Kapilendo: Die L’Osteria hat innerhalb von 9 Tagen über 1,5 Millionen Euro eingesammelt für das erste digitale Wertpapierprojekt, das auf Kapilendo an den Start gegangen ist. Ein großer Erfolg, oder?

Christopher Graetz, CEO Kapilendo AG
Christopher Graetz, CEO Kapilendo AG

Christopher Grätz: Absolut! Die L’Osteria ist ein Unternehmen, mit dem viele unserer Anleger privat schon mal Erfahrungen gemacht haben und genießt deshalb einen kleinen Prominenzvorteil. Die Investitionsbereitschaft zeigt eine tolle Dynamik, spiegelt großes Vertrauen in das Unternehmen wider und zeigt sich deutlich in der Entwicklung des Investitionsvolumens.

Kapilendo: Die Kampagne ist gleichzeitig das erste Wertpapier-Projekt von Kapilendo. Wieso ist gerade die L’Osteria der ideale Kandidat dafür?

Christopher Grätz: Um es klar zu sagen, mittelständische Unternehmen wie die L´Osteria sind es, die dringend einen effizienteren Zugang zum Kapitalmarkt benötigen, um ihr Wachstum voranzutreiben und sich internationaler aufstellen zu können. Ein klassischer Börsengang oder die Platzierung einer Anleihe sind für solche Unternehmen schlicht zu aufwendig, zu langsam und zu teuer. Die Geschäftsleitung der L’Osteria hat deshalb die Vorteile einer digitalen Wertpapierplatzierung schnell erkannt und nicht lange mit der Entscheidung gezögert.

Wir sind überzeugt, dass digitale Wertpapiere der logische nächste Schritt bei der Mittelstandsfinanzierung sind. Mit diesem Gedanken sind wir nicht allein. Die Politik und die Finanzdienstleistungsaufsicht arbeiten intensiv daran, dass die Digitalisierung der gesamten Finanzbranche vorankommt. Die einzigen, die immer noch glauben, dass die Digitalisierung von Vermögenswerten ein vorübergehender Trend ist, sind die etablierten Finanzinstitute.

KapilendoDas digitale Wertpapierprojekt ist als Nachrangfinanzierung konzipiert. Wo ist der Unterschied zu den klassischen Nachrangprojekten? Wofür die neue Technologie?

Christopher Grätz: Der wesentliche Unterschied ist der, dass es sich um ein Wertpapier handelt und keine Vermögensanlage, wie bei den bisherigen Nachrangfinanzierungen. Wertpapiere sind vollständig handelbar. Die Bundesregierung und manche Handelsplätze wie die Börse Stuttgart arbeiten bereits intensiv an der unbeschränkten Handelbarkeit digitaler Wertpapiere. Diese Entwicklung ist da und sie schreitet immer weiter voran.

Derzeit lässt die Regulatorik nur nachrangig gestaltete Schuldverschreibungen zu, doch auch hier erarbeitet der Gesetzgeber schon Lösungen für z.B. Aktien oder Anleihen. In zehn Jahren werden Wertpapiere nur noch digital abgebildet werden. Ganz einfach, weil der Prozess deutlich schlanker und kosteneffizienter ist – ohne dazwischengeschaltete Intermediäre, die mitverdienen wollen.

Davon werden auch direkt unsere Anleger profitieren. Sie werden zukünftig in noch viel mehr und vor allem größere Unternehmen aus dem Mittelstand investieren können. Und ganz ehrlich: Stellen Sie sich einfach mal vor, Sie laufen in die L’Osteria rein, genießen die leckere Pizza und wissen ganz genau: Ich habe einen Beitrag dazu geleistet, dass zukünftig hundertausende von Menschen durch die Expansion das Gleiche erleben dürfen wie ich. Das kann nicht jeder von sich behaupten.

KapilendoWie wurde das Thema digitale Wertpapiere von den Anlegern angenommen? Für viele ist das definitiv Neuland.

Christopher Grätz: Das war uns von Anfang an bewusst. Uns liegt das Vertrauen der Anleger sehr am Herzen. Gerade beim Thema Blockchain, das für viele verständlicherweise noch nicht leicht zu durchdringen ist, wollten wir auf Einfachheit setzen. Der Anlageprozess ist für alle Anleger gleich geblieben. Der einzige Unterschied war die Eingabe einer PIN, die zur Eröffnung des digitalen Schließfachs für die Wertpapiere, notwendig war. Das ganze dauert keine 20 Sekunden, wenn die Anleger vorher die dazu gesetzlich vorgeschriebene Identifizierung Ihrer Identität vorgenommen haben.

Im Endeffekt können Sie es sich vorstellen wie den Kauf eines ETFs oder einer Aktie in Ihrem klassischen Depot – nur deutlich einfacher und ohne lästige Ordergebühren, die an der Rendite knabbern.

KapilendoKommen demnächst noch mehr Projekte auf Basis der neuen Technologie?

Christopher Grätz: Davon sind wir überzeugt! Die Finanzierung der L’Osteria hat gezeigt, dass es funktioniert und wird gerade im Umfeld des deutschen Mittelstands eine große Signalwirkung haben. Wir sind täglich im Austausch mit Unternehmen, die sich – gerade aufgrund des Erfolgs der Kampagne – sehr interessiert zeigen, ihre nächste Finanzierung über digitale Wertpapiere abzubilden.

Anleger dürfen sich in jedem Fall auf ein ein sehr spannendes Jahr 2020 freuen. Es wird einiges für sie in petto haben.

 

Direkt zum ersten digitalen Wertpapierprojekt FR L´Osteria SE

Passende Beiträge

Ein Kommentar zu “Digitale Wertpapiere: 5 Fragen an Christopher Grätz zur Erfolgsstory L’Osteria

  1. Daniel Lange Reply

    Vielen Dank für die Erläuterungen zu diesem Thema. Bitte bringen Sie mehr solcher Infos auf Ihrer Seite.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.