Welche Geldanlage lohnt sich noch?

Kurz vor dem Jahreswechsel war es wieder soweit. Ich traf meinen Bekannten wieder, dem ich bereits 2016 (siehe untenstehenden Text) und für das Jahr 2017 die ultimativen Ratschläge in Sachen Geldanlage gegeben hatte. Er weiß inzwischen, dass ich ihn als „meinen Bekannten“ in zwei Artikeln verwurstet habe und wir machen uns einen Spaß daraus, bei jedem Treffen das Spiel „(aalglatter) Finanzexperte trifft auf ratsuchenden Anleger, der am Ende sein Geld doch nicht anlegt“ zu spielen.

So auch dieses Mal. Und wie sollte es anders sein, sein größtes Interesse galt dem aktuell heißesten Ding am Finanzmarkt: dem Bitcoin und den anderen Kryptowährungen. Denn die gelten ja momentan als lohnenswerteste Geldanlage überhaupt. Doch der Reihe nach…

Hätten Sie es gewusst oder investiert?

Zu Beginn fragte ich ihn, ob er denn in der Zwischenzeit überhaupt etwas Geld irgendwo angelegt hat. Hatte er natürlich nicht. Warum nicht? Die unsichere Weltlage, keine Zeit, viel zu tun, und der Klassiker schlechthin, er wolle sich nicht drum kümmern. Und außerdem habe er bislang noch immer nicht das maximal sichere bei gleichzeitig maximal möglicher Rendite bringende Anlageobjekt gefunden. Aber in letzter Zeit sprechen ja alle von diesen Bitcoins und wie unglaublich die im Kurs gestiegen sind. Da war es also wieder, die schnelle Spekulation und die Hoffnung auf märchenhafte Gewinne vor dem eigentlich gesetzten Ziel, sein Geld dauerhaft und gewinnbringend anzulegen.

So ähnlich denken wohl heute noch viele, die gern in den 90ern Aktien von Apple oder Google gekauft hätten. Doch mal ehrlich, hätten Sie sich damals in der Microsoft-regiert-Alles-Welt wirklich die Wertpapiere eines fast bankrotten Computer-Herstellers mit dem Symbol eines angebissenen Apfels ins Depot gelegt? Damals hätten Sie sich höchstwahrscheinlich lieber für was Solides von Compaq, Siemens Nixdorf oder IBM entschieden (die ersten beiden sind als eigenständige PC-Hersteller längst Geschichte). Und bei den Suchmaschinen haben Sie vielleicht eher noch mit Altavista, Yahoo oder Fireball Ihre ersten Suchanfragen im Netz gestellt, Google war da noch eine Seite von vielen. Die Chance also, sich mit den Aktien von Apple und Google eine blutige Nase zu holen, war in den 90ern nicht eben gering.

Aber zurück zum Thema, der Ausgangsfrage meines Bekannten, was er denn tun könne und welche Geldanlage sich derzeit lohnt.

Meistens bleibt alles wie es ist…

Seine Furcht vor der unsicheren Weltlage hat sich insofern nicht bestätigt, dass selbst der amtierende US-Präsident es bisher noch nicht geschafft hat einen Atomkrieg loszutreten oder einen Handelskonflikt gegen deutsche Autobauer anzuzetteln. Diese Befürchtungen gab es und gibt es, und es existieren wahrscheinlich mehr als weniger Menschen, die sich ein baldiges Ende der Amtszeit Donald Trumps wünschen. Allerdings sollte man sich trotz immer neuer haarsträubender Geschichten aus dem Oval Office – auf die viele schon fast sehnsüchtig warten und die dann doch bitte endlich mal zum Rücktritt Trumps führen müssten – darauf einstellen, dass diese Präsidentschaft noch etwa drei weitere Jahre anhalten wird.

