Martin ist seit Oktober Leiter unserer Vermögensverwaltung. Vorher war er bei der Weberbank und hat dort jahrelang vermögende Privatkunden betreut und wertvolle Einblicke in die Finanz-DNA deutscher Anleger erhalten. Im Interview sprechen wir über seine ganz persönlichen Erfahrungen, Familie und konkrete Handlungsempfehlungen an private Anleger, die mehr als Nullzinsen erwarten.

Könntest du dich und besonders die Person hinter Martin Klatt ganz kurz vorstellen?

Kurz wird schwierig, aber ich gebe mir Mühe. Ich bin 36 Jahre alt, verheiratet und habe einen fast zweijährigen Sohn, der meine Frau und mich zu Hause ordentlich auf Trab hält. Nach meinem dualen Wirtschaftsstudium in Berlin, habe ich im Privatkundenbereich der Weberbank angefangen, wo ich die letzten 12 Jahre in unterschiedlichen Kundenberatungspositionen verbracht habe.

Neben diversen berufsbegleitenden Ausbildungen im Hinblick auf Finanz- und Managementthemen, steigt meine Lernkurve nun auf der privaten Seite durch meine Aufgabe als Papa an. Das ist immer wieder aufs Neue eine Herausforderung, macht jedoch auch wahnsinnig viel Spaß. Außerdem sind meine Frau und ich große Abenteurer und haben vor einigen Jahren eine Auszeit von der Arbeitswelt genommen und eine Weltreise gemacht, die ich auch dazu genutzt habe, unterschiedliche Philosophien in Bezug auf das Thema Geld und Finanzen kennenzulernen. Das war sehr spannend und hat mich in vielen Bereichen zum Umdenken inspiriert.

Erfahrungen prägen Menschen. Gibt es in deinem Leben gewissen Dinge, die deine Entwicklung besonders stark beeinflusst haben?

Ganz sicher in erster Linie das Reisen. Ich komme gerne mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und Meinungen zusammen. Es ist gerade für jemanden aus der Finanzwelt sehr spannend zu lernen, wie unterschiedlich die Sicht auf das Thema Geldanlage in anderen Ländern ist.

Aber auch die Zeit während meines Zivildienstes in einem Heim für körperlich und geistig behinderte Menschen hat meinen Blick auf die Dinge nachhaltig beeinflusst. Es ist schon traurig zu sehen, dass bestimmte Berufsgruppen nicht den gesellschaftlichen Respekt erhalten, den sie eigentlich verdienen. Damit meine ich in erster Linie die finanziellen Ressourcen, die zur Verfügung gestellt werden, um den Job wirklich gut machen zu können.

Nicht zu vergessen ist natürlich meine Familie. Der Sinn des Lebens liegt mit Sicherheit nicht nur im beruflichen Erfolg. Das stelle ich immer wieder fest, wenn ich abends nach Hause komme und mein Sohn seine „Währung“ einfordert: Spielen! Ihm ist es vollkommen egal, was der Papa den lieben langen Tag so gemacht hat. Doch gerade die mit der Familie steigende Verantwortung und das damit höhere Sicherheitsbedürfnis führen dazu, dass viele Menschen zu schnell dem falschen Ansprechpartner beim Thema Finanzen vertrauen, der Anlagen empfiehlt, die eigentlich nicht zur entsprechenden Lebenssituation passen.

Stichwort Finanzen: Was bedeutet finanzieller Wohlstand für dich?

Finanzieller Wohlstand bedeutet für mich persönlich, dass ich mir während des Berufslebens keine Sorgen darüber machen muss, ob ich die nächste Rechnung bezahlen kann und die Erfüllung des ein oder anderen Wunsches keine reine Utopie ist. Zudem möchte ich das begründete Gefühl haben auch im Alter in der Lage zu sein, meinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Meiner Erfahrung nach geht es dem überwiegenden Teil der Menschen bei der Anlage nicht in erster Linie darum in kurzer Zeit reich zu werden, sondern eher darum möglichst nicht „arm“ zu sterben.

Ich nutze für das Vermögenwachstum eines Kunden oft die Metapher eines zarten Pflänzchens, das sich langsam – aber sicher – in einen starken Baum entwickeln kann. Damit das gelingt, bedarf es einer guten Pflege und der richtigen Rahmenbedingungen. Ich musste leider feststellen, dass bevorzugt vermögende Kunden Zugang zu Produkten haben, die dieses Wachstum ermöglichen können.

Die Anlagestrategien der Kapilendo bieten alle wichtigen Rahmenbedingungen und die entsprechende Pflege durch das Vermögensverwaltungsteam, um den gleichen Weg hin zu einem starken Baum möglich zu machen – das hat mich sehr beeindruckt.

Du hättest ohne weiteres Karriere bei einer großen Bank machen können. Wieso der Weg zur kleinen Privatbank?

