Es war wieder einmal angerichtet: Die NOAH 2016 zog 3.000 Entscheider, Investoren Gründer nach Berlin, die die digitale Ökonomie voranbringen wollen. Der Anteil der Start-ups an unserer Wirtschaft wird immer größer und einflussreicher. Besonders in der Hauptstadt: „Alle 20 Stunden wird derzeit in Berlin ein Start-up gegründet“, erklärte Jens Müffelmann, CEO von Axel Springer Ventures. Auch wenn bei diesem Event das Networking im Vordergrund stand – die Vorträge waren eher mäßig besucht – gab es viel interessantes mitzunehmen.

Astronomische Bewertungen

Spannend war der Einblick von Star-Investor Klaus Hommels. Mit der Aussage: „Blasen sind was Gutes“ hat die Zuhörer an seinen Lippen – zumal seit Monaten vor einer Silicon Valley Start-up Blase gewarnt wird. Allein 2015 sind 44 Milliarden Dollar in Start-ups gepumpt worden. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es nur 13 Milliarden Dollar! Somit kommen astronomische Bewertungen zustande. Zum Beispiel werden das Taxi-Unternehmen Uber derzeit auf 68 Milliarden Dollar oder das soziale Netzwerk Snapchat auf 20 Milliarden Dollar taxiert. Platzt die Blase, würde es die Old Economy mitreißen – so die Befürchtung.

Das nächste große Ding

Hommels, der schon mit frühen Investionen in Facebook, Skype oder Sponify den richtigen Reicher bewiesen hat, will davon nichts wissen. „Blasen sind gut, weil sie privates Kapital für Investitionen in wirklich bedeutende Infrastruktur-Firmen freisetzen.“ Er zielt damit auf Firmen, die die Basis für die Digitalisierung darstellen. Denn Google, Amazon und Netflix seien während der Dotcom-Blase um das Jahr 2001 entstanden. Es sei noch Platz im Reigen der großen Unternehmen, wie Facebook und Co. Das nächste große Ding habe sich allerdings noch nicht herauskristallisiert.

NOAH 2016
Nicht mehr die digitale Welt ist der Pulse-Geber, sondern die „echte“ Welt: Delivery Hero will die Essens-Lieferdienst e weltweit durchschütteln.

 

Info-Splitter

Mobilität: Uber Chef Travis Kalanick sprach mit Daimler Chef Dieter Zetsche über Mobilität. Dass Uber sobald in das Bauen von Autos einsteigen wird, räumte er mit folgendem Satz aus: „Just go to a German manufacturing facility and you will very quickly realize you do not want to make cars.“ Deswegen bemühe er sich um Kooperationen mit den Herstellern. Übrigens sieht Kalanick Carpooling als das nächste große Ding an.

Fintech: Natürlich kam auch die Fintech-Branche zu Wort. Das vieldiskutierte Number 26 sieht die künftige Abwicklung des Banking via Kreditkarte und Smartphone. Die etablierten Player wollen allerdings zurückstecken. Das Zauberwort heißt Kooperation. So wolle die Deutsche Bank die Nummer bei den Kooperationspartner für Fintechs werden.

Digitalisierung: Investor Frank Thelen sagte, dass Apps nicht die Zukunft seien. Statt digitale Welten zu bauen werden Prozesse und Technologien von traditionellen haptischen Branchen optimiert, wie zum Beispiel Batterien, Lebensmittel oder Matratzen.

Bilder: Stephan-Nicolas Kirschner

 

 

 

 

 

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