Damit wollte ich meinem Bekannten zu verstehen geben, dass es häufig sinnvoll ist erstmal den Ball flach zu halten, weil in der Regel alles seinen gewohnten Gang geht und die Schreckensszenarien meist eher nicht eintreten. Zum Beispiel dürfte es zu den vor einem Jahr angekündigten und angedrohten Strafzöllen gegen die exportstarke deutsche Wirtschaft sowie vor allem gegen BMW & Co. wohl nicht mehr kommen. Schließlich werden die SUVs deutscher Hersteller doch fast alle in den USA selbst produziert. Das wäre der Arbeitsplatzbilanz des US-Präsidenten eher schlecht bekommen. Inzwischen profitieren die Autohersteller und deren Aktionäre sogar von den kürzlich beschlossenen Änderungen bei der Unternehmensbesteuerung.

Aktien oder wie die Börse (wieder mal) an mir vorbeizog

„Apropos Aktien“, sagte daraufhin mein Bekannter, „was machen eigentlich deine Öl-Aktien?“ Damit bezog er sich auf meinen Anlagetipp, dem ich ihm bereits zweimal gab, vor ziemlich genau einem Jahr und dann noch einmal sechs Monate davor. Grund dafür war, dass ich noch nicht so ganz davon überzeugt bin, was das baldige Ende des Ölzeitalters angeht. Irgendwann fahren alle nur noch Elektro-Autos, Öl braucht dann keiner mehr, die Menschen leben nachhaltiger, trotzdem wird noch viel Öl gefördert und der Preis dafür bleibt niedrig, so lauteten viele Einschätzungen. Es war in diesem Zusammenhang oft von einer riesigen Carbon Bubble die Rede, die sich u.a. in den Anlageportfolios weltweit aufblies und irgendwann zu platzen drohte, weil den fossile Rohstoffe abbauenden Konzernen die Geschäftsgrundlage wegbrechen würde.

Nun, bei meinem ersten Gespräch mit meinem Bekannten über Geldanlagen, die sich lohnen (im Sommer 2016) lag der Ölpreis bei rund 45 $, im Januar 2017 bei 55 $ und inzwischen bewegt er sich um die Marke von 70 $.

Ach ja, überflüssig zu erwähnen, dass ich selbstverständlich heute genau wie damals meinen eigenen Tipp nicht befolgt habe und noch immer ohne Öl-Aktien dastehe.

Investmentfonds – gibt´s die auch für Kryptos?

Für weitere Aktientipps fehlte mir einfach die Analystenweisheit und ich konnte meinem Bekannten nur zu dem nicht gerade geheimen Tipp raten, auf breit streuende Fonds zu setzen. Schließlich hat er eh noch ein paar Jahrzehnte bis zur Rente und da kann dann auch mal ein möglicher Börsencrash ausgesessen werden. Und wenn´s schon was Spezielleres sein soll, dann in Richtung Technologie, Digitalisierung, Robotik und Automatisierung. Da gibt es inzwischen bereits eine Reihe von Fonds, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf diese Sektoren setzen.

Tatsächlich stellte er mir dann die Frage, ob es denn nicht auch so eine Art Bitcoin-Fonds gäbe, in dem einfach ein paar dieser Kryptowährungen versammelt sind. Und wirklich gibt es derzeit Versuche, Fonds dieser Art aufzulegen. Bis jetzt allerdings ohne Erfolg, soweit ich weiß. Die Aufsichtsbehörden spielen da aktuell noch nicht so ganz mit und werden es vermutlich so bald auch nicht tun. Wenn schon Aktien und Fonds, dann sollte er doch lieber bei etwas konservativeren Investments bleiben.

Immobilien – Warten auf den Knall?

Da wir gerade bei konservativen Investments angelangt waren, so kamen wir natürlich auch auf eine der konservativsten Anlagemöglichkeiten überhaupt zu sprechen: Immobilien. Sagen wir es so: Es ist momentan kein Käufermarkt da draußen. Wahrscheinlich war es nach dem Platzen der US-amerikanischen Immobilienblase einfacher in New York ein schickes Townhouse zu kaufen, als derzeit in Berlin oder München eine erschwingliche 4-Zimmer-Wohnung. Wenn ich sie unbedingt für die Eigennutzung benötigen würde, dann würde ich in den sauren Apfel beißen (müssen) und mir eine Immobilie zulegen. Als reine Kapitalanlage finde ich den Haus- oder Wohnungskauf zu den derzeitigen Marktpreisen ausgesprochen sinnlos. Sollte man nicht wissen, wohin mit dem vielen Geld, dann bitte schön. Oder es sei denn, Sie bekommen Wind davon, dass es in Berlin-Mitte eine 4-Zimmer-Wohnung für 100.000 Euro gibt, dann sollten Sie nicht lange überlegen. Nur leider sind solche Schnäppchen inzwischen mehr als rar.

