Kinder sind unsere Zukunft – aber auch ziemlich teuer. Von den Windeln bis hin zu Klassenfahrten und dem Führerschein, die Liste an Ausgaben ist sehr lang. Das statistische Bundesamt hat ausgerechnet, dass Eltern bis zum 18. Lebensjahr etwa 130.000 Euro pro Kind ausgeben.

Der Bausparvertrag hat ausgedient und Zinsen gibt es sowieso nicht mehr – wie sorgt man dann für Kinder vor? Mit der richtigen Geldanlage ist das auch in Zeiten von Niedrigzinsen, Brexit und Trump kein Problem.

Fangen Sie früh an, am besten direkt nach der Geburt

Wer allzu lange zögert, verzichtet freiwillig auf einen Großteil des Zinseszinseffekts und macht es sich dadurch schwerer, bis zum 18. Lebensjahr des Kindes ein ansehnliches Vermögen aufzubauen.

Fangen Eltern damit an, monatlich 100 Euro beiseite zu legen, sobald das Kind auf der Welt ist, kommen bis zum 18. Geburtstag 21.600 Euro zusammen. Bei einer durchschnittlichen Rendite von fast 7 Prozent pro Jahr (DAX-Rendite der vergangenen 30 Jahre), werden daraus 42.346 Euro (bei 2 Prozent etwa 26.000 Euro). Gehen wir von monatlichen Studienkosten von 800 Euro aus und 5 Jahren Studienzeit, dann wären diese Kosten fast komplett gedeckt.

Das Sparbuch hat finanziell ausgedient, kann aber eine wertvolle Lehre sein

Nicht ganz überraschend gibt es auf Kinder-Sparbücher immer noch etwas Zinsen – im Gegensatz zu den Sparprodukten für Erwachsene. Der Grund ist einfach: Über das Sparbuch kommt der Nachwuchs in der Regel das erste Mal mit der Hausbank in Kontakt. Wenn sie regelmäßig ihr Erspartes vorbeibringen, bindet das die Kinder frühzeitig als Kunden für attraktive Verträge beim Start ins Berufsleben – so zumindest die Hoffnung der Banken. Das Sparbuch hat noch einen weiteren Vorteil: Das regelmäßige Sparen ist eine wichtige Erfahrung für den Nachwuchs beim Lernen vom Umgang mit Geld. Dadurch sinkt die Gefahr, dass er als Erwachsener alles auf einmal ausgibt.

Setzen Sie auf ein ausgewogenes ETF-Portfolio

Schwankungen werden an den Finanzmärkten von vielen Anlegern mit Risiko gleichgesetzt. Dabei übersehen sie, dass zwischenzeitliche Kursabschläge meistens wieder ausgeglichen werden. Wenn das Kind noch klein ist, kann man bei der Kapitalanlage durchaus etwas mehr Risiko als beim Sparbuch eingehen, ohne dass einem gleich Angst und Bange werden muss. Mit einem ausgewogenen, auf alle „Börsenwetter“ gerüsteten Portfolio wurde ein Anlagestil entwickelt, der sich gerade für langfristig orientierte Anleger mit ähnlichen Sparzielen in den vergangenen Jahren bewährt hat.

Dieser Anlagestil geht auf den ehemaligen Hedgefonds-Manager Ray Dalio zurück (Nummer 2 auf unserer Liste der 10 besten Bücher für Anleger).

Legen Sie das Geld im Namen des Kindes an

Es bringt steuerliche Vorteile, wenn Sie die Kapitalanlage auf den Namen des Kindes abschließen. Sie können so innerhalb der Familie Kapitalerträge auf mehrere Personen verteilen: Normalerweise kann jedes Kind (und jeder Erwachsene) einen Sparerpauschbetrag von 801 Euro im Jahr ansetzen. Auf diesen Betrag fallen dann pro Kopf keine Steuern an. Eine vierköpfige Familie schafft sich so einen Sparerpauschbetrag von insgesamt 3.204 Euro.

Außerdem bleiben Erträge auf Sparkonten und Kinderdepots bis zur Höhe des steuerlichen Grundfreibetrages (9.168 Euro) und der Sonderausgabenpauschale (36 Euro) steuerfrei. Insgesamt beträgt die steuerfreie Einkommensgrenze bei Kindern im Jahr 2019 also 10.005 Euro, im Jahr 2020 steigt diese auf 10.245 Euro.

Wird das Sparkonto oder das Wertpapierdepot auf den Namen des Kindes abgeschlossen, gibt es noch einen weiteren Vorteil: Rechtlich gehört das Geld dem Nachwuchs. So bleibt eine Verlockung der Eltern aus, das bereits Ersparte im Notfall für eigene Zwecke zu nutzen.

Richten Sie einen Auszahlplan ein

Eines sollten Sie in Bezug auf den vorherigen Tipp noch berücksichtigen: bis zum 18. Geburtstag verwalten Sie als Eltern das Konto. Erst danach können Ihre Kinder frei über das Konto verfügen. Falls Sie Sorge haben, dass Ihr Nachwuchs das Ersparte auf den Kopf haut, sollten Sie kurz vor dem 18. Geburtstag einen Auszahlplan einrichten. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass Ihr Kind monatlich einen von Ihnen festgesetzten Betrag ausgezahlt bekommt, bis das Konto leer ist – ohne das Risiko einzugehen, dass das Geld auf einen Schlag verprasst wird.

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Ein Kommentar zu “Sparen für den Nachwuchs: Die 5 besten Tipps für 2019

  1. rolf

    Zum Artikel-Sparen für den Nachwuchs.
    Sehr gelungener Artikel. Steuerrechtliche Aspekte gut erklärt.
    Sehr hilfreich

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