Digitalisierung ist die Symbiose aus old und new economy

Digitalisierung ist die Symbiose aus old und new economy

Rückblick auf das KMU Zukunftsforum Hamburg

Voll besetztes Plenum beim KMU Zukunftsforum in Hamburg am 11. Juni. Das Wetter war hanseatisch frisch, die Themen aber brandheiß: Wie lassen sich alte und neue Unternehmenswelt verbinden? Wie werden die eigenen Mitarbeiter für neue Entwicklungen motiviert? Und wie sollen Unternehmen Dinge finanzieren, die wenig haptisch sind und sich erst morgen auszahlen?

Informationen von Unternehmern für Unternehmer

Die CEOs von Vonmählen, stilwerk und Gpredictive beim KMU Zukunftsforum in Hamburg
Die CEOs von Vonmählen, stilwerk und Gpredictive beim KMU Zukunftsforum in Hamburg

Die Forums-Idee: Die Veranstaltungsreihe bietet die Möglichkeit, Anregungen und Ideen von engagierten Unternehmern auf sich und das eigene Unternehmen zu übertragen und Wege zur Anwendung zu finden. Abgerundet wird das Ganze durch ein Best Practice-Beispiel eines Unternehmens, das den Weg einer alternativen Finanzierung zur Umsetzung eigener Ideen gegangen ist.

Mit dabei sind diesmal drei Unternehmen aus Hamburg und Umgebung:

Und als Best Practice-Beispiel aus Berlin:

Wandel im Handel – 3 norddeutsche Unternehmen zeigen neue Wege auf

Vonmählen aus Lüneburg versorgt Menschen mit hochwertig designten Tec-Livestyle-Produkten. Für alle, die das gewisse Etwas für ihr Smartphone suchen und ihr digitales Leben mit Fashion-Aspekten erweitern oder vereinfachen wollen, ist Vonmählen die Adresse schlechthin.

Das Hamburger Unternehmen stilwerk hingegen ist das Ziel für all jene, die ihre vier Wände mit exklusivem Design einrichten möchten. Bereist mit dem ersten 1996 in Hamburg eröffneten stilwerk wurde ein visionäres Handelskonzept umgesetzt. Und da sich der Handel im stetigen Wandel befindet, setzt auch stilwerk die Schaffung neuer digitalen Möglichkeiten ein.

Gpredictive ist ein software as a service-Unternehmen aus Hamburg, das große Mittelständler bei der Transformation von der Unternehmenszentrierung zur Kundenzentrierung unterstützt. Es basiert auf der Auswertung von digitalen Kundensignalen und erfordert ein kulturelles Umdenken bei Unternehmen, die ihr Marketing und ihre Absatzkanäle zum Teil komplett umstellen müssen.

Beispiel: das Handelsunternehmen OTTO stellte den seit Jahrzehnten etablierten 1000 Seiten starken Printkatalog ein und konzentriert sich voll auf den Ausbau des E-Commerce-Konzepts.

Nicht nachmachen, sondern anders machen

Die Begeisterung für ihre Arbeit merkt man den drei Unternehmern an. Alle probieren neue Wege aus, auch, wenn diese mal im Sande verlaufen oder im ersten Moment wenig nachgefragt werden.

KMU Zukunftsforum Frankfurt:
Networking bei reichhaltigem Büffet

So gibt es bei stilwerk einen AR-Showroom (Augmented Reality), in dem Designerstücke in einen real existierenden Raum digital eingeblendet werden. Die Kunden nehmen solche Tools noch sehr zögerlich an, doch als zusätzliche Vertriebsplattform der Zukunft bietet es ungeahnte Möglichkeiten. Kunden können sich digital und online erste Eindrücke verschaffen, kommen erst so auf den Geschmack und wollen das Designstück dann vor Ort haptisch erleben und schließlich kaufen. Viele Produktanbieter sehen, dass das immer mehr kommt und mehr Umsatz generieren kann. Andere Anbieter betreiben jedoch lieber weiter ihren eigenen Onlineshop und nehmen gar nicht wahr, wie sich das Kundenverhalten ändert.

Datenanalyse ist der Schlüssel zum Erfolg

Eines haben alle gemeinsam: Sie gehen analytisch vor. Was ausprobiert wird, wird auch ausgewertet. Digitale Kundensignale werden gesammelt und daraus werden Schlüsse gezogen. Der Wille für so etwas muss im eigenen Unternehmen und den Partnern da sein. Das gilt nicht nur für Handelsunternehmen aus Branchen, die von großen Playern wie Amazon oder Zalando massiv unter Druck stehen.

Gespannt lauschen die Besucher, mit welchen Herausforderungen die drei Unternehmer konfrontiert sind
Gespannt lauschen die Besucher, mit welchen Herausforderungen die drei Unternehmer konfrontiert sind

Vonmählen zum Beispiel nutzt für den Vertrieb seiner Lifestyle-Gadgets Instagram als Absatzmöglichkeit. Ein Kanal, auf dem das noch kein Anbieter für solche technischen Extras bislang probierte. Zugrunde lag diesem Vorgehen die Analyse von Topmarken in hochkompetitiven Märkten, also den Lifestyle-Produkten aus dem Elektronikbereich, für die Vonmählen seine Design-Gadgets kreiert.

Gpredictive handelt selbst nicht, sondern analysiert diese Kundensignale für andere Handelsunternehmen. Sie entwickeln Vorhersagemodelle aus Daten, die die Handelsunternehmen für ihre Kanäle nutzen können, um zielgenau mehr Absatz zu generieren.

Fazit: Digitalisierung bringt old und new economy zusammen

Letztlich sehen alle Teilnehmer keine harte Trennung zwischen sogenannter new und old economy. Schließlich produzieren und handeln (fast) alle mit Dingen – Tätigkeiten, die wohl so alt sind wie die Menschheit selbst. Sie nutzen nur neue digitale Handwerkszeuge und schaffen eine Symbiose aus beiden Welten. Disruptive Akteure in der Wirtschaft gab es schon immer und man muss die neuen Tools nur zu nutzen wissen, um nicht irgendwann unterzugehen. Man denke nur an Kodak oder Nokia, einst Pioniere in der Fotografie und Telefonie und heute nur noch ein Schatten früherer Zeiten.

Nur vor einem Problem stehen die Unternehmen, wie auch Dirk Griesinger von iGRC zu berichten weiß: Investitionen in digitale Handwerkszeuge sind wahnsinnig schwer zu finanzieren. In der Bilanz sind diese Dinge für eine Bank ohne praktischen Wert. Die klassischen Banksysteme sind einfach nicht dafür gemacht. Kann das Unternehmen den Kredit nicht zurückzahlen, dann weiß die Bank nichts Sinnvolles anzufangen mit einem hochkomplexen Analysetool für Onlineshops oder Personalmanagementsoftware.

Deshalb sind zum Abschluss der Veranstaltung alle froh, dass es inzwischen alternative Finanzierungswege als neue digitale Tools der Unternehmensfinanzierung gibt.

>>> Mehr erfahren über alternative Finanzierungen können Sie hier

 

Beim Zukunftsforum am 25. Juni in Düsseldorf erfahren Sie, wie andere etablierte Unternehmen erfolgreich die Zukunft des Mittelstands gestalten. Mehr Informationen erhalten Sie hier:

KMU Zukunftsforum Düsseldorf

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