Meinem Bekannten gegenüber meinte ich, dass ich mich persönlich aktuell in der Warteposition sehe mit dem festen Vorsatz zuzuschlagen, wenn die Blase platzt. Wahrscheinlich ist das nicht, und vielleicht gibt es noch nicht mal eine Immobilienblase. In gefühlt unsicheren Zeiten gelten Immobilien ja nun einmal als eines der sichersten Investments überhaupt, die im Preis kaum mehr fallen können. Neben den niedrigen Finanzierungszinsen, kaum vorhandenen Sparzinsen, dem weltweiten Kapitalüberhang und der Furcht vieler Deutscher vor Börse & Co. ist das wohl der Hauptgrund dafür, dass jeder Neubau praktisch schon bei der Grundsteinlegung verkauft ist.

Also vielleicht steigt einfach alles weiter im Preis auf dem Immobilienmarkt. Allerdings hatte man das ja auch mal in den USA bis zum Platzen der Subprime-Blase gedacht…

Crowdlending und Crowdinvesting: lohnende Geldanlage oder zu hohes Risiko?

Mein Bekannter fragte mich natürlich auch noch, ob sich denn die Geldanlage bei unserer Plattform lohnt. Er hätte da schon viel Kritisches über Crowdlending und Crowdinvesting gehört.

Natürlich, entgegnete ich ihm, ein kritischer Blick ist auch immer notwendig. Schließlich sollte jeder Crowdanleger auch immer damit rechnen, dass das Geld auch einmal komplett weg sein kann. Deshalb sollte auch auf eine ausreichende Diversifikation bei der Auswahl in verschiedene Projekte geachtet und nicht die verfügbaren 10.000 Euro in ein einziges Finanzierungsprojekt gesteckt werden, wie es oft bei geschlossenen Fonds mit zehnjähriger Laufzeit der Fall ist.

Etwas mehr Recherche darf sein…

Was mich persönlich nur immer etwas stört bei Presseberichten und den regelmäßigen Warnungen von Verbraucherschützern vor Crowdfinanzierungen ist unter anderem die seltsame Vermischung der vielfältigen Angebotswelt. Da werden Privatkredite, Immobilienfinanzierungen, Start-ups und mittelständische Unternehmen in einen Topf geworfen, obwohl sie für Investoren ganz unterschiedliche Risikoeigenschaften aufweisen. Oder es wird wie erst kürzlich geschehen, die Insolvenz einer seit Jahren kaum noch tätigen Start-up-Finanzierungsplattform in einem Atemzug mit dem Immobilien-Crowdinvesting genannt. Gleichzeitig ist die Rede von zwei insolventen Plattformen, drei Sätze später nur noch von einem geplatzten Crowdinvesting-Projekt und der eben erwähnten Start-up-Plattform. Was soll sowas? Ist die richtige Recherche so schwer für eine Finanzredaktion?