Ich hatte schon sehr früh großes Interesse daran, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Sicher hätte ich zu einer Großbank gehen können, die Möglichkeiten waren da. Mir waren jedoch das familiäre Umfeld und die größere Nähe zum Kunden viel wichtiger. Echte Kundennähe gibt es bei vielen großen Banken einfach nicht.

Zudem ist die Gefahr groß, bei größeren Instituten als Produktverkäufer zu enden und nicht als Berater, der das Leben von Menschen einfacher macht. Das wollte ich nicht. Für mich war klar, dass ich die individuellen Kundenbedürfnisse in ihrer Komplexität verstehen möchte. Nur so kann ich sicherstellen, dass die Vermögensstrukturierung auch auf die Person und ihre Lebenssituation- und Planung ausgerichtet ist.

Deutsche parken ihr Geld immer noch zu großen Teilen in Spar & Girokonten. Sogar unser Finanzminister setzt „stolz“ auf diese Anlageformen. Was hindert Menschen daran, sich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen?

Häufig ist die Vorstellung von dem, was mit der Vermögensanlage erzielt werden kann und soll recht unkonkret. Die gefühlt immer komplexer werdende Welt und die niedrigen Zinsen für die Lieblingsanlagen der Deutschen verunsichern viele Menschen und führen dazu, dass keine Entscheidung zu treffen eine echte Option geworden ist bzw. oft sogar die präferierte Variante darstellt. Das „Kopf in den Sand stecken-Prinzip“ wird langfristig aber kein sinnvoller Ansatz sein. Die Probleme werden nur verschoben, eine Lösung ist das aber sicher nicht.

Oft fehlt auch einfach nur der passende Ansprechpartner. Bei der Geldanlage wünschen sich Menschen einen Berater, der ihre individuelle Situation betrachtet und Empfehlungen ausspricht, die zu Win-Win-Situationen für alle Beteiligten führen. Da das häufig nicht der Fall ist, ist das Misstrauen gegenüber der Finanzbranche einfach sehr groß.

In zahlreichen Neukundengesprächen konnte ich nach dem ersten Blick auf den Depotauszug mit 99%iger Wahrscheinlichkeit sagen bei welcher Bank der Gesprächspartner Kunde ist. Banken verkaufen gern eigene, teure Produkte an „unwissende“ Kunden, die absolut nicht zu ihnen passen. Beim Anleger bleibt nach Kosten meist nur wenig Rendite übrig. Irgendwann stellt der enttäuschte Kunde dann fest, dass nur die Bank ein gutes Geschäft gemacht hat. Diese Erfahrungen haben möglicherweise auch dazu beigetragen, dass die Lust der Deutschen an den Wertpapiermärkten aktiv zu sein sich nach wie vor stark in Grenzen hält.

Schnelle Rendite, Altersvorsorge oder Kinderplanung: Aus welchen Gründen beschäftigen sich Menschen wirklich mit dem Thema Geldanlage?

Es ist sehr spannend, wie vielen Themen man in der Beratung täglich begegnet. Selten geht es darum, den ultimativen Geheimtipp zu bekommen. Vielmehr liegt der Fokus von Anlegern auf Themen wie der Altersvorsorgeplanung, der Risikoabsicherung der Familie, dem Immobilienmanagement aber auch der Beantwortung testamentarischer Fragestellungen oder Hinweisen zur Erstellung von Vorsorgevollmachten oder Patientenverfügungen.

Für viele – nicht nur für Gutverdiener – stellt sich die Frage: „Was passiert eigentlich, wenn mein Arbeitseinkommen wegfällt?“. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass viele Menschen nach einem gleichmäßigen Einkommen über das gesamte Leben streben – mit einer passenden Geldanlage ist das möglich. Vorbereitung ist alles.

Kunden wissen sehr genau, dass sie für das Alter vorsorgen müssen. Teilweise fehlt aber die finanzielle Bildung, um die richtigen Wege einzuschlagen. Spannend ist zudem zu beobachten, dass der Wunsch nach einer nachhaltigen Geldanlage immer größer wird.

Welche sind heute die größten Herausforderungen für Anleger im Allgemeinen?

Die immer komplexer werdende Welt und die Tatsache, dass viele Entwicklungen schwer absehbar sind – gerade die politischen Risikoherde wie der Brexit oder der Handelskrieg.

Sich von solchen Themen ablenken zu lassen, ist bei der Geldanlage fehl am Platz – gerade bei einem langfristigen Anlagehorizont hat die Geschichte gezeigt, dass ein langer Atem sich am Ende des Tages immer auszahlt. Die Unruhe an den Märkten wird sich in Zukunft nicht ändern, es wird laut bleiben und das Niedrigzinsumfeld wird uns ganz sicher noch eine sehr lange Zeit begleiten. Wir versuchen daher in erste Linie das Große und Ganze nicht aus dem Blick zu verlieren und die aktuellen Marktgeschehnisse ruhig und seriös für unsere Kunden einzuordnen.

