Beim Thema Geldanlage trauen Privatanleger Banken nicht über den Weg. Viel lieber orientieren sie sich an denjenigen, die offenbar besonders erfolgreich sind – hochvermögende Anleger oder anders gesagt: Superreiche.

Diese Menschen lassen ihr Vermögen prinzipiell von exklusiven Family Offices verwalten und genießen dadurch Zugang zu Anlageklassen, denen sich Kleinanleger bislang noch nicht nähern konnten. Auch sind sie durch die professionelle Verwaltung psychologischen Kurzschlussentscheidungen weniger stark ausgesetzt und vermeiden dadurch teure Anlagefehler.

Nicht nur in der Art zu investieren, auch bei der Verteilung ihrer Vermögen sind Superreiche wesentlich breiter aufgestellt als Kleinanleger, die mehrheitlich in breitgestreute ETF-Portfolien investieren. Direkte Unternehmensinvestments standen bislang nicht in ihrem Visier – dabei bringen sie bekanntlich attraktive Renditen und schwanken mangels Börsennotierung so gut wie nie.

Kann ich auch ohne Private Equity Fonds in Unternehmen abseits der Börse investieren – mit kleinen Beträgen?

Bislang konnten deutsche Anleger nur über Private Equity Fonds in nicht börsengelistete Unternehmen investieren. Das „traurige“ Problem: Die Gebühren sind teilweise sehr hoch und vernichten den Anlegern wertvolle Renditepotenziale. Außerdem müssen Anleger hohe Anfangsinvestitionen tätigen – und bekanntlich hat nicht jeder von uns einfach mal 200.000 Euro im Sparstrumpf liegen.

Über Crowdlending-Plattformen haben Kleinanleger heute schon die Möglichkeit, mit kleineren Beträgen in Finanzierungsprojekte von Unternehmen zu investieren. Diese Projekte bleiben weiterhin spannend, sind jedoch auf Finanzierungsvolumina bis zu 6 Millionen Euro beschränkt.

Wir wollten einen Schritt weiter gehen und Unternehmensfinanzierungen realisieren, die Unternehmen bis zum SDAX in Anspruch nehmen können. Die Lösung war schnell gefunden: Digitale Wertpapiere. Bislang kamen nur große Private Equity Fonds und Banken für eine Finanzierung in dieser Größenordnung in Frage. Als Kleinanleger wurde man deshalb bis heute von einem Investment ausgeschlossen. Deshalb werden wir Unternehmensfinanzierungen auf Basis digitaler Wertpapieremissionen endlich demokratisieren.

Was heißt das jetzt konkret für Kleinanleger?

Investieren wie die Superreichen – nur noch besser. Diversifizierung ist eine der Erfolgsformeln bei der Geldanlage, die seit Jahren von erfolgreichen Anlegern und Investmentgurus befolgt wird. Neben der Streuung ihres Vermögens profitieren Anleger davon, dass digitale Wertpapiere nicht mit den Finanzmärkten korrelieren. Herrscht an den Börsen mal schlechte Stimmung, wird sich das auf den Kurs der Wertpapiere nicht auswirken.

Im Gegensatz zu Fondslösungen wird die Übertragbarkeit der eigenen Investments an andere Investoren über die Entwicklung entsprechender Sekundärmärkte früher oder später weitere Vorteile bringen. Wer heute kurzfristig seine Fondsanlage veräußern möchte, ist strengen Richtlinien unterworfen und muss häufig mit erheblichen Preisnachlässen rechnen – das wird Ihnen bei digitalen Wertpapieren nicht passieren. Hier besteht noch nicht mal eine zeitliche Beschränkung bezüglich des Handels. Wer um vier Uhr morgens Lust hat seine Vermögenswerte zu verkaufen, tut dies einfach.

Früher haben nur institutionelle Investoren und solche mit viel Geld, Zeit und Fachwissen an direkten Unternehmensbeteiligungen verdient. Heute haben auch Kleinanleger diese Chance.

abbildung zeigt vorteile von digitalen wertpapieren für investoren

Bilden digitale Wertpapiere nur Fremdkapital ab – oder können sie wie die klassische Aktie auch Eigentum an den Unternehmen abbilden?

Nach aktueller Planung der Bundesregierung wird der rechtliche Rahmen den Sachverhalt von Schuldverschreibungen und Genussrechten abdecken. Ab dem kommenden Jahr plant man bei „positiven“ Erfahrungswerten eine Ausweitung auf die digitale Aktie, um Unternehmen einen schnelleren Weg zur Eigenkapitalemission als über das klassische IPO zu ermöglichen.

„Schließlich wird in einigen Jahren jede Aktie, jeder Genussschein und generell jedes Wertpapier auf einem Blockchain-System laufen und damit zu einem Digitalen Wertpapier werden.“

Didier Goepfert, Head of Innovation Lab (Kapilendo AG) 

Fazit

Digitale Wertpapiere werden die Finanzwelt nachhaltig verändern. Und sie sind nur der Anfang. Über Tokenisierung lassen sich nicht nur Wertpapiere digital abbilden, sondern rein theoretisch jede Form von Vermögenswert. Mittelfristig wird so sicherlich auch der Markt für Luxusgüter noch stärker demokratisiert werden. Eigentumsrechte an Oldtimer, Uhren oder Gemälde können zukünftig digital abgebildet und gehandelt werden.

Für Anleger eröffnet sich mithilfe digitaler Wertpapiere ein großes Universum an neuen Anlagemöglichkeiten, die es ermöglichen, ganz nach individuellem Geschmack Vermögen aufzubauen und zu strukturieren.

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Ein Kommentar zu “Digitale Wertpapiere: „Kleinanleger dürfen endlich anlegen wie die Superreichen“

  1. Daniel Lange Reply

    Sehr gute, übersichtliche und fachkundige Darstellung der aktuellen Entwicklungen im Bereich der digitalen Wertpapiere.

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