Mehr Bürokratie für den Anlegerschutz gefordert

Bemängelt wird häufig auch, dass die Informationen unzureichend sind und die Anleger ein anständiges Anlageprospekt in die Hand bekommen sollen (und nicht nur ein dreiseitiges Vermögensinformationsblatt). Die Erstellung solcher Prospekte ist langwierig und teuer und sind weder für Start-ups noch für kleine und mittelständische Unternehmen auf der Suche nach 50.000 Euro Betriebsmittelkredit finanziell zu stemmen. Und jeder Vermögens- oder Bankberater wird es bestätigen, dass nur eine Minderheit solche 80-seitigen Prospekte liest – war früher bei den Immobilien- und Schiffsfonds schon so und dürfte heute nicht anders sein. Schließlich macht das Bürokratische die Beschäftigung mit der eigenen Geldanlage für viele so nervtötend, weshalb sie – wie mein Bekannter – eben gerade nichts in diese Richtung unternehmen. Was genau soll so ein ausgearbeitetes Prospekt bringen? Eine Absicherung für die Bank und irgendeine Projektgesellschaft im Rechtstreit nach einem Insolvenzfall vielleicht, dass man dem Anleger doch alle Information an die Hand gegeben hat und er wusste, worauf er sich eingelassen hat.

Scharf kritisiert wird insbesondere beim Immobilien-Crowdinvesting das dort übliche Anlagevehikel Nachrangdarlehen, bei dem sich Crowdanleger im Insolvenzfall als Gläubiger ganz hinten einreihen müssen. Natürlich finanzieren sich die Unternehmen auf diese Weise in einer für sie günstigen Weise. Das ist alles richtig, doch dafür gibt es eben auch entsprechend höhere Verzinsungen und ein Angebot, dass in dieser Weise für Privatanleger vorher nicht zugänglich war. Es gibt auch nicht nachrangige Kreditfinanzierungen wie beim Crowdlending, bei denen man im ärgsten Fall mit den anderen Gläubigern auf einer Stufe steht.

Crowdinvestments sind einfach ein weiteres Angebot für die Geldanlage

Wer nichts dergleichen im Bereich Crowdlending / Crowdinvesting machen möchte, kann es auch einfach sein lassen. Es ist ja in der Regel so, dass Anleger auf der Suche nach höheren Zinsen als auf dem Sparbuch zu den Plattformen kommen und ihr Geld anlegen und nicht umgekehrt. Das wird nicht über einen Vertrieb bei Banken und Sparkassen geregelt. Dort findet man eher die üblichen Sachen mit den entsprechenden Gebühren. Ausfälle sind ärgerlich, aber die meisten Crowdanleger zeigen sich mit Renditen oberhalb 5 Prozent durchaus zufrieden. Sollen es mehr als 10 Prozent sein, dann muss auch mit höheren Risiken gerechnet werden, doch das unterscheidet Crowdinvestments kaum von anderen Geldanlagen.

Zu guter Letzt: Bitcoins und Kryptowährungen

Zum Abschied blickte mich mein Bekannter etwas ratlos an, weil ich ihm nach seinem Geschmack wohl nicht konkret genug war. Ich glaube, er wünscht sich von mir einen komplett ausgearbeiteten Anlageplan, am besten mit den passenden Wertpapierkennnummern (WKN) für die Fonds, deren grobe Ausrichtung ich ihm genannt habe. Und natürlich eine Antwort auf die Frage, warum er denn nun nicht in Bitcoins und Kryptowährungen investieren solle.

Kann er gerne tun, ich habe ihm weder ab- noch zugeraten, in Bitcoins und Kryptos Geld anzulegen. Ich gab nur noch einmal zu bedenken, dass es anscheinend gerade niemanden mehr gibt, der mit Bitcoins noch irgendeine Ware oder Dienstleistung bezahlt. Vor Jahren konnte man sich damit in Berlin-Kreuzberg noch Hamburger und Bier in ausgewählten Bars kaufen. Derzeit kauften alle nur noch wie die Wahnsinngen Bitcoins, um sie zu halten und auf exorbitante Kurssprünge zu hoffen. Wer damals Bier und Hamburger gegen Bitcoins tauschte, wird sich wohl Jahre später über das heutzutage ziemlich schlecht aussehende Geschäft schwarzärgern. Aber wer dachte bei einem Bitcoin schon an einen Gegenwert von 20.000 Dollar, der Tage später allerdings nur noch 10.000 Dollar wert war.

