Flache Hierarchien, kleine Teams und Flexibilität – all diese Eigenschaften machen Start-ups aus. Sie bedingen jedoch gleichzeitig einen eigenen, neuen Führungsstil. Klassische Führungstheorien und Rollenbilder gibt es zwar viele, aber sie stammen fast alle aus dem letzten Jahrhundert. Sie sind unter stabilen Marktbedingungen entstanden. Veränderungen waren zu dieser Zeit eine Ausnahme.

Führungstheorien sind auf Start-ups nicht anwendbar

Auf Start-ups sind diese Theorien kaum noch anwendbar. Da die Teams in Start-ups oft hochspezialisiert sind, ist es schwer die eigene Führungsrolle über das eigene Wissen bzw. die eigene Expertise zu definieren. Die flachen Hierarchien und die sich ständig verändernden Strukturen in Start-ups lassen es nicht zu Macht durch die eigene Position zu demonstrieren.

Generation Y stellt Führungskräfte vor neue Herausforderungen

Die Start-up Szene wirkt vor allem auf die anspruchsvollen Arbeitskräfte aus der Generation Y anziehend. Sie lassen sich nicht mehr in altmodische Hierarchien und Führungsstrukturen zwängen, in denen Gehorsam gegenüber den Vorgesetzten herrscht. Dafür sind sie bereit mehr Leistung zu bringen. Sie werden nicht durch Statussymbole wie große Firmenwagen oder das Eckbüro auf der Chefetage angetrieben. Stattdessen fordern sie flexible Arbeitszeiten und sind dafür auch bereit, länger im Büro zu bleiben, um ihre Aufgaben zu erledigen.

Feedback statt Statussymbol

Die Generation Y ist auf der Suche nach Feedback und wägt selbst ab, ob sie dieses annimmt oder nicht. Sie sind nur bereit, ihr volles Leistungspotential auszuschöpfen, wenn ihnen ihre Arbeit Spaß macht und sie in dem, was sie tun eine Perspektive sehen. Bei Start-ups gibt es zudem die Möglichkeit seine Mitarbeiter am Unternehmen und damit direkt am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Ihre Mitarbeiter arbeiten also nicht mehr nur für den Erfolg Ihres Unternehmens, sondern für ihren eigenen Erfolg. Das motiviert sie zusätzlich. Insbesondere von Mitarbeitern in höheren Positionen wird eine Unternehmensbeteiligung heute sogar erwartet.

Führung bedeutet heute Coaching

Bei der Führung von Mitarbeitern aus der Generation Y ist Führung eher mit Coaching zu vergleichen. Ihnen vorzuschreiben, wie ihre Zukunft und Perspektiven aussehen, funktioniert nicht. Stattdessen lassen Start-ups ihre Mitarbeiter durch Beobachten, Zuhören und Diskussionen ihre Zukunft selbst gestalten und entwickeln. Anstelle von direkter Steuerung durch Vorgaben, führen die Führungskräfte indirekt. Sie geben als Führungskraft ihren Mitarbeitern ein Zielbild. Wie genau sie dieses Ziel erreichen, entscheiden die Mitarbeiter selbst.

Autorität durch Akzeptanz statt Status

Die Autorität geht dabei nicht verloren, sie wird nur anders begründet. Sie sind als Führungskraft zwar weiterhin derjenige, der das letzte Wort hat. Ihre Autorität verdienen Sie sich nicht mehr durch Status oder Ihre Position, sondern durch Akzeptanz, Ihre Fähigkeit auf die Mitarbeiter einzugehen und zu führen.


Für alle Bücherfans, die gerne noch mehr über die richtige Mitarbeiterführung erfahren wollen haben wir noch drei Buchtipps:

Führen mit Hirn
Der Autor Sebastian Purps-Pardigol fasst anhand vieler Firmenbeispiele sieben Faktoren zusammen, wie durch zufriedenere und gesündere Mitarbeiter mehr wirtschaftliches Wachstum und somit höhere Umsätze erzielt werden können. Er belegt diese Aussagen durch Erkenntnisse aus der Hirnforschung, der Psychologie und Verhaltensökonomie in Verbindung mit den praktischen Erfahrungen von mehr als 150 Interviewpartnern.

Die stille Revolution
Bodo Janssen entwickelte völlig neue Formen der Unternehmensführung nachdem er in das Unternehmen seiner Eltern einstieg und bei einer Mitarbeiterbefragung mit miserablen konfrontiert wurde. Janssen stellt seine Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Denn ohne sie läuft das Unternehmen nicht. Nur wenn sie mit an Bord sind ist das Unternehmen stärker und kann wirtschaftlich wachsen. Die Kombination aus Ratgeber und Erzählungen der Lebensgeschichte des Autors machen dieses Buch besonders.

Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens
Wir unterschätzen oft, welche Auswirkungen unsere Worte bei anderen haben können. Ohne es zu beabsichtigen, verletzen wir andere mit dem was wir sagen. Gewaltfreie Kommunikation hilft dabei unserem Gegenüber besser zuzuhören und uns gleichzeitig ehrlicher und klarer auszudrücken. Marshall Rosenberg erläutert in seinem Buch, wie mithilfe von gewaltfreier Kommunikation komplexe Kommunikationsprobleme gelöst werden können.

Bild: PEXELS

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