Neue Perspektiven durch E-Commerce, einzigartige Mitarbeiter & neue Finanzierungsmixe

Rückblick KMU Zukunftsforum in München

An einem hochsommerlichen Tag am 23. Juli versammelten sich bereits zum sechsten Mal in diesem Jahr branchenübergreifend Unternehmer, die mehr zu ihren digitalen Transformationschancen und Alternativen im Bereich Unternehmensfinanzierung erfahren wollten. Knapp 50 Unternehmer folgten dem Ruf zum KMU Zukunftsforum nach München. Draußen: Sengende Hitze. Im KMU Zukunfts-Foyer: Frische Luft und kühle Köpfe!

Wie digital ist der deutsche Mittelstand?

Maximilian Mertens, CEO, DIWA – Institut für Wasseranalytik GmbH; Dr. Alexander Gepp, CEO Gepp´s GmbH, Andre Klan, Head of Finance Little Lunch und Joachim Haedke, CEO Finanzierung.com

„Der Mittelstand ist hochinteressiert“, beantwortete Maximilian Mertens, Prokurist der DIWA – Institut für Wasseranalytik GmbH die Frage von Panelleiter Sven Hohensee. Das bemerke er an den bundesweit vielen Digital-Konferenzen. Das Problem für Unternehmen: Wir haben es häufig mit Prozessen zu tun, die man nicht bewerten könne. Beispielsweise variieren bei IT-Angeboten die Expertise und die Preise sehr stark. Und die Expertise der Anbieter sei für Unternehmer schwer einschätzbar.

„Digitalisierungsthemen für Unternehmer wenig greifbar“

Die Vergleichbarkeit für IT-Themen sei nur schwerlich gegeben, doch könne jeder sein Unternehmen Stück für Stück digital fit machen, so Dr. Alexander Gepp CEO der Gepp´s GmbH. Digitalisiert werden solle erstmal an den Stellen, an denen es auch im Unternehmen notwendig ist.

Nach welchen Kriterien wählen digitale KMUs ihre Mitarbeiter aus?

Für digitalen Fortschritt brauche man unbedingt motivierte Mitarbeiter, die Fortschritt mitmachen, waren sich alle Teilnehmer einig. Bei Gepp‘s sucht man „richtige Macher – das ist uns wichtiger als Perfektion!“

Andre Klan, Little Lunchs Head of Finance kann das nur bestätigen. Er hat am firmeneigenen Beispiel erlebt, wie letztes Jahr durch die Finanzierungskampagne mit Kapilendo die Vision von der gesunden Mahlzeit auf der Arbeit zu einer bekannten Marke heranwuchs. Neben der digitalen Vertriebsstrategie setzen die Gibisch-Gründer auch 100 Prozent auf ihre Mitarbeiter. Die komplett Kapilendo finanzierte Europaexpansion sei nur aufgrund der derzeit 23 Mitarbeiter, die die Gründer selbst noch sehr genau auswählten, möglich. Mitarbeiter müssten eben perfekt ins Team passen: „Jeder soll sich so fühlen, als sei er selbst Eigentümer des Unternehmens.“ Viele Aktivitäten wie Wandern, gemeinsames Mittagessen und Yoga füge das Team zusammen, was schließlich das Wachstum befeuere.

Maximilian Mertens bekräftigt: „Um unseren Kunden Vorzüge der Digitalisierung zu bieten, wie unser Online-Kundenportal, in welchem alle Daten und Dokumente zu Immobilien der Kunden in Echtzeit aufgerufen werden können, brauchen wir vor allem erfahrene Mitarbeiter, gerade auch im Handwerk, die bereit sind sich mit Anwendungen, wie beispielsweise MS-Office am Tablet auseinanderzusetzen.“

E-Commerce bietet eine völlig andere Kundenlandschaft!

Wie man sein Unternehmen erfolgreich Stück für Stück digitalisiert, erklärte Dr. Gepp anhand der vielen Anpassungen auf den Online-Shop der Gepp‘s GmbH, die sich aus der „Kanaltreue“ der Kunden ergebe. Kunden kämen immer weniger im klassischen Einkaufscenter an. Das hätte das Unternehmen zur radikalen Umstellung und dem neuen Fokus auf den Online-Shop bewogen. Das Problem: Man solle nicht meinen, dass Kunden im Laden ein ähnliches Verhalten an den Tag legen wie Kunden im Online-Shop. Es handele sich um eine völlig andere Kundenlandschaft, die einem aber dann neue Türen öffnen.

Vom Handel zum E-Commerce: „Unternehmer müssen komplett umdenken“

Mit Probierartikeln begeistern klappe einfach nicht mehr. „Im Digitalbereich mussten wir komplett umdenken“, erklärt Gepp. Der Online-Shop hat gezeigt: „Der Kunde ist kanaltreu.“ Das Unternehmen hat sich mittels Marketingaktionen und Onlineplänen komplett neue Geschäftskundenfelder aufgebaut, die unabhängig vom klassischen Einzelhandel funktionieren. Dabei stelle sich das Unternehmen stets die Frage: Wie können wir Kunden nachhaltig bespielen? Learning: Was sind die nächsten Herausforderungen für die nächsten 6-12 Monate!

Finanzierungsmixe, die sich auszahlen!

Am Beispiel von Little Lunch wird schnell klar, wie immenses Wachstum mithilfe von gut strukturierten Kampagnen möglich wird: 1.125 Anleger investierten über Kapilendo in die Wachstumsziele des Unternehmens und finanzierten schließlich 1.250.000 Euro in weniger als 20 Stunden.

Doch nicht nur für das erfolgreichste Wachstumsunternehmen aus „Die Höhle der Löwen“ sind Mischfinanzierungen interessant. Für die Gepp‘s GmbH hat sich nach langem Zögern ein hervorragender Mix bereits nach wenigen Wochen ausgezahlt: Was zunächst klassisch mit einer Hausbankfinanzierung begann, erweiterte die Gepp‘s GmbH im zweiten Jahr mit Beteiligungskapital von der BayBG. Aufgrund des steten Wachstums nahm Gepp dann noch eine zweite Hausbank dazu. Für Crowdfunding fehlte noch das entsprechende Netzwerk, so dachte er. Er suchte schließlich nach einer Plattform, die bereits das Crowdfinanzierungs-Netzwerk mitbringt.

Rasantes Wachstum dank digitaler Mischfinanzierung

Die Kapilendo AG hat Dr. Alexander Gepp dann schließlich als Finanzierungspartner durch das vorhandene Netzwerk überzeugt. Während der Kampagnenlaufzeit bei Kapilendo hat das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 25 -35 Prozent erzielt. Sogar nach der Kampagne – bis jetzt sei das Wachstum noch weiter um 10 Prozent gegenüber der Zeit vor Kapilendo gestiegen. Über weitere Projekte mit dem Digitalfinanzierer wird schon nachgedacht.

>>> Mehr erfahren über alternative Finanzierungen können Sie hier

 

Beim Zukunftsforum am 17. September in Stuttgart erfahren Sie, wie andere etablierte Unternehmen erfolgreich die Zukunft des Mittelstands gestalten. Mehr Informationen erhalten Sie hier:

KMU Zukunftsforum Stuttgart

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