In Kryptowährungen zu investieren ist lange nicht mehr „nur“ ein Trend. Seit Anfang 2019 zieht der Bitcoin Preis wieder an. Über 50% Rendite konnten glückliche Anleger erzielen, die vor genau einem Jahr in Bitcoin investiert haben. Warum gerade hochvermögende Anleger (HNWIs) und Family Offices verstärkt in Kryptowährungen investieren, erfahren Sie hier im Artikel.

Hochvermögende möchten in Kryptowährungen investieren

Das weltweite Vermögen von HNWIs (High-Net-Worth-Individual, bezeichnet eine Person mit einem investierbaren Vermögen von mindestens 1 Million US-Dollar) wird in den kommenden Jahren auf 83 Billionen US-Dollar anwachsen. Zum Vergleich: 2016 lag es noch bei 65 Billionen US-Dollar.

Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Capgemini interessieren sich 29% aller HNWIs für eine Geldanlage in Kryptowährungen. Der Markt sei insbesondere für die jüngere und technikaffine Generation spannend und wird globale Anlagestrategien nachhaltig beeinflussen.

In den folgenden Abschnitten werden wir einmal näher untersuchen, was genau den Reiz an der Anlageklasse für HNWIs und Family Offices ausmacht.

Die“Old Economy“ trifft auf Kryptowährungen

Obwohl Family Offices und traditionelle Vermögensverwalter als relativ konservative Anleger gelten, können auch sie die Vorzüge von Kryptowährungen für ihre Kunden nicht ignorieren.

Das wachsende Angebot an Investment-Vehikeln in der Krypto Szene versucht gerade dieser steigenden Nachfrage nachzukommen. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Krypto Zertifikate und Fonds aufgesetzt und emittiert, die gezielt institutionellen Anlegern den Markt schmackhaft machen sollen. Der Trend, kleine Bestandteile an Kryptowährungen in die Portfolien wohlhabender Investoren zu integrieren, läuft weiterhin an.

Anfang 2019 haben wir in einer internen Umfrage mit unseren Kunden und privaten Investoren (109 Befragte) eine stark positive Einstellung gegenüber Investitionen in Kryptowährungen erkennen können. Über 90% der Teilnehmer waren bereit Kryptowährungen in ihre Portfolien aufzunehmen. Etwa jeder Dritte würde sogar über 10% seines Gesamtportfolios auf die neue Asset Klasse umschichten.

3 Gründe, die für ein Investment sprechen

Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen in Kryptowährungen zu investieren. An dieser Stelle haben wir für Sie die drei, aus unserer Sicht, wichtigsten zusammengefasst.

Geringe Korrelation mit Aktienmärkten und anderen Anlageklassen

Aus einer finanzwissenschaftlichen Perspektive ist die niedrige oder sogar negative Korrelation zwischen traditionellen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen mit Kryptowährungen sehr spannend. Es existiert derzeit kaum eine Anlageklasse, die ähnliche Charakteristika aufweist. Ein niedriger Korrelationskoeffizient erlaubt es Anlegern effizientere Portfolios hinsichtlich des Risiko-Rendite Profils zu konstruieren.

In einer Studie der Cambridge Universität aus 2018 wurde die Korrelation zwischen Kryptowährungen und traditionellen Asset Klassen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass alle Asset Klassen (Aktien, Rohstoffe, Immobilien, etc.) wenig bis gar nicht mit Bitcoin & Co. korreliert sind.

Zur Diversifikation sind diese Ergebnisse vielversprechend und ein solides Argument für die Aufnahme in ein breit gestreutes Portfolio.

Björn Siegismund, Chefstratege der Kapilendo AG

Allerdings ist auch zu berücksichtigen, dass der Markt für Kryptowährungen immer noch ein sehr junger ist. Es ist nicht auszuschließen, dass sich mit einem Reifeprozess auch die Korrelation ändern wird, insbesondere wenn zunehmend Anlegergelder in den Markt fließen.

Diversifikation ist das einzige “free lunch” beim Investieren

Vielleicht haben Sie schon etwas von Markowitz’s Portfolio Theorie gehört. Als eine der einflussreichsten Theorien in der Finanzwissenschaft wird sie immer noch von professionellen Portfolio-Managern zur Minimierung von Investment-Risiken angewandt. Einfach gesagt:

“Lege nicht all deine Eier in einen Korb”

Im Optimal-Fall soll das Risiko eines Portfolios minimiert werden ohne Abschläge an der Rendite hinnehmen zu müssen. Investoren können ihr Risiko-Rendite Profil verbessern, indem sie ihre Investments auf viele Anlagen verteilen. Damit wird in der Fachsprache das unsystematische bzw. idiosynkratische Risiko (unternehmensspezifische) reduziert.

Ein einfaches Beispiel: Stellen Sie sich einmal vor, Sie investieren in ein Badehosen Unternehmen. Im Sommer steigt die Aktie des Unternehmens aufgrund der hohen Umsätze und gestiegenen Rentabilität an. Im Winter kehrt sich der Verlauf jedoch um. Sie sind nämlich dem unternehmensspezifischen Risiko der Saisonalität ausgesetzt. Angenommen Sie teilen Ihr Investment jedoch auf und investieren 50% Ihres Geldes in ein Wintersport Unternehmen, so kompensieren sich die Verluste des Badehosen Unternehmens im Winter mit den Anteilen am saisonal starken Wintersport Unternehmen. Es bestehen natürlich weiterhin Risiken, die Sie auch mit einem breit diversifizierten Portfolio nicht beeinflussen können (z.B. Einbruch der Wirtschaft, Zinspolitik der Notenbanken, etc.).

Family Offices und HNWIs verfügen meist über breiter gestreute Portfolien als private Anleger. Allerdings ist in den letzten Jahren ein zunehmender Gleichlauf von traditionellen Anlageklassen zu beobachten. Daher ist die Suche nach echten Alternativen groß. Die Allokation ist abhängig vom individuellen Risikoprofil und Anlagezielen der Anleger. Einige Family Offices fangen heute bereits an, Teile der Vermögen ihrer Kunden in Kryptowährungen anzulegen, um Testergebnisse für längerfristige Strategien zu gewinnen.

Kryptowährungen in das Portfolio aufzunehmen ist für viele der erste Schritt. Im zweiten Schritt muss der Fokus auf eine Diversifikation innerhalb der Kryptowährungen gelegt werden. Wenn Sie in mehrere Kryptowährungen investieren, bringt das mehrere Vorteile mit sich. Aufgrund des aktuell frühen Stadiums dieser Anlageklasse ist es derzeit unmöglich abzuschätzen, welche Technologien sich künftig durchsetzen werden und welche nicht. Damit man nicht auf das falsche Pferd setzt, ist es sinnvoll seine Geldanlage auf unterschiedliche Währungen zu verteilen.

Die Niedrigzinsphase grüßt: „Alternativen werden händeringend gesucht“

Gemäß dem Wealth Report von Capgemini konnten die Vermögensverwalter in 2018 das von ihnen gemanagte Vermögen um 27,4% steigern. Während Aktien weiterhin die attraktivste Anlageklasse bleibt, stellt sich vielen Verwaltern und Investoren die Frage nach weiteren Anlageklassen, um weiterhin stabile Erträge für ihre Kunden erzielen zu können.

Die aktuelle Börsenstimmung wird von politischen Faktoren stark beeinflusst und wir bewegen uns seit einiger Zeit in einer Seitwärtsbewegung der Märkte, die jederzeit in eine Korrektur münden kann, wie es Anleger weltweit im Herbst 2018 miterleben mussten. In Zeiten niedriger Zinsen ist es zudem schwer ein wirklich ausgeglichenes Portfolio aufzubauen.

Obwohl Family Offices und HNWIs als konservative Anleger gelten, haben jedoch auch sie das Ziel, den Wert ihrer Kundengelder zu erhalten und die Inflation zu schlagen. Aktuelle Studienergebnisse der Universität Stanford zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit die Inflation zu schlagen mit einer kleinen Portion an Kryptowährungen signifikant ansteigt.

Digitale Wertpapiere als nächste attraktive Anlageklasse für Family Offices und HNWIs

Digitale Wertpapiere gelten unter führenden Experten der Finanzbranche bereits heute als Zukunft der Unternehmensfinanzierung. Einfache und kostengünstige Prozesse, die auf der Blockchain Technologie basieren, ermöglichen kleinen und mittelgroßen Unternehmen erstmalig einen effizienten Zugang zum Kapitalmarkt.

Aus Anlegersicht eine erfreuliche Nachricht, denn analog werden auch mehr Möglichkeiten zur Vermögensanlage geschaffen. Wurde früher etwa nur über komplexe und teure Private Equity Fonds in deutsche Unternehmen investiert, so wird sich dieser Markt zukünftig weiter öffnen und eine neue Klasse an Investoren an Bord holen.

Auch physische Vermögenswerte wie Oldtimer, Kunst, Wein und sonstige Luxusgüter werden in naher Zukunft einen enormen Demokratisierungs-Effekt erleben. Eigentumsrechte an diesen Vermögenswerten können nämlich bereits heute ohne großen technischen Aufwand digital als Token auf der Blockchain abgebildet werden.

Fazit der Kapilendo AG

Kryptowährungen als alternative Anlageklassen werden in naher Zukunft eine größere Rolle bei der Kapitalallokation spielen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bessere Diversifikation, kostengünstiger Zugang und ein attraktives Renditepotential.

Auch wir beschäftigen uns im Rahmen unseres Kapilendo Innovation Labs mit der Entwicklung alternativer Anlagemöglichkeiten für Kunden unserer digitalen Vermögensverwaltung, für die das Thema Kryptowährungen als neue Anlageklasse hoch spannend ist.

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