kapilendo auf dem F&I DIALOG 2015

kapilendo auf dem F&I DIALOG 2015

von Christian Lücke - 25.06.2015

Auf dem diesjährigen Finance & Innovation DIALOG der Comvest Holding im exklusiven Berliner Soho House stellte Christopher Grätz vor mehr als 80 interessierten Teilnehmern das Konzept der Crowdlending-Plattform kapilendo vor. Im Rahmen dieser als Diskussions- und Austauschplattform gedachten Veranstaltung zu den Themen Fintech, Finanzinnovationen und Zusammenführung von Kapitalgebern und Unternehmen der Start-up Branche sprach Christopher Grätz gemeinsam mit Dr. Tobias Johann vom Venture Capital-Finanzier Rheingau Founders im Themenblock „Was passt für wen? Das breite Spektrum der Finanzierungsmöglichkeiten“.

Christopher Grätz (CG): Bei kapilendo konnten wir eine Reihe von Privatleuten für unser Modell einer innovativen Mittelstandsfinanzierung via Crowdlending begeistern. Von Vorteil war dabei ganz sicher, dass einige dieser Finanziers selbst mittelständische Unternehmer sind und ihre eigenen Erfahrungen mit den herausfordernden Kreditaufnahmebedingungen der Banken gemacht haben. Häufig wurden sie bei den Kreditinstituten wie reine Bittsteller behandelt und nicht wie Geschäftspartner, die den Banken einen Gutteil ihres Umsatzes bescheren. Mit unserer Crowdlending-Plattform kapilendo wollen wir und unsere Finanziers nicht nur auf unbürokratische Weise Unternehmenskredite vermitteln, wir wollen den mittelständischen Unternehmen auch das Gefühl zurückgeben, dass sie viel mehr sind als sie denken. Schließlich sind sie das ökonomische Rückgrat unseres Landes.

Tobias Johann (TJ): Das klingt nach einer ziemlich guten Idee. Nicht nur die Möglichkeit der mittelständischen Unternehmensfinanzierung durch die Crowd, sondern auch, dass ihr mehrere risikobereite Privatinvestoren gewinnen konntet. Ich selbst bin mit meiner als Co-Founder konzipierten Firma ja als Risikokapitalgeber für Start-ups unterwegs und kenne daher den Markt für Venture Capitalists sehr gut. Daher kann ich sagen, dass vor allem institutionelle Investoren in Deutschland auf diesem Gebiet eher knauserig sind, während in den USA Investoren regelrecht um die Finanzierung von Start-up-Gründern kämpfen. Dass ihr bei kapilendo Privatinvestoren für euer Crowdlending-Modell begeistern konntet, zeigt, dass auch hierzulande immer mehr Leute die Zeichen der Zeit erkannt haben und sich jetzt gewissermaßen ein Ökosystem von Finanziers entwickelt.

Hört sich so an, als ob von den institutionellen Branchengrößen nicht viel zu erwarten ist, sowohl was die Risikofinanzierung von Start-ups angeht als auch Neuerungen bei der Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen betreffend.

CG: Die Banken geben sich mittlerweile lernbereit und wollen von den Neuerungen im Fintech-Bereich profitieren. Allerdings kranken sie noch immer an den gleichen Problemen: Die Banken verstehen die Bedürfnisse ihrer Kunden oft gar nicht, egal, ob Privatanleger oder kreditsuchende Mittelständler. Sie leben noch in einem System überholter Strukturen, veralteter IT und kämpfen mit dem in den letzten Jahren erlittenen Vertrauensverlust.

TJ: Diese Beobachtung habe ich auch gemacht. Großunternehmen fehlt ganz einfach das Verständnis für wirkliche Innovationen. Die wollen davon profitieren und kaufen sich Start-ups ein. Aber die eigentliche innovative Idee kommt so gut wie nie aus diesen Unternehmen selbst.

CG: Und ganz ähnlich ergeht es den mittelständischen Unternehmen im Land. Sie sind es, die ihre Produkte immer wieder verfeinern oder Neues hervorbringen. Für die Umsetzung benötigen sie Geld, was sie von den Banken aber nur unter erschwerten Bedingungen oder gar nicht bekommen. Deshalb bieten wir mit unserer Crowdlending-Plattform kapilendo eine alternative Finanzierungsform für diese Mittelständler an. Sowohl wir als Fintech-Start-up als auch die Unternehmen des deutschen Mittelstands brauchen einfach Leute, die an Ideen glauben. Vielleicht sind Banken für beide einfach die falsche Finanzierungsform