Viele Sparer zögern, mit der Geldanlage zu beginnen. Wertpapiere wie ETFs unterliegen schließlich Preisschwankungen. Wer möchte schon versehentlich im falschen Moment einsteigen und im Anschluss Verluste riskieren? Die Wahrheit ist: Den besten Zeitpunkt für den Start genau zu treffen, ist nahezu unmöglich.

Damit Ihnen ein guter Start in die Vermögensanlage mit ETFs gelingt, beachten deshalb Sie diese Leitlinien.

Verschiedene Möglichkeiten des ETF-Sparens

Ob Altersvorsorge oder Vermögensaufbau – Exchange Traded Funds (ETFs oder Indexfonds) sind eine effiziente und kostengünstige Anlagemöglichkeit. Mit ihnen erreichen Sie auch bei geringen Anlagebeträgen eine breite Streuung in unterschiedliche Aktien, Anleihen oder Rohstoffe. Das macht ETFs nicht nur für einmalige, große Anlagesummen interessant, sondern auch für regelmäßige Sparbeiträge.

Haben Sie einen hohen Betrag angespart?

Ob eine Anlage mit hohem Startbetrag überhaupt infrage kommt, hängt natürlich zunächst davon ab, ob bereits ein größerer Geldbetrag zur Verfügung steht. Egal, ob aus einer Schenkung, Erbschaft oder einfach über die Zeit angesammeltes Geld auf dem Girokonto.

… oder starten Sie lieber mit kleineren Beträgen?

Mit einem ETF-Sparplan investieren Sie auch kleine Beträge regelmäßig über viele Jahre hinweg. Ein sinnvoller Weg, wenn Sie noch kein größeres Vermögen angespart haben. Am Ende – beispielsweise zum Renteneintritt – entsteht so ein großer Kapitalbetrag. Auch eine Kombination aus hoher Einzahlung zum Start und ETF-Sparplan ist möglich.

Die Einmalanlage: Start mit hoher Anlagesumme

Steht Ihnen ein höherer Betrag zur Anlage zur Verfügung, kann sich eine sofortige Investition lohnen. Zwar besteht die Möglichkeit, dass die Börsenkurse nach Kauf fallen, auf der anderen Seite besteht allerdings auch die Chance, günstige Kurse genutzt zu haben.

Zinseszinseffekt ist höher als bei ETF-Sparplänen

Sie profitieren ab Einzahlung mit dem gesamten Betrag unmittelbar von der Kapitalmarktentwicklung und so auch vom Zinseszins.

Albert Einstein bezeichnete den Zinseszinseffekt einst als „achtes Weltwunder“. Wer an der Börse erzielte Erträge immer wieder anlegt, kann damit in der Zukunft weitere Erträge erzielen und so sein Gewinn erstaunlich steigern.

Achtung bei einmaligen Investments: Diversifizieren nicht vergessen

Achten Sie auf eine breite Streuung, um das Anlagerisiko unter Kontrolle zu halten. Das Maß der Risikostreuung ist dabei von dem gewählten Index abhängig. Der Indexfonds “MSCI World” investiert beispielsweise weltweit in Aktien und ermöglicht so eine breite Diversifikation über unterschiedliche Märkte. Die beste Risikostreuung gelingt, wenn in mehr als nur einen ETF investiert wird. Investieren Sie lieber in ein Portfolio mit ganz unterschiedlichen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffen.

Der ETF-Sparplan: Regelmäßig sparen

Bei ETF-Sparplänen wird regelmäßig und automatisch ein bestimmter Betrag vom Girokonto abgebucht. Dieser wird direkt in ein ETF oder ETF-Portfolio investiert. Die meisten Menschen wählen eine monatliche Einzahlung für ihren Sparplan. Sie benötigen ein Depot bei einer Bank, wo die erworbenen ETFs verbucht und anschließend verwahrt werden. Oft eröffnen Sie dies automatisch, wenn Sie sich für ein ETF-Produkt oder einen Anbieter registrieren.

Wie einen ETF-Sparplan einrichten?

Sie hinterlegen zur Einrichtung Ihres Sparplans einfach bei der Depotbank oder dem Robo-Advisor einen Auftrag, in dem festgelegt ist,

  • welcher Betrag,
  • in welchem Rhythmus,
  • in welchen ETF bzw. in welches ETF-Portfolio

investiert werden soll. Ein großer Vorteil solcher ETF-Sparpläne ist, dass diese sehr flexibel gehandhabt werden können. Änderungen, zum Beispiel in der Höhe der Sparbeiträge oder dem Rhythmus, sind jederzeit möglich.

