Wer die Wahl hat, hat die Qual.

ETFs erfreuen sich seit einigen Jahren an Beliebtheit. Sie sind transparent, kostengünstig und lukrativ. Mit steigendem Interesse wächst auch die Auswahl von Exchange Traded Funds (kurz ETF). Dabei ist es unübersichtlich geworden für Anleger. Grund dafür ist eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte. Es bedeutet Aufwand und Recherche, die richtigen ETFs auszuwählen und nicht durch Fehler beim Kauf Geld zu verlieren.

Laut Statista.com gab es Anfang 2020 weltweit 6.970 ETFs. Es ist mühsam, sich im Dschungel der vielfältigen Möglichkeiten zurechtzufinden.
Wir möchten Ihnen die Auswahl erleichtern.
Diese Checkliste fasst die wichtigsten Kriterien zusammen, auf die Sie achten sollten.

1. Grundsätzliche Überlegungen vor Ihrem Investment

Bevor Sie sich im Detail mit der ETF-Auswahl beschäftigen, sind ein paar grundsätzliche Überlegungen anzustellen.

Beantworten Sie folgende Fragen für sich:

  • Welche Ziele verfolge ich mit einem Investment?
  • Wie lange soll mein Geld gebunden werden?
  • Welches Risiko bin ich bereit, einzugehen?
  • Wie hoch ist mein persönlicher Sparbetrag?


Es ist besonders wichtig, diese Fragen zu beantworten. Die 10 besten Tipps vor dem Investieren finden Sie hier.

2. Voraussetzungen für den ETF-Kauf

Ein Wertpapierdepot ist Voraussetzung für den Kauf von ETFs.
Wie Sie ein gutes Depot erkennen und welches Depot zu Ihnen passt, erklärt der Ratgeber von Finanztip.

Tipp: Bei vielen Anbietern ist das Depot kostenfrei.

3. Wie groß ist der Zeitaufwand beim ETF-Kauf?

Viele Anleger nehmen den Kauf von ETFs selbst in die Hand. Dabei ist die Vorbereitung entscheidend. Überstürzte Kaufentscheidungen kosten meist Geld und führen zu Frust. Es braucht Zeit und Recherche, die wichtigsten Merkmale zu verinnerlichen. Danach können Sie selbständig Anlageentscheidungen umsetzen. Das spart die Kosten für externe Berater.

Sie wollen keine Zeit investieren und kein Risiko eingehen, Fehler bei der Geldanlage zu machen? Robo-Advisor bieten kostengünstig individuelle Portfolios an. Der Anbieter übernimmt die laufende Verwaltung. Das schont die Nerven und vermeidet grundsätzliche Fehler bei der Geldanlage.

Im Echtgeld-Test können Sie die Entwicklung der Robo-Advisor beobachten. Achten Sie auch auf Krisenentwicklungen, wie z.B. während des ersten Lockdowns der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020.

4. Was kosten ETFs?

Im Vergleich zu aktiv verwalteten Investmentfonds haben Indexfonds nur geringe Gebühren. Die gesparten Gebühren kommen dem Anleger in Form einer besseren Wertentwicklung zugute.

Bei ETF gilt es, Kostenunterschiede zu beachten. Das Gros der ETF-Gebühren bewegt sich zwischen 0,1 %-0,5 % pro Jahr.

Beeinflusst werden die Kosten durch: Das Anlageuniversum, die Replikationsmethode und den Anbieter. Bei vergleichbaren Produkten gilt grundsätzlich: Je niedriger die Gebühren, desto besser für den Anleger. Zusätzliche Beachtung gilt den Depot- und Transaktionskosten bei der Bank.

Überlassen Anleger den ETF-Kauf einem Robo-Advisor, zahlen sie zusätzlich zu den Produktkosten ein Verwaltungsentgelt. Achten Sie darauf, dass dies transparent dargestellt ist und keine versteckten Kosten enthält. 

5. Welchen Betrag sollte ich in ETFs investieren?

Beantworten Sie zunächst die Frage: Wie viel Geld muss ich als Notreserve zurücklegen? Alles, was Sie nicht für kurzfristige Anschaffungen oder als Notreserve benötigen, sollten Sie anlegen. Je größer die Anlagesumme, desto breiter die Diversifizierung.

Klein anfangen lohnt sich. Starten Sie mit ein bis zwei ETFs.
Ein gut diversifiziertes ETF-Portfolio und andere Vermögenswerte, wie Gold, Immobilien und Kryptowährungen runden Ihr Investment-Portfolio ab.

6. Zinseszins oder Auszahlung – Sie haben die Wahl

Die im Indexfonds erwirtschafteten Erträge werden von ETFs entweder zu festen Terminen ausgeschüttet oder sofort wieder angelegt (thesauriert). Seit der Investmentsteuerreform gibt es aus steuerlicher Sicht kaum Unterschiede für Privatanleger.

Wer regelmäßige Geldflüsse auf dem Konto möchte, wählt einen ausschüttenden ETF. Thesaurierende Indexfonds reinvestieren die Erträge automatisch. Sie eignen sich durch den Zinseszins-Effekt vor allem zum Vermögensaufbau und zum Sparen.

