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Unternehmen bekommen keine Digitalisierungsfinanzierung

Der Mittelstand hinkt der Digitalisierung hinterher…oder besser: Er hinkte hinterher! Denn inzwischen haben zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen die Zeichen der Zeit längst erkannt und stürzen sich jetzt mit voller Kraft in die Digitalisierung ihres Unternehmens. Zur Herausforderung wird für die Firmen jedoch, dass diese Investitionen mit den klassischen Finanzierungsinstrumenten kaum durchzuführen sind.

Finanzierung der Digitalisierung für Banken nicht haptisch genug

Doch worin genau liegt das Problem? Während Banken in vordigitalen Zeiten greifbare Güter wie Werkzeugmaschinen, Bagger oder ganze Produktionshallen finanzierten und dafür entsprechende Sicherheiten in ihre Bücher aufnehmen konnten, fehlt den Digitalisierungsvorhaben der Unternehmen von heute das Haptische. Kredite und Darlehen werden meist für die Qualifizierung von Fachkräften, für neue Software oder Vernetzungsprozesse benötigt – also weg vom Materiellen hin zum Immateriellen.

Klassische Firmenkredite werden jedoch nach bestimmten Regeln im Ratingverfahren behandelt, die den Aspekt der Digitalisierung nur ungenügend fassen. Deshalb lassen viele Mittelständler bei Digitalisierungsprojekten ihre Hausbank außen vor. Laut der Förderbank KfW finanzieren die Unternehmen digitale Vorhaben aktuell zu 77 Prozent aus den laufenden Einnahmen – wenn sie es denn können. Bankkredite spielen mit nur 4 Prozent eine untergeordnete Rolle.

Mittelstand fragt häufiger nach kleineren Krediten für Digitalisierungsvorhaben

Ein weiteres Problem, jedenfalls für die Banken: Die Unternehmen setzen für ihre Digitalisierungsprojekte geringere Beträge ein als für den Kauf von „haptischeren“ Produkten. Laut der Förderbank KfW investiert knapp die Hälfte der Firmen weniger als 10.000 Euro im Jahr, nur 5 Prozent der Unternehmen steckt 100.000 Euro oder mehr pro Jahr in neue Hard- und Software.

Diese relativ überschaubaren Summen waren schon in der Vergangenheit für Kreditinstitute wenig attraktiv – viel Aufwand für wenig Ertrag. Doch könnte in dieser sukzessiven Finanzierung von Digitalprozessen ein Trend zu erkennen sein. Schließlich muss auch auf immer wieder neue Herausforderungen z.B. in der digitalen Sicherheit der betriebseigenen Software-Systeme reagiert werden. Deshalb dürfte es dazu kommen, dass Unternehmen häufiger, aber mit kleineren Investitionssummen arbeiten werden – und dementsprechend diese Kredite auch vermehrt nachfragen.

Auch bei kapilendo bekommen wir häufiger Anfragen in diese Richtung, sei es, weil die Summe etwas kleiner ausfallen soll als von einer Bank als Mindestkredithöhe gefordert, sei es, weil die Bank die oben beschriebenen Probleme mit den wenig haptischen Digitalisierungsvorhaben der Unternehmen hat. Da bedarf es noch erheblicher Anpassungsprozesse und ein Umdenken innerhalb der Kreditabteilungen der alten Finanzwelt.

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