Sparplan nach dem Vorsatz “pay yourself first”

Durch die regelmäßigen Abbuchungen lässt sich das eigene Sparverhalten auf einfache Weise disziplinieren. Das monatliche Sparen folgt dem Prinzip „pay yourself first“ („bezahle dich zuerst“) und hilft beim langfristigen Vermögensaufbau. Wenn das Geld unmittelbar nach Gutschrift auf dem Girokonto für den Sparplan abgebucht wird, steht es auch nicht mehr für „unnütze“ Ausgaben zur Verfügung.

Regelmäßige Sparrate senkt das Risiko

ETF-Sparpläne bieten einen besonderen Vorteil gegenüber einer einmaligen Einzahlung. Investieren Sie monatlich immer wieder die gleichen Summen, verringert dies das Risiko des Einstiegszeitpunktes. Fallen die Börsenkurse, werden mehr ETF-Anteile gekauft, da diese vorübergehend günstiger sind. Im Börsenhoch werden entsprechend weniger teurere Anteile gekauft. Dadurch investieren Anleger antizyklisch, was sich langfristig als erfolgreiche Strategie herausgestellt hat.

Über einen längeren Zeitraum erreichen Anleger so einen Durchschnitts-Einstiegskurs. Dieser Effekt wird “Cost-Average-Effekt” genannt und nimmt die Gefahr, übermäßig emotional auf Börsenschwankungen zu reagieren. Die unwahrscheinliche Möglichkeit, all sein Geld genau am Börsenhoch einzusetzen, wird so ausgeschlossen.

Fazit: Die starke Kombination aus Einmalzahlung & Sparplan

Für diejenigen, die ohne großes Startkapital eine sinnvolle Geldanlage wollen, ist ein monatlicher Sparplan eine gute Entscheidung. Wenn Sie einen Weg suchen, ihr bereits angespartes Vermögen anzulegen, dann ist ein einmaliges Investment die passende Variante.

Viele Vorteile in der Kombination

Haben Sie jetzt eine größere Summe zur Verfügung und wollen gleichzeitig mit Ihrem monatlichen Einkommen vorsorgen? Dann entscheiden Sie sich für eine Kombination aus einmaliger Einzahlung und ETF-Sparplan. So profitieren Sie einerseits von höheren Zinseszinsen der Einmalzahlung und zusätzlich vom geringeren Risiko durch den monatlichen Zukauf neuer ETF-Anteile.

Haben Sie genügend Informationen für Ihren Start mit ETFs?

Ja, ETF-Portfolios für Vermögensaufbau ansehen

 

Noch nicht? Dann lesen Sie gern mehr über die drei wichtigsten Punkte beim Start Ihres Vermögensaufbaus.

3 wichtigste Punkte beim Vermögensaufbau

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2 Kommentare zu “ETF-Sparplan oder Einmalanlage: Was ist besser?

  1. Bleuzen Gunther Reply

    Sehr geehrte Damen und Herren, bei meiner Hausbank besteht ein Depot (mittlerweile mit einigen Unterpositionen: ETF’s, Unternehmensanleihe, Zertifikate usw.), aber laut Auskunft ist ein Sparplan nicht einrichtbar, was ich sehr bedaure, denn ich hätte an einem ETF – Sparplan (bei dem ich auch eine konkrete ISIN im Auge habe) sehr gesteigertes Interesse. Grüße. Gunther Bleuzen
    Post skriptum: Wie lauetet euer Ratschlag? Mailt mich bitte an.

  2. Willem Allroggen Reply

    Vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Frage.
    Schade, dass Ihre Hausbank Ihnen keinen ETF-Sparplan anbietet. Da bleibt wohl nur, die Bank (für das Depot) zu wechseln. Es gibt eine große Anzahl an Online Banken, die ETF-Sparpläne zu günstigen Konditionen anbieten. Am besten vorab abklären, ob der gewünschte ETF sparplanfähig ist. Eine Übersicht über Online Banken gibt es im Internet, z.B. https://online-broker-vergleich.focus.de/
    Herzliche Grüße
    Willem Allroggen von Kapilendo

    PS: Das Depot der bisherigen Bank kann auch an die neue Bank übertragen werden, damit alle Wertpapiere nur in einem Depot liegen und es übersichtlich bleibt.

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