Geld investieren - beachten Sie diese 10 Tipps vor dem Start

Geld investieren – beachten Sie diese 10 Tipps vor dem Start

„Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.“ Diesen schlauen Satz sagte einmal der Öl-Tycoon John D. Rockefeller. Und recht hatte er.

Bevor Sie mit mit dem Investieren anfangen, sollten Sie sich ein paar Gedanken machen. Es dauert nämlich wesentlich länger das Geld zu verdienen, als es in ein schlechtes Investment zu stecken. Oft erfolgen Investitionsentscheidungen überhastet. Damit Ihnen das nicht passiert, möchten wir Ihnen mit diesem Artikel gerne ein paar Denkanstöße zur Hand geben. Beachten Sie folgende Punkte, bevor Sie mit dem Investieren anfangen.

Tipp Nr. 1 – Legen Sie Ihre Ziele fest und schmieden Sie einen Plan

Geldanlage sollte stets bedarfsgerecht erfolgen. Deshalb steht am Anfang jeder Investorenkarriere immer die Zielsetzung. Was wollen Sie mit Ihrer Geldanlage erreichen? Nur wenn Sie Ihre Ziele kennen, können Sie die geeigneten Investment-Werkzeuge auswählen.

Die Ziele können höchst unterschiedlich sein. Jedes Ziel hat aber seine Berechtigung. Sei es, dass Sie für ein Eigenheim, eine Ausbildung oder einen Urlaub sparen. Das wichtigste ist, dass Sie wissen, wo Sie hinwollen. Nur wer seine Ziele kennt, kann Sie auch erreichen. Klingt logisch, oder? Stellen Sie sich zu den Anlagezielen folgende Fragen:

  • Was möchte ich mit meiner Investition erreichen?
  • Für was möchte ich sparen?
  • Wie viele verschiedene Ziele habe ich?
  • Sind meine Ziele realistisch?

Tipp Nr. 2 –  Legen Sie Ihren Anlagehorizont fest

Wichtig zu wissen ist, wie lange Sie Ihr Geld binden möchten. Dafür sind Ihre Ziele entscheidend. Anlagehorizont und Investmentziele korrelieren direkt miteinander. Während der Anlagehorizont bei der Altersvorsorge vielleicht bei 30 Jahren liegt, sind es für den Urlaub vielleicht nur 12 Monate.

Der Anlagehorizont sollte die Wahl Ihrer Anlageform maßgeblich beeinflussen. Als Faustregel gilt, dass Sie mit einem längeren Anlagehorizont mehr Risiken eingehen können, da Sie die meisten Krisen einfach aussitzen und auf bessere Zeiten warten können.

Natürlich beeinflusst auch das Alter den Anlagehorizont. Als Rentner macht es keinen Sinn, mit Blick auf die nächsten 40 Jahre zu investieren. Natürlich können Sie, je nach Ziel, verschiedene Anlagehorizonte wählen.

Stellen Sie sich dazu folgende Fragen:

  • Für wie lange möchte ich mein Geld binden?
  • Wann soll mein Geld verfügbar sein?
  • Wie lange kann ich auf mein Geld verzichten?
  • Wieviel Lebenszeit bleibt mir statistisch noch?

Tipp Nr. 3 – Werden Sie sich Ihrer Risikotoleranz bewusst

Die persönliche Risikotoleranz sollte Ihre Investitionsentscheidung maßgeblich beeinflussen. Nur wenn Sie dranbleiben und Ihre Plan durchziehen, haben Sie langfristig Erfolg beim Investieren. Die größten Feinde beim Investieren sind die Angst und die Euphorie. Je unemotionaler Sie dabei sind, desto rationaler werden Sie handeln.

Sie sollten sich also bewusst machen, wie viel Risiko Sie aushalten können, ohne unruhig zu werden. In der Ruhe liegt die Kraft, vor allem beim Investieren. Die eigene Risikotoleranz hängt auch vom Lebensalter ab. Junge Menschen können eher Risiken eingehen und sollten auf Vermögenswachstum setzen. Rentner dagegen sollte sicherheitsorientiert investieren und sich auf den Vermögenserhalt konzentrieren.

Mögliche Fragen könnten sein:

  • Bin ich eher ein konservativer, auf Sicherheit bedachter Anleger?
  • Sind mir Renditechancen wichtiger als mögliche Risiken?
  • Kann ich einen (Teil-)Verlust des Kapitals verkraften?
  • Kann ich Kursverluste ertragen, ohne unruhig zu werden?
  • Wie wichtig ist mir eine stabile Wertentwicklung?
  • Bin ich jung genug, um potenzielle Krisenjahre aussitzen zu können?

Tipp Nr. 4 – Tilgen Sie teure Schulden!

Den jahrzehntelang laufenden Baukredit sofort abzahlen zu wollen, macht sicherlich keinen Sinn. So würden Sie niemals mit dem Investieren beginnen, da Sie wahrscheinlich die nächsten 10 Jahre nur mit dem Abbezahlen des Kredits beschäftigt wären.

Allerdings sollte Sie vor dem Investieren teure Kredite möglichst tilgen. Dazu gehören vor allem Kreditkartenschulden bzw. Dispokredite, deren Zinsen oft über 12 Prozent im Jahr liegen. Sorgen Sie also dafür, dass Sie quitt mit Ihren teuren Gläubigern sind, bevor Sie mit dem Investieren anfangen. So haben Sie mehr Freiraum und die nötige Muße, um mit klarem Kopf erfolgreich Geld anzulegen.

