsdatum (Stichtag) ausgeführt. Die Überweisungen werden durch die Unternehmensmitarbeiter manuell angewiesen und nicht per Dauerauftrag automatisiert ausgeführt. Manchmal sind auch schlicht die Überweisungsdaten verkehrt und das Geld landet nicht rechtzeitig auf dem für die Auszahlung vorgesehenen Konto. Um all dies zu verhindern bzw. einzugrenzen, schicken wir den Unternehmen regelmäßig eine Erinnerung vor dem jeweiligen Fälligkeitstermin. Ganz auszuschließen sind solche Fehler jedoch nie.

Fällt eine Tilgungsrate dennoch aus bzw. muss infolge einer ausbleibenden Rate das Forderungsmanagement greifen, sind die häufigsten Gründe anderer Natur: Ausbleibende Zahlungen und Forderungen des Unternehmens gegenüber seinen Kunden; unerwartete Situationen, wie plötzliche Einstellung von Geschäftsbeziehungen z.B. mit der Hausbank oder Lieferanten.

Unser Forderungsmanagement

Schritt für Schritt zum wirtschaftlich sinnvollen Ziel

Von der freundlichen Erinnerung über Mahnungen bis hin zum gerichtlichen Vorgehen vertreten wir die Anleger beim Forderungseinzug.

Von der freundlichen Erinnerung über Mahnungen bis hin zum gerichtlichen Vorgehen vertreten wir die Anleger beim Forderungseinzug.

Schritt 1: Freundliche Erinnerung

14 Tage vor Fälligkeit der Rückzahlung senden wir den Unternehmen einen freundlichen E-Mail-Reminder mit Tilgungsplan und Zahlungs­informationen.

Schritt 2: Aufforderung durch unsere Rechtsabteilung

Falls wir den Zahlungseingang nicht pünktlich verbuchen können, setzen wir uns umgehend mit dem Unternehmen in Verbindung. Das Ziel unserer Rechtsabteilung ist, die ausstehende Zahlung auf konstruktivem Weg schnellstmöglich und vollständig einzuholen.

Schritt 3: Übergabe an Taylor Wessing und erste Mahnung

Sofern die Zahlung auch nach erneuter Aufforderung durch unsere Rechtsabteilung nicht eingegangen ist, wird die Forderung an die spezialisierte Kanzlei Taylor Wessing übergeben. Taylor Wessing verschickt daraufhin am Folgetag die erste Mahnung mit einer Zahlungsfrist von 14 Kalendertagen.

Bei der Rückzahlung von Darlehensraten kann es zu kurzfristigen Zahlungs­verzögerungen kommen. Verzugszinsen werden ab dem Tag nach der geplanten Rückzahlungsrate an die Anleger geltend gemacht. Bis zu diesem Zeitpunkt geben wir den Unternehmen in der Regel die Möglichkeit, an uns heranzutreten, ohne dass Kosten in Form von Verzugszinsen entstehen.

Schritt 4: Zweites Mahnschreiben

Ist bei Ablauf der ersten Frist kein Zahlungseingang zu verzeichnen, setzt Taylor Wessing dem Unternehmen am folgenden Werktag eine letztmalige Frist. Auch mit diesem Schreiben werden Verzugszinsen und die Kosten der Rechtsverfolgung geltend gemacht.

Schritt 5: Individuelle Maßnahmen (Im Regelfall: Kündigung)

In Abstimmung mit Taylor Wessing wird die für Anleger wirtschaftlich sinnvollste Maßnahme gefunden – in Abhängigkeit von Reaktion und Vermögenslage des Unternehmens sowie des etwaigen Bürgen. Im Regelfall erfolgt an dieser Stelle die Kündigung und Fälligstellung des vollständigen Restbetrags zuzüglich der vertraglichen Zinsen bis zum Stichtag der Kündigung und Verzugszinsen bis zur Begleichung der Forderung.

Individuelle Maßnahmen können z.B. sein

  • Kündigung des Kreditvertrages und sofortige Fälligstellung des Gesamtbetrages mit Androhung der Inanspruchnahme aus Bürgschaft (soweit vorhanden)
  • Stillhalteabkommen und/oder Ratenzahlungsvereinbarung im Gegenzug zu einvernehmlicher Titulierung durch notarielles Schuldanerkenntnis und/oder Einräumung weiterer Sicherheiten (z.B. Grundschuld mit oder ohne Zwangsvollstreckungsunterwerfung)
  • Titulierung der Forderung gegen das Unternehmen und/oder gegen den Bürgen (durch gerichtliches Mahnverfahren, Urkundsprozess oder klassisches Klageverfahren)

Schritt 6: Ausfall

Erst wenn ein endgültiger Ausfall oder Teilausfall der Forderung bekannt und keine Möglichkeit mehr besteht, noch Geld zu erhalten (z.B. abgeschlossenes Insolvenzverfahren, abgeschlossene Liquidation, Abweisung Insolvenzantrag mangels Masse, Privatinsolvenzverfahren des etwaigen Bürgen) wird das Projekt als „ausgefallen“ bewertet. In diesem Fall werden wir eine entsprechende gesonderte Mitteilung machen und den Ausfall oder Teilausfall mit entsprechendem Verweis auf den Grund bestätigen, um eine steuerliche Geltendmachung als Verlust zu ermöglichen. Erfahrungsgemäß kann sich dies über mehrere Jahre hinziehen.

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Häufige Fragen (FAQ)

Im FAQ-Bereich finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Geldanlage, unseren Projekten und Abläufen.

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