Eine Sache, die häufig auch als großartiger Vorteil angesehen wird, ist die Unabhängigkeit von irgendwelchen zentralen Ordnungsinstanzen und die durch alle Teilnehmer nachvollziehbaren Transaktionsbewegungen. Doch Regierungen und Zentralbanken werden sich das nicht auf ewig untätig anschauen, wie sich ein nicht zentral kontrolliertes (und vermeintlich besseres) Währungssystem parallel entwickelt. Inzwischen verbieten sogar bereits manche Länder schon den Bitcoin-Handel.

Verstehen Sie, in was Sie Ihr Geld investieren?

Die Grundfrage, die sich mein Bekannter immer beantworten sollte ist: „Verstehe ich überhaupt, was das ist und in was ich da mein Geld investiere?“ Wenn diese Frage mit Nein beantwortet wird, dann sollte er und jeder andere Anleger vielleicht doch lieber die Finger davon lassen.

Meinetwegen soll er 100 Euro Spielgeld auf Bitcoins und Kryptos setzen, um den Hype zu nähren. Ich vermute, dass sich viele solcher Spielgeld-Investoren gerade im Markt tummeln, um ein bisschen zu profitieren. Und 100 Euro Verlust tun im schlimmsten Fall nicht so sehr weh, wenn die Aussicht auf fünf- oder sogar sechsstellige Wertzuwächse bestehen. Und wer weiß, vielleicht setzt sich das Thema wirklich durch und eine Einheit einer Kryptowährung ist tatsächlich mal 500.000 Euro oder was weiß ich was wert. Hoffentlich bekommt man die Summe dann auch irgendwo eingetauscht und ausbezahlt.

Denn immerhin wäre das ja schon mal etwas, nach mehreren Gesprächen (und Artikeln) würde er tatsächlich mal Geld anlegen. Und zwar ausgerechnet in eine Anlageklasse, zu der ich ihm überhaupt nicht geraten habe.

 

 

 

(Welche Geldanlage lohnt sich noch 2016?
Artikel vom 13.Juli 2016)

Am Wochenende traf mich wieder einmal die Frage aller Fragen: „Welche Geldanlage lohnt sich derzeit?“ Nicht zum ersten Mal sollte ich Rede und Antwort stehen. „Du arbeitest doch in der Finanzbranche. Nun sag doch mal, wohin soll ich mein Geld tragen? Ach ja, und die Geldanlage sollte natürlich viel Rendite bei kurzer Laufzeit bei höchstmöglicher Sicherheit bieten.“ Was auch sonst?

Welche Geldanlagen stehen zur Verfügung im Jahr 2016?

Nun bin ich kein Finanzorakel, genauso wenig wie ein Historiker ein wandelndes Lexikon ist und über jedes Detail der Vergangenheit Bescheid weiß. Ich konnte meinem Bekannten lediglich meine Einschätzung mitteilen, welche Geldanlage sich derzeit im Jahre 2016 lohnen könnte. Ob Aktien, verzinste Rentenpapiere, Immobilien, Gold, Versicherungen oder moderne Fintech-Lösungen wie Crowdlending, so ziemlich jeder Bereich wurde angeschnitten. Klar für ihn war nur, er wollte etwas anderes machen als sein Gehalt aufs Sparbuch zu legen oder in schlecht verzinstem Festgeld oder Tagesgeld mit kaum noch existenten Zinsen zu parken.

Anleihen ohne Zinsen lohnen sich nicht

Da das derzeitige Zinsniveau nicht nur Sparer belastet, sondern auch die bislang beliebten Versicherungslösungen, fiel eine Lebensversicherung als Alternative praktisch aus. Die Sicherheit solcher Policen wird in der Regel damit erkauft, dass die Anbieter gesetzlich zum Erwerb von besonders ausfallsicheren Rentenpapiere verpflichtet sind. Dazu gehören etwa deutsche Bundesanleihen, die als so ausfallsicher gelten, dass sie weltweit extrem begehrt sind. Die hohe Nachfrage wirkt sich dementsprechend auf den Preis aus: er sinkt stetig. Das ist schön für den Bundesfinanzminister, der sich und die Bundesrepublik so günstig verschulden kann wie nie zuvor, doch schlecht für all jene, die nach einem Kauf einer solchen Staatsanleihe keine Zinsen mehr verdienen können. Wer der Bundesrepublik aktuell für zehn Jahre Geld leiht, bekommt nach Ablauf der zehn Jahre weniger zurück als er eingezahlt hat.

