Gesetzliche Rente, Riester-Rente, Rürup-Rente oder doch lieber selbst vorsorgen – zum Beispiel mit ETFs? Für die Altersvorsorge gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Hier den Überblick zu behalten, fällt nicht immer leicht. Trotzdem ist es wichtig, sich mit dem Thema zu beschäftigen – je früher, desto besser.

Warum muss ich vorsorgen?

Mit Eintritt in den Ruhestand fällt das Arbeitseinkommen weg. Um es zu ersetzen, brauchen Sie ab jetzt alternative Einkommensquellen. In Deutschland gibt es drei Säulen, die sich für eine Altersabsicherung eignen: Gesetzliche Rente, Betriebsrente und private Vorsorge.

Im Alter finanziell sorglos zu leben wünschen sich nach einer Studie von Investor Pulse 74 % der Deutschen. Doch mit der gesetzlichen Alterssicherung allein funktioniert das nicht. Das Problem ist seit langem bekannt: Wegen der höheren Lebenserwartung und geringen Geburtenraten müssen immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner sorgen. Heute liegt das durchschnittliche Rentenniveau laut Deutscher Rentenversicherung nur bei 47,6 % vor Steuern.

Kennen Sie Ihre Rentenlücke?

Um zu wissen, wie groß Ihre Lücke zwischen aktuellem Einkommen und zukünftiger Rente wirklich ist, kommen Sie um eine Bestandsaufnahme nicht herum. Nur so finden Sie heraus, wie viel Rente aus Ihrer Pflichtabsicherung Sie voraussichtlich erhalten. Viel mehr als eine Basisversorgung im Alter sollten Sie als Angestellter allerdings nicht erwarten. Auch, wenn Sie Ihr gesamtes Berufsleben in die gesetzliche Altersvorsorge eingezahlt haben.

Sie sind noch nicht sicher, wie viel Kapital Sie im Alter benötigen? Ermitteln Sie hier Ihre Rentenlücke (Focus-Beitrag).

Für mehr Lebensqualität: Zusätzlich absichern

Damit Sie auch im Alter sich Ihre Lebensqualität bewahren und finanziell auf der Sonnenseite stehen, ist es wichtig, sich zusätzlich privat abzusichern.

Diese Möglichkeiten der Altersvorsorge sollten Sie kennen

Die öffentlich-rechtlichen Systeme bilden die erste Säule der Vorsorgemöglichkeiten. In erster Linie sind das die gesetzliche Rentenversicherung und berufsständische Versorgungswerke. Als Beamtin oder Beamter sind Sie in der Beamtenversorgung. In der Regel stellen diese Vorsorgeformen lediglich eine Grundversorgung sicher. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind automatisch versichert.

Vorsorge-Systeme der betrieblichen Altersvorsorge sind in der zweiten Säule zusammengefasst. Hierzu zählen die betrieblichen Pensionskassen und Pensionsfonds, Direktversicherungen oder Direktzusage des Arbeitgebers sowie Unterstützungskassen. Auch diese Beiträge können staatlich gefördert sein. Sie kommen vor allem für Angestellte infrage und werden oft als Betriebsrente bezeichnet.

Alle privaten Sparleistungen fallen in die dritte Säule. Neben klassischen Versicherungen wie Kapitallebens- und Rentenversicherungen sind das auch private Sparpläne. Zum Beispiel zugunsten eines ETF-Portfolios oder auch die Sparleistung in die eigene Immobilie. Riester-Verträge sind meist als staatlich geförderte fondsgebundene Rentenversicherung oder Fondssparpläne ausgestaltet. Hier zahlt der Staat Zulagen zu den Beträgen und lässt die Absetzung von der Steuer zu.

Welche Art der Altersvorsorge passt zu mir?

Haben Sie erstmal Ihren Vorsorgebedarf ermittelt, folgt die Qual der Wahl nach der besten Art und Weise. Jeder Weg hat seine Vor- und Nachteile. Am Ende müssen Sie entscheiden, auf Basis Ihrer persönlichen Situation, Ihrer Zukunftspläne und Ihrer persönlichen Präferenz.

Diese Fragen helfen bei der Entscheidung über Ihre Altersvorsorge:

  1. Welche Vorsorgeform können Sie überhaupt wählen? Welcher Durchführungsweg für Sie möglich ist, hängt unter anderem von Ihrer Berufsgruppe bzw. Arbeitsverhältnis ab.
  2. Für welche Produkte und bis zu welcher Beitragshöhe können Sie staatliche Unterstützungen bekommen aufgrund ihrer Einkommens- oder Familiensituation?
  3. Wie viel Flexibilität möchten Sie behalten, z.B. weil sich Ihre persönliche Situation ändern wird?
  4. Welcher Anlagetyp sind Sie? Bevorzugen Sie eine geringe, aber relativ sichere Rente oder möchten Sie die Chancen an den Kapitalmärkten (beispielsweise über ETFs) stärker nutzen?

Für welche Vorsorgeform Sie sich auch entscheiden, Sie sollten sich nicht nur auf eine einzige verlassen. Auch die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt für eine ausreichende Altersvorsorge, alle drei Säulen zu besparen.

Private Altersvorsorge macht den Unterschied

In der privaten Altersvorsorge gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Überlegen Sie sich zunächst eine Strategie. Und beachten Sie dabei folgende Grundprinzipien:

  • Ihre Anlagestrategie muss zu Ihnen passen. Sie muss sich nach Ihrem Lebensalter, Ihrer Lebenssituation, bisher angespartem Vermögen und Ihren persönlichen Zielen richten.
  • Je früher Sie mit Ihrem Sparplan anfangen, desto besser. Durch den Zinseszinseffekt können über lange Zeiträume beträchtliche Summen zusammenkommen. Die bereits angesammelten Zinsen erfahren erneut einen Wertzuwachs – und das Jahr um Jahr.
  • Unterschätzen Sie nicht die Inflation, die Ihr Vermögen schleichend entwertet. Investitionen in Sachwerte wie Aktien und Immobilien profitieren langfristig von Inflation und Preissteigerungen.

Wie funktioniert die flexible Altersvorsorge?

Die private Altersvorsorge kann den entscheidenden Unterschied beim Ruhestand ausmachen. Hier können Sie aus allen Möglichkeiten der Anlage wählen. Die Höhe Ihrer Beiträge bestimmen Sie selbst. So bleiben Sie flexibel.

Die Ergebnisse sind abhängig davon, wie viel Risiko Sie eingehen möchten. Je mehr Risiko Ihre Anlage hat, desto größer kann die Abweichung von der geplanten späteren Rente ausfallen – sowohl im Negativen, aber auch im Positiven.

  • Versicherungen stehen für Sicherheit und garantierte Verzinsung. Allerdings stehen heute äußerst niedrigen Zinsen relativ hohen Abschluss- und Verwaltungskosten gegenüber.
  • Immobilien stehen für Wertbeständigkeit und haben in den vergangenen Jahren vielerorts zu hohen Wertsteigerungen geführt. Doch das ist nicht überall so – vor allem in ländlichen Gegenden. Außerdem bedarf es der Pflege und dem Management der Immobilien, was viele unterschätzen.
  • Wertpapiere wie ETFs, Aktien und Fonds bieten einen einfachen Zugang zu den Wertentwicklungen an den Kapitalmärkten. Entsprechend attraktiv sind die Renditechancen. Sie unterliegen allerdings auch Kursschwankungen.

Darum eignen sich Indexfonds (ETFs) zur Altersvorsorge

Wer flexibel bei der Altersvorsorge bleiben möchte und keine langen Vertragslaufzeiten mag, für den eignet sich die Geldanlage in börsengehandelten Indexfonds, sogenannte ETFs. Das sind Wertpapiere, welche die Wertentwicklung eines Börsenindex, z.B. dem Deutschen Aktienindex DAX oder dem US-amerikanischen Index Dow Jones nachbilden. ETFs, was für Exchange Traded Funds steht, bieten Anlegern so einen einfachen und kostengünstigen Zugang zu den Anlagechancen sehr vieler unterschiedlicher Wertpapiere. Das ist auch der Grund, warum heute professionelle Investoren meist auf die Geldanlage mit ETF setzen.

Achten Sie auf die Kosten der ETF-Altersvorsorge

Wie wichtig die Kontrolle der ETF-Kosten besonders im aktuellen Niedrigzinsniveau ist, soll folgendes Beispiel zeigen:

Bei monatlichen Einzahlungen von 100 Euro und einer jährlichen Verzinsung von 6 %, wächst Ihr Vermögen ohne Gebühren in 20 Jahren auf rund 43.400 Euro. Aufgepasst: Zahlen Sie einen einmaligen Ausgabeaufschlag von 5 % und laufende Gebühren von 2 %, liegt Ihr Vermögen bei gleicher Verzinsung nur bei 34.760 Euro. Damit ist es also um fast 9.000 Euro niedriger.

Solch hohe Gebühren sind häufig bei aktiv verwalteten Fonds zu beobachten. Günstige ETF-Anbieter liegen dagegen bei unter 1 % laufenden Gebühren pro Jahr und erheben keine Gebühr für die Ausgabe.

Wie beginne ich mit dem Aufbau meiner Altersvorsorge mit ETF-Sparplan?

Für die Geldanlage in ETFs benötigen Anleger ein Wertpapierdepot, in dem die Wertpapiere verwahrt werden. Banken und Sparkassen bieten solche Depots an. Besonders günstig sind meist die Direktbanken, die Ihren Service ausschließlich digital anbieten. Neben dem Wertpapierdepot wird ein Geldkonto benötigt, von welchem die Sparbeiträge abgebucht und Erträge gutgeschrieben werden.

Inzwischen gibt es in Deutschland tausende unterschiedlicher ETFs. Unterschiedliche Anlageklassen, Gebühren, Produktanbieter, Währungen und Rechtsformen machen die Auswahl nicht leicht – gerade für Laien. Natürlich sind dem im Internet viele Details zu entnehmen. Was aber, wenn man gar nicht weiß, wonach man suchen muss?

Wo informiere ich mich am besten über die Geldanlage in ETFs?

Eine einfache und direkte Lösung sind digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisor. Sie kümmern sich um die Eröffnung eines passenden Wertpapierdepots mit entsprechendem Geldkonto für Ihre Kunden. Zusätzlich stellen Sie ein Portfolio aus den geeigneten ETFs zusammen und kümmern sich darum, dass dieses so aufgeteilt wird, wie es der Kunde vorgibt. Außerdem investiert er die monatlichen Einzahlungen und stellt Abwicklung der Wertpapiertransaktionen sicher. Dank digitaler Prozesse verlangen Robo-Advisor meist sehr geringe Gebühren für Ihre Dienstleistungen.

Warum eignen sich ETFs für die flexible Altersvorsorge?

Auch wenn keine weiteren staatlichen Förderungen für die Vorsorge mit ETFs bestehen, so haben Anleger den großen Vorteil der vollen Flexibilität. Sie können jederzeit die Anlagestrategie wechseln, die Beitragshöhe Ihres ETF-Sparplans anpassen oder auch vorzeitig Geld entnehmen.

Häufige Frage: ETF und Steuern

Die private Altersvorsorge in einen ETF-Sparplan profitiert aktuell nicht von einer staatlichen Förderung. Die Beiträge sind aus dem bereits versteuerten Nettoeinkommen zu entrichten. Auch bei den Erträgen wie Zinsen, Kursgewinne und Dividenden von Aktiengesellschaften fallen Steuern an. Pauschal werden sie mit 25 % Kapitalertragssteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer belegt. Die Depotbanken führen diese Steuern direkt an das Finanzamt ab, sodass Anleger diese nicht mehr in ihrer Steuererklärung deklarieren müssen. Seit 2018 müssen deutsche Fonds und ETFs auf ihre Erträge eine Körperschaftsteuer von 15 Prozent aus dem Fondsvermögen bezahlen. Ausgenommen davon sind reine Rentenfonds. Damit Sie als Anleger nicht zweimal zur Kasse gebeten werden, wurden Teil-Freistellungen eingeführt.

Eine steuerliche Erleichterung bringt der Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro bzw. 1.602 Euro bei Verheirateten. Bis zu dieser Höhe werden keine Steuern auf Erträge abgezogen, wenn ein entsprechender Freibetrag bei der Bank hinterlegt wurde.

Fazit: Die Altersvorsorge sinnvoll mit einem ETF-Sparplan ergänzen

Wer auch im Alter seinen Lebensstandard behalten möchte, der muss vorsorgen. Allein mit der gesetzlichen Rente wird es sonst nicht gelingen. Für die private Altersvorsorge gibt es eine Vielzahl von Durchführungswegen. Mit einem ETF-Sparplan haben Sie eine flexible und kostengünstige Alternative, die Sie so ausgestalten können, wie es für Sie am besten ist.

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