Im Kapilendo Innovation Lab entwickeln wir die digitale Finanzwelt der Zukunft – für Unternehmer und Investoren. Im Gespräch mit dem Leiter des Innovation Lab, Didier Goepfert, haben wir uns über dessen Vision und Mission unterhalten.

Didier, kannst du uns zu Beginn kurz etwas zur Mission des Kapilendo Innovation Lab erzählen?

Dafür gibt es eine Antwort:

Wir warten nicht auf die (R)Evolution in der Finanzwelt, sondern gestalten sie aktiv mit.

Deutsche Unternehmen stehen unter wachsendem Druck und suchen händeringend nach besseren Lösungen für ihre nächste Wachstums- oder Innovationsfinanzierung.

Unsere Erfahrung aus zahlreichen Finanzierungsprojekten und Gesprächen mit über 15.000 Unternehmern hat uns ein gutes Bild über die Bedürfnisse des Mittelstandes verschafft. Gebündelt mit einem hohen technologischen Knowhow bei uns im Team, entwickeln wir digitale – und vor allem – kundenzentrierte Finanzierungslösungen, die eine bessere Alternative zur klassischen Finanzierung über deren Hausbank darstellen. Die Abhängigkeit von Bankenfinanzierungen in Deutschland ist mit 90% enorm – das verschafft den Banken zu viel Spielraum.

Am Ende des Tages bauen wir bildlich gesprochen eine Brücke zwischen der klassischen und neuen Finanzwelt, um Produkte zu entwickeln, die Menschen das Leben einfacher machen.

Wieso braucht Banking für den Mittelstand eine Alternative?

Weil die meisten Player – typischerweise ganz klassisch die Banken – dem Trend der Zeit hinterherlaufen und nicht auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen. Man muss sich klar machen, dass große Technologieunternehmen Menschen das Leben in anderen Bereichen ihres Alltags signifikant erleichtern – warum also nicht auch im Banking?

Junge Fintechs wie N26 versuchen diese Form der Erleichterung schon seit einigen Jahren im Private Banking Segment einzuführen, während Firmenkunden noch sehr stark im alten System festhängen. Dabei ermöglichen Open Banking, dezentrale Vertrauensnetzwerke und intelligente, lernende Systeme neue und bessere Lösungen bei der Unternehmensfinanzierung, die das Leben tausender Unternehmer in Deutschland leichter machen können. Und genau diese finden und entwickeln wir hier im Kapilendo Innovation Lab.

Ihr entwickelt nicht nur Finanzierungslösungen für Unternehmer, sondern auch innovative Anlageprodukte für Investoren – wie zum Beispiel euren Kryptowert-Index. Wie passt beides zusammen?

Das lässt sich leicht erklären. Neben alternativen Finanzierungslösungen bieten wir interessierten Anlegern über unsere integrierte Vermögensverwaltung erstklassige Anlagemöglichkeiten an. Unsere Investment-Philosophie lebt ganz stark von der Bedeutung der Diversifikation bei der Altersvorsorge.

Vermögende Privatpersonen und Family Offices haben die Reize von Kryptowerten als Anlageklasse bereits vor einiger Zeit erkannt. Viele private Anleger ohne Millionen auf dem Konto und wenig Erfahrung mit dem Thema trauen sich noch nicht zu investieren – das muss nicht sein.

Deshalb haben wir uns für die Entwicklung des Kapilendo Kryptowert-Index entschieden, mit dem es unseren Kunden besonders leichtfallen wird, in diesen neuen Markt einzusteigen – ganze ohne professionelle Vorkenntnisse.

An welchen Projekten arbeitet ihr aktuell noch?

Hohe Priorität und Stolz genießt aktuell unser Service für digitale Wertpapiere, der demnächst live geht und mittelständischen Unternehmern den Weg hin zur nächsten Finanzierung leichter machen soll.

Außerdem haben wir mithilfe von APIs zu Moody’s eine Rating-Engine entwickelt, die Kreditentscheidungen für KMU-Finanzierungen nicht nur automatisiert, sondern auch innerhalb weniger Sekunden trifft.

Wer Interesse daran hat zu erfahren, an welchen weiteren Projekten wir noch so arbeiten, der ist jederzeit dazu eingeladen, einen Blick in unseren Produktraum zu werfen.

Lass uns kurz über euren Service für digitale Wertpapiere sprechen. Warum seht ihr gerade für den Mittelstand eine so hohe Relevanz?

Der deutsche Mittelstand ist heute zu stark von seinen Hausbanken abhängig. 90% der Unternehmen verfügen über lediglich eine Bankbeziehung und erhöhen so die Verhandlungsmacht der Banken – die Konditionen werden aufgrund steigender Regulierungsanforderungen besonders für kleine- und mittelgroße Unternehmen immer schlechter.