Hast du hier eine konkrete Handlungsempfehlung für Anleger?

Das klingt zwar immer „recht einfach“ aber Anleger brauchen ein Regelwerk, an dem sie sich orientieren können. Ohne feste Regeln herrscht auch bei der Geldanlage ein reines Chaos. Zunächst muss jeder die Frage für sich selbst beantworten: „Was will ich erreichen, welches Ziel steuere ich an?“. Erst dann kann eine Strategie ausgearbeitet werden.

Es gibt digitale Vermögensverwalter, die über 20 unterschiedliche Portfolien anbieten, welche sich an der maximalen Verlusttoleranz des Anlegers in einem besonders schlechten Jahr orientieren und die sehr technisch argumentieren und vermeintliche Sicherheit vermitteln. Das ist sicherlich ein Ansatz, allerdings greift er aus meiner Sicht zu kurz. In meiner bisherigen Beratungspraxis ist mir noch kein einziger Kunde begegnet, der sich dem Thema Geldanlage mit der Frage danach, wie viel er maximal verlieren möchte angenähert hat.

Vielmehr stellt sich die Frage: „Möchte ich mein Vermögen aufbauen oder den aktuellen Wert meines Vermögens erhalten?“. Die Philosophie der Vermögensverwaltung bei der Kapilendo verfolgt den Ansatz diese beiden Fragen einerseits mit der Allwetter- und andererseits mit der Wertspeicher-Strategie zu beantworten. Innerhalb der Strategien wird das Vermögen sehr breit auf Aktien, Anleihen und Rohstoffe verteilt, um zum einen das Anlagerisiko zu minimieren und zum anderen Renditepotentiale auszuschöpfen.


Über Martin Klatt

Martin Klatt hat sein bisheriges Berufsleben bei der Weberbank verbracht und verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Vermögensanlage, Risikoabsicherung, Immobilien und Nachfolgeplanung. Bei der renommierten Privatbank war er in den vergangenen drei Jahren als Prokurist verantwortlich für den Aufbau des Immobilienmanagements. Davor betreute er im Private Banking des Berliner Traditionshauses einen Kundenstamm mit einem Anlagevolumen im dreistelligen Millionenbereich. Er ist zertifizierter Finanzplaner (CFP), zertifizierter Nachlassplaner (CEP) und hält einen Master of Business Administration der HHL Graduate School of Management in Leipzig.

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2 Kommentare zu “Martin Klatt im Gespräch: “Ohne feste Regeln herrscht auch bei der Geldanlage ein reines Chaos”

  1. Martin Krensel

    Guten Tag Herr Klatt,

    schön, dass Sie bei Kapilendo an Bord sind.

    Allerdings frage ich mich, in welchem Sinne SIe beraten. Normalerweise erhalten die so genannten “Berater” ja einen Obolus für Ihre Tätigkeit. Oder sie erhalten Provisionen bei der Vermittlung bestimmter Anlagen.

    Wie funktioniert das bei Ihnen/Kapilendo?

    Mit Interesse sehe ich Ihrer Antwort entgegen.

    Mit freundlichen Grüßem

    Martin Krensel

  2. Christian Lücke

    Hallo Herr Krensel,

    es freut mich, dass Sie sich für unsere Vermögensverwaltung interessieren. Bei Kapilendo funktioniert das folgendermaßen: Wir stellen für unsere Anleger ein Portfolio aus kostengünstigen ETFs auf Basis des erfolgreichen Allwetter-Ansatzes der Investorenlegende Ray Dalio zusammen. Die Portfolien sind so strukturiert, dass Sie Vermögen aufbauen können oder werterhaltend anlegen.

    Wir beschränken uns bei der Portfoliozusammenstellung auch nicht auf einzelne Anbieter, sondern wählen sehr gezielt die für die Umsetzung der Strategie optimal passenden ETFs aus. Diese ETFs werden innerhalb des Portfolios auch regelmäßig rebalanciert und auch ausgetauscht, wenn es der Umsetzung der Allwetter-Strategie dienlich ist. In erster Linie geht es bei unserer aktiv geleisteten Portfolioverwaltung darum, die Anlageziele unserer Anleger zu erfüllen und eine attraktive Rendite zu erzielen.

    Dafür erhalten wir keine Provisionen von den Anbietern, erheben aber für die aktive Portfolioverwaltung eine Servicegebühr in Höhe von 0,50 % auf das verwaltete Volumen. Die Gesamtkosten unserer ETF-Portfolios können Sie auch gern an dieser Stelle in unserer Vergleichstabelle einsehen: https://www.kapilendo.de/investment-management/etf-portfolios

    Wenn Sie mögen, melden Sie sich auch gern persönlich bei mir unter m.klatt@kapilendo.de und wir vereinbaren einen Telefontermin, an dem ich Ihnen die Konditionen noch einmal erläutern kann.

    Herzliche Grüße
    Ihr Martin Klatt

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