Tipp Nr. 5 – Ermitteln Sie Ihren persönlichen Sparbetrag

Machen Sie sich vor dem Investieren bewusst, wie viel Geld Sie sorglos in Ihre Anlageziele stecken können. Dafür müssen Sie Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen und schauen, wieviel Geld Ihnen jeden Monat zur freien Investition verfügbar bleibt.

Legen Sie Ihren Sparbetrag ruhig etwas niedriger fest. Das Wichtigste ist nämlich, dass Sie Ihn langfristig halten können, ohne in finanzielle Engpässe zu geraten. Der Zinseszins ist Ihr Freund und Geldanlage ist vor allem langfristig erfolgreich. Übrigens: Selbst ein kleiner Einstieg lohnt sich. Mit nur 50 € im Monat können Sie schon privat für Ihr Alter vorsorgen. Je früher Sie damit beginnen, desto besser.

Tipp Nr. 6 – Legen Sie eine Notfallrücklage an

Unerwartete Ausgaben können jederzeit zuschlagen und Sie in finanzielle Bedrängnis bringen. Vor allem kaputte Haushaltsgeräte oder Autoreparaturen können schnell ein Loch in die Haushaltskasse reißen.

Damit Sie unerwartete Ausgaben nicht durch die Liquidierung Ihres Investment-Portfolios begleichen müssen, sollten Sie eine Notfallreserve anlegen. Dafür sollten Sie möglichst den Lebensunterhalt für mindestens sechs Monate zurücklegen. So haben Sie selbst bei Arbeitslosigkeit etwas Spielraum, um sich etwas Neues einfallen zu lassen.

Zur Verwahrung der Notfallrücklage können Sie flexible und als sicher geltende Geldanlagen wie Tagesgeld wählen. Beachten Sie aber, dass die Zinsen von Tagesgeld aktuell unter der Inflation liegen.

Tipp Nr. 7 – Beginnen Sie möglichst früh mit dem Geldanlegen

Je früher man anfängt zu investieren, desto mehr profitiert man vom Zinseszins. Selbst wenn man nur monatlich Minimalbeträge investiert, erhöht der Faktor Zeit die eigene Rendite wesentlich. Vor allem für junge Menschen lohnt sich der Einstieg fast immer, selbst wenn man nur geringe Beträge zur Verfügung hat.

Tipp Nr. 8 – Setzen Sie niemals alles auf eine Karte

Langfristiger Erfolg in der Geldanlage hängt weniger von spektakulären Coups ab, sondern von einer ausgewogenen und bedarfsgerechten Anlagestrategie. Deshalb sollte man beim Investieren niemals alles in eine Anlage stecken. Diversifikation ist das Stichwort und meint, das eigene Kapital auf verschiedene Anlageklassen und Werte zu verteilen. Anstatt also jeden Monat 100 € in eine Einzelaktie zu investieren, sollte man lieber einen Fonds wählen oder jeweils 50 € in zwei verschiedene Fonds investieren.

Diversifizieren sollte man auch zwischen den Anlageklassen. Also zum Beispiel nicht nur in Aktien investieren, sondern auch in Immobilien, Anleihen, Edelmetalle oder alternative Investments. So kann man sich ein Portfolio ganz nach den persönlichen Bedürfnissen und der eigenen Risikotoleranz zusammenstellen.

Tipp Nr. 9 – Achten Sie auf die Kosten!

Egal ob online oder offline: meist werden Sie beim Investieren nicht um Gebühren herum kommen. Achten Sie deshalb vor einer Investition immer auf die Gebühren.  Es lohnt oft, den günstigeren Anbieter zu wählen. Viele Fondsangebote enthalten versteckte Kosten wie den Ausgabeaufschlag, Transaktionsgebühren, Depotgebühren und Performancegebühren, die dementsprechend die Rendite schmälern. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern sind teilweise groß.

Die höchsten Kosten entstehen meist beim Umschichten und beim Vertragsabschluss. Aus diesem Grund hat der ein oder andere Finanzberater Interesse daran, Ihr Portfolio in Bewegung zu halten.

Als günstige Einstiegsmöglichkeit bieten sich ETFs an. Gegenüber herkömmlichen Investmentfonds haben Sie den Vorteil, dass Sie keinen Ausgabeaufschlag oder eine Performancegebühr verlangen. Lediglich eine Managementgebühr wird jährlich abgerechnet. Diese liegt aber wesentlich unter den Gebühren der traditionellen Investmentfonds.

Tipp Nr. 10 – Beachten Sie Steuern und Inflation

Neben den Verwaltungskosten der Geldanlagen kommen noch Steuern und die Inflation hinzu! Beachten Sie, dass sie 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag (und ggf. Kirchensteuer) auf Ihre Kapitalgewinne zahlen müssen.

Die Inflation müssen Sie ebenfalls beachten. Sie schmälert Ihre effektive Rendite. Im Durchschnitt um 2 Prozent jährlich. Vorher also unbedingt gucken, ob Ihr Investment die Inflation ausgleicht!

 

Wenn Sie diese 10 Tipps bei der Geldanlage beachten, befinden Sie sich auf einem guten Weg, damit auch aus kleinen Beträgen ein kleines Vermögen wird.

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