Summa summarum: Auch stabile und ehemals gut verzinste Anleihen wie die der Bundesrepublik sind damit wohl nichts mehr für meinen Bekannten. Da könne er auch gleich beim Sparbuch bleiben.

In welche Richtung bewegt sich der Aktienmarkt?

Dass ich doch gewisse Orakelqualitäten in Finanzdingen besaß, konnte ich in diesem Gespräch jedoch mit stolzer Brust verkünden. Vor wenigen Monaten bemerkte ich bei solchen Gesprächen, dass ich von dem Gerede über ein Ende des Ölzeitalters und dauerhaft niedriger Ölpreise wenig halte. Genau deshalb hätte ich Aktien von Ölgesellschaften gekauft. Inzwischen ist der Preis für ein Fass Öl wieder deutlich gestiegen, von unter 30 auf rund 50 Dollar je Fass, bleibt damit allerdings noch von den Höhen früherer Tage weit entfernt. Vielleicht fällt der Preis auch wieder, vielleicht erreicht er auch irgendwann die vor einigen Jahren befürchtete Schwelle von 200 Dollar pro Fass. Auf jeden Fall fahren Autos noch immer mit Benzin und ich sehe trotz aller Fortschritte in Sachen Elektromobilität noch nicht, dass sich daran so bald etwas ändern sollte.

Außerdem war ich der Meinung, dass dem Sektor Robotik und Automatisierung noch eine große Zukunft bevorsteht. Dabei nannte ich den Namen eines Augsburger Mittelständlers, der intelligente Industrieroboter herstellt. Vor einigen Wochen verkündete eine chinesische Investmentgesellschaft, dass sie genau diesen Roboter-Hersteller übernehmen wolle. Seitdem stieg dessen Aktie im Wert von rund 85 auf 110 Euro an. Ich wusste natürlich nichts von dem Interesse der Chinesen, aber ganz offensichtlich glauben noch andere an diesen Zukunftstrend.

Ich war jedenfalls mächtig stolz auf meine analytischen Fähigkeiten, nur mein Bekannter beschwerte sich, dass ihm das jetzt auch nichts helfen würde. Schließlich wollte er wissen, was er exakt jetzt tun solle und nicht, was er vor Monaten hätte tun sollen.

Lohnen sich Immobilien 2016 noch als Geldanlage?

Was genau ist nun die lohnende Geldanlage im Jahr 2016? Vor wenigen Tagen erst las ich, dass Anleger, die zu Jahresbeginn 100.000 Euro in Soja investiert hätten, inzwischen bei rund 132.000 Euro angekommen wären. Das entspricht wohl dem Anspruch nach viel Rendite bei kurzer Laufzeit, wie vom Fragesteller am Wochenende verlangt wurde. Aber Sicherheit? Wer steckt schon so viel Geld in Sojabohnen? Zumal der Markt für Agrarprodukte notorisch schwankungsanfällig ist und Spekulationen in diesem Segment umstritten sind.

Und Immobilien als Geldanlage? Eine Zuhörerin dieses Gesprächs – aufgewachsen in Frankfurt am Main – warf ein, dass sie jetzt mit deutlich steigenden Immobilienpreisen in der Finanzmetropole rechnet. Schließlich dürften zukünftig viele Banker infolge des Brexit von London auf den Kontinent umziehen. Frankfurt sei ein natürliches Ziel und die Banker müssen ja schließlich irgendwo wohnen. Deshalb wäre es toll, wenn man sich dort ein schönes großes Grundstück in Frankfurt sichern könnte.

Nun ja, ich vermute, dass wohl kaum noch zentrale Grundstücke in der Main-Metropole zu finden sind, die bisher nur noch keiner entdeckt hat. Und wer sich tatsächlich schon mal mit einem Immobilienkauf als Geldanlage beschäftigt hat, der dürfte bemerkt haben, dass neben München und Hamburg der hessische Finanzplatz bereits zu den teuersten Standorten in Deutschland gehört hat.