Über unseren Service für Digitale Wertpapiere drehen wir den Spieß um und übertragen die Kontrolle über die Finanzierung an die Unternehmer. Wer möchte, kann bereits heute eigene Wertpapiere bis zu einem Emissionsvolumen von 8 Millionen Euro mit beschränkter Prospektpflicht (notwendig ist lediglich ein sog. Wertpapierinformationsblatt) platzieren – ganz ohne Bank. Die Kosten liegen bei einem Bruchteil einer klassischen Emission. Da wir auf Intermediäre verzichten sparen Unternehmer wertvolle Zeit und Ressourcen, die sie auf das fokussieren können, was wirklich zählt – das eigene Unternehmen.

Heißt konkret, dass der Maschinenbauer von nebenan heute schon digitale Wertpapiere ausgeben kann?

Absolut. Und gerade hier liegt ein weiterer Vorteil. Der Mittelstand verfügt über ausgezeichnete Kundenbeziehungen, bei denen Loyalität eine große Rolle spielt. Schauen Sie sich einmal den iPhone-Hersteller Apple an. Apple Kunden können als „Fans“ des Unternehmens heute schon am Kapitalmarkt Aktien erwerben und am Erfolg des Unternehmens teilhaben.

Übertragen Sie diesen Sachverhalt einmal auf den Maschinenbauer von nebenan, der eine digitale Anleihe emittieren möchte, die von seinen Kunden erworben werden kann. Dadurch können langfristig viel gesündere Geschäftsmodelle und Finanzierungsstrukturen entstehen, wenn Unternehmen es schaffen, ihre Kunden in Investoren zu transformieren.

Viele Mittelständler werden noch von einem relativ konservativen Management geführt. Warum sollten sich deren Finanzvorstände für eine hoch-technologische Lösung entscheiden, anstatt für den Verbleib bei der Hausbank?

Eines ist uns klar: es gibt viel Skepsis. Doch die ist bei Innovationen immer da – und gerade sensible Themen wie Unternehmensfinanzierungen erreichen nochmal ein ganz anderes Level. Die Geschichte zeigt jedoch, dass sich neue Lösungen mit realem Nutzen und einer einfachen Adaption im Laufe der Zeit immer durchsetzen. So wird das bei digitalen Wertpapieren auch sein.

Außerdem sehen wir uns nicht als Ersatz von Hausbanken, sondern mehr als sinnvolle Ergänzung der Finanzierungsstruktur der Unternehmen. In den Fällen, wo die Bank keine passende Lösung bietet, sollen diese nämlich keine Kompromisse eingehen müssen, die ihre Geschäftsentwicklung bremst.

Das große Problem am Thema Blockchain liegt meiner Ansicht nach nicht in der Technologie selbst, sondern in der Kommunikation und Ausgestaltung der Produkte. Die ist heute noch zu komplex und sorgt für wenig Vertrauen, was absolut kontraproduktiv ist. Denn die Vorteile der Technologie liegen auf der Hand: Schneller, günstiger und bankenunabhängig finanzieren.

Unser Fokus liegt deshalb darauf eine Lösung zu entwickeln, die intuitiv zu bedienen, für einen 30 oder 60-Jährigen gleich einfach zu verstehen und sehr kosteneffizient ist. Dass das Ganze mit Blockchain zu tun, werden die meisten bei uns gar nicht erst merken.

Das klingt spannend. Die Bundesregierung hat im September bekannt gegeben, dass man „das deutsche Recht für Wertpapiere öffnen“ möchte.

Blockchain Finanzierungen und Kryptowerte sind ein sehr relevantes Thema in der Politik. Mit der Aufnahme des Verwahrgeschäfts von Kryptowerten in das Kreditwesengesetz (KWG) wurde dieses Jahr ein erster Meilenstein bei der Schaffung einer gesetzlichen Grundlage geschaffen.

Wir stehen regelmäßig im Austausch mit Vertretern aus der Politik, um die Entwicklung des rechtlichen Rahmens für digitale Wertpapiere voranzutreiben. Der Wille in der Politik ist in jedem Fall zu spüren, denn wie gesagt: die Vorteile bleiben nicht lange unentdeckt.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir Ende 2019 mit einem rechtlichen Rahmen für die Emission digitaler Wertpapiere rechnen können. Bleiben Sie also gespannt.

Lass uns noch kurz über euer Team sprechen. Wie genau entwickelt ihr neue Ideen für Lösungen?

Die große Stärke bei uns im Team liegt in der Kombination der traditionellen Generation mit der modernen, technologiegetriebenen Generation. Wir haben Mitarbeiter mit jahrzehntelanger Erfahrung bei traditionellen Banken, die ganz genau verstehen was aktuell schiefläuft und was unsere Kunden erwarten. Daneben steht ein junges Entwicklerteam, das versteht, wie man bequeme Lösungen zur Befriedigung dieser Bedürfnisse entwickelt – eine perfekte Symbiose.

Was außerdem ganz spannend ist, ist dass uns viele Ideen aus unserem hauseigenen Kundenservice erreichen. Dort stehen wir täglich im Gespräch mit zahlreichen Unternehmen und erfahren aus erster Hand von ihren Bedürfnissen. Ohne viel Zeit in Marktforschung zu investieren, können wir uns so direkt an die Entwicklung von Lösungen setzen, die das Leben dieser Unternehmer in Deutschland leichter machen.

 

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