7. Sparplan oder Einmalzahlung

Viele ETFs sind sparplanfähig. Das ist wichtig, wenn Ihnen keine einmalige größere Summe zur Verfügung steht, mit der Sie starten können.

ETF-Sparpläne gibt es ab 25 Euro. Möchten Sie mit einer größeren Summe ab 5.000 oder 10.000 Euro keine Fehler machen, ist ein Robo-Advisor eine gute Partie.

Welche Vorteile Sparplan und Einmalzahlung haben und wie Sie beides am besten miteinander kombinieren, lesen Sie hier.

8. Welcher Index liegt dem ETF zugrunde?

Ein ETF bildet die Wertentwicklung eines bestimmten Index ab. Daher werden sie auch als Indexfonds bezeichnet. Der Index gibt das Anlageuniversum vor.

Zunächst die wichtigste Entscheidung: Die Auswahl des Anlageuniversums. In welchen Markt möchten Sie investieren? Dies ist abhängig von den grundsätzlichen Überlegungen, die Sie in Punkt 1 getroffen haben.
Je weniger ETFs in Ihrem Portfolio sind, desto breiter diversifiziert sollte der Markt sein. (Desto mehr unterschiedliche Titel sollte der zugrundeliegende Index aufweisen.)

Diversifikation und ein besseres Chance-Risikoprofil erhält man, wenn die einzelnen Titel bzw. ETFs unterschiedlicher Natur sind.

Beispiel:

  • Zwei Deutschland Aktien ETFs = ähnliche Entwicklung
  • Deutsche Aktien ETF + Staatsanleihen ETF = unterschiedliche Entwicklung → geringeres Schwankungsrisiko

9. Wie wird der Index nachgebildet?

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen, um den zugrundeliegenden Index nachzubilden: Sogenannte “Replikationsmethoden”. Festgelegt sind sie in den Bedingungen des jeweiligen Produkts.

  • Physische Replikation: Die dem Index zugrundeliegenden Wertpapiere werden direkt vom ETF gekauft und gehalten. Ein DAX-ETF besteht aus den 30 (bald 40) Aktien, die im DAX-Index enthalten sind. Beim MSCI World ETF mit über 1.600 Einzelaktien ist es komplizierter, den Index vollständig abzubilden. Dabei kommt das optimierte Sampling zum Einsatz. Es werden nicht alle Aktien gekauft, sondern nur diejenigen, die einen großen Einfluss auf die Indexentwicklung haben. So kann die Indexentwicklung entsprechend gut nachgebildet werden.
    • Vorteil: Diese Methode bringt genaue Klarheit über die Einzelwerte, in die der ETF investiert ist.
    • Nachteil: Die physische Replikation kostet durch den größeren Aufwand der Nachbildung mehr Gebühren.
  • Synthetische Replikation: Hierbei wird die Indexentwicklung mit einem sogenannten Swap (Engl. für Tausch) getauscht. Anleger können damit in neue Märkte und Anlageklassen investieren.
    • Vorteil: In der Regel ist diese Methode günstiger, als phsyisch nachgebildete Produkte.
    • Nachteil: Auch wenn diese Tauschgeschäfte meist mit Sicherheiten hinterlegt sind, besteht für den Anleger das Risiko, dass der Swap-Partner des ETF ausfällt.

10. Das Fondsvolumen und warum es wichtig für die ETF-Auswahl ist

Indexfonds verwalten unterschiedlich hohe Volumina. Dabei sollte das Volumen des ETF zur Größe des unterliegenden Marktes passen. Wird ein Fonds zu klein, droht die Zusammenlegung mit einem anderen Produkt. Um dem vorzubeugen, sollten Anleger ETFs wählen, deren Volumen größer als 100 Mio. Euro beträgt. Grundsätzlich hat das Fondsvolumen aber keinen Einfluss auf die Wertentwicklung.


Haben Sie schon in ETFs investiert?

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Zu viele Punkte, die beachtet werden müssen?

Die ETF-Portfolios von Kapilendo sind so kostengünstig, dass sich selber machen fast nicht lohnt. Zusammengesetzt aus rund 20 ETFs verbinden sie stabile Renditen mit geringer Volatilität. Auch in Krisenzeiten hat sich unsere Strategie bewährt und vielen Anlegern große Verluste erspart.

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2 Kommentare zu “ETFs kaufen: Checkliste für die beste ETF-Auswahl

  1. Friedhelm Hartmann Reply

    Guten Morgen,
    kann ich bei Ihnen einen Sparplan (ab 25,00 Euro) als ETF anlegen und können Sie mir einige ETF`s mit Wertentwicklung, die von Ihnen verwaltet, bzw. vertrieben werden, nennen.
    Mit freundlichem Gruß

    • Anne Schnürpel

      Hallo Herr Hartmann,
      die Kapilendo ETF-Portfolios sind ab 50 € sparplanfähig. Das Mindestinvestment liegt hier bei 10.000 €.
      Hier können Sie die den Aufbau und die Wertentwicklung unseres Allwetter-ETF Portfolio Green nachlesen.
      Viele Grüße, Anne von Kapilendo

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