Aber es ist interessant zu erleben, welchen Stellenwert Immobilien bei der Geldanlage einnehmen. Selbst sicherheitsverliebte Anleger würden offenbar sechsstellige Beträge in „Betongold“ investieren, um dann auf eine Preissteigerung in einem ohnehin überhitzten Immobilienmarkt zu spekulieren. Und das offenbar nur aufgrund der Tatsache, dass man bei einem Immobilien-Investment etwas „in der Hand“ hat.

Gold als sinnvolles Investment? Marsmenschen würden sich am Kopf kratzen…

Auch sehr beliebt bei der Geldanlage: Gold. Damit unterscheidet sich 2016 nicht von den vorangegangenen Jahren. Auch beim gelben Edelmetall war ich skeptisch, dass dessen jahrtausendealte Funktion als Wertaufbewahrungsmittel plötzlich zu Ende sein sollte. Diesen Standpunkt vertraten zahlreiche Finanzexperten, weil sich der Goldpreis lange nicht nach oben bewegte, trotz der Vielfalt an Krisen auf diesem Planeten. Ob Syrien, der Ukraine-Konflikt oder die Euro-Krise um den möglichen Austritt Griechenlands aus der EU – der Goldpreis verharrte auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

Das Gold wohl doch noch einen gewissen Wert besitzt, zeigen die vergangenen Monate: der Preis fürs Edelmetall stieg wieder deutlich. Allerdings besitzt Gold eher den Charakter eines Wertaufbewahrungsmittels für schlechte Zeiten, und eignet sich weniger als Kapitalanlage. Ganz einfach deshalb nicht, weil Gold zwar Wertsteigerungen verzeichnen kann, aber „nicht arbeitet“, also keine Zinsen oder Gewinne erwirtschaftet. Selbst die Investment-Legende Warren Buffett zweifelt am Nutzen des Edelmetalls als sinnvolles Investment. So äußerte er einst vor Studenten der Harvard-Universität: „Gold wird aus dem Boden in Afrika oder irgendwo sonst in der Welt ausgegraben. Dann schmelzen wir es ein, graben ein anderes Loch, verstecken das Gold wieder darin und bezahlen dann Menschen, um darum herumzustehen und es zu bewachen.“  Gold sei „einfach unnütz“, so Buffett weiter. „Wenn Marsmenschen das sähen, würden sie sich am Kopf kratzen.“

Crowdlending als Geldanlage, die sich jetzt und in Zukunft lohnen kann

Was also tun bei der Geldanlage in der unsicheren Gemengelage des Sommers 2016? Was riet ich meinem Bekannten, wohin er sein quasi unverzinstes Barvermögen auf dem Sparkonto schieben sollte?

Natürlich habe ich in diesem Gespräch am Wochenende auf die Vorzüge des Crowdlending verwiesen. Auf die Möglichkeit direkt und einfach in Unternehmen des deutschen Mittelstands zu investieren. Dafür durchschnittliche Zinsen in Höhe von 5,5 Prozent pro Jahr zu erhalten und das alles bei überschaubaren Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren. Und ich gab ihm den Rat, nicht alles in ein einzelnes Projekt zu investieren, sondern lieber Beträge von wenigen hundert Euro auf mehrere Anlageprojekte zu verteilen. Durch diese Streuung kommt Sicherheit ins Portfolio und es drohen keine schmerzhaft hohen Verluste, wenn es einmal zu Zahlungsstörungen auf Seiten der Kredit aufnehmenden Unternehmen kommen sollte.

Denn einen Rat muss mein Bekannter wohl auch in Zukunft noch eine Weile befolgen: Ganz ohne Risiko wird es nicht gehen, wenn er nicht komplett auf Zinsen und Gewinne verzichten möchte. Dafür bietet das Anlagemodell des Crowdlending eine mögliche Alternative bei den Geldanlagen, die sich 2016 und in Zukunft lohnen können.

Festverzinsliche Anlageprojekte ansehen

Passende Beiträge

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere