Die 10 wichtigsten Steuertipps zum Jahresende

Die 10 wichtigsten Steuertipps vor dem Jahresende

So langsam biegt das Jahr 2017 auf die Zielgerade ein. Und bevor Sie nur noch den Kopf voller Geschenke und Besorgungen für den Jahreswechsel haben, sollten Sie noch rechtzeitig steuerliche Dinge erledigen.

Der Bund der Steuerzahler hat eine umfangreiche Liste herausgegeben, wie Sie noch richtig Geld sparen können. Wir haben für Sie die 10 wichtigsten Steuertipps herausgesucht:

1. Sortieren Sie Ihre Belege

  • Auch wenn dieser Steuertipp banal klingt, er wird Ihnen viel Arbeit und Nerven sparen. Spätestens am 31.Mai (letzter Tag der Abgabefrist) werden Sie froh sein, nicht alle Belege für Anschaffungen, Fachbücher oder Handwerkerleistungen und Fortbildungsmaßnahmen mühsam auseinander sortieren zu müssen. Ab der Steuerklärung für 2018 haben Sie zwar zwei Monate mehr Zeit (bis zum 31.Juli 2019) für die Abgabe, doch werden dann auch Fristverstöße strenger verfolgt. Ab 2019 verlangt das Finanzamt in jedem Fall einen Verspätungszuschlag für eine nicht rechtzeitig abgegebene Einkommensteuererklärung in Höhe von 25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro je angefangenen Monat.

2. Lohnsteuerklasse überprüfen

  • Wenn Sie verheiratet sind, sollten Sie überprüfen, ob Ihre Lohnsteuerklassen noch optimal passen. Haben Sie oder Ihr Ehepartner durch Jobwechsel oder Gehaltserhöhung ein neues Einnahmenverhältnis, kann ein Wechsel der Steuerklassenkombination sinnvoll sein. Das gilt auch, wenn die Ehefrau aus dem Mutterschutz und der Elternzeit zurück in den Beruf wechselt und dafür zuvor die Steuerklassen geändert wurden. Steht der Nachwuchs erst im neuen Jahr an oder steht zu befürchten, dass ein Partner in die Arbeitslosigkeit rutscht, kann ein Steuerklassenwechsel ebenfalls sinnvoll sein. Denn je nach Steuerklasse verändert sich das monatliche Nettogehalt und damit möglicherweise auch die spätere Lohnersatzleistung wie Elterngeld oder Arbeitslosengeld.

3. Werbungskosten zusammenrechnen

  • Haben Sie bereits viele oder wenige berufliche Anschaffungen in diesem Jahr zu verbuchen? Das Finanzamt gesteht Ihnen nämlich für Werbungskosten einen Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pauschal zu, ganz ohne Nachweispflicht und unerheblich davon, ob Sie tatsächlich berufliche Aufwendungen zu verzeichnen hatten.
  • Zu den Werbungskosten gehören z.B. Aufwendungen für Arbeitsmittel, Bewerbungs- und Fortbildungskosten, Kontoführungsgebühren, Reisekosten bei Auswärtstätigkeiten oder Beiträge zu Berufsverbänden. Sollten Sie aber tatsächlich viele berufliche Ausgaben haben, kann es sich durchaus lohnen, noch einige Anschaffungen vorzuziehen, wenn Sie Ihren Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr bereits überschritten haben oder knapp darunterliegen. Haben Sie für eine Fortbildung etwa schon 980 Euro bezahlt, dann können Sie auch noch Passbilder und Arbeitsmaterial anschaffen und diese zusätzlich steuerlich geltend machen. Kaufen Sie diese erst im nächsten Jahr und haben Sie dann keine Fortbildungskosten, fallen die Kosten für Passfotos und Arbeitsmaterial sowieso unter den Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro.

4. Heiraten

  • Für den Fall, dass Sie ohnehin in naher Zukunft das Ja-Wort planen, sollten Sie dies noch bis zum 31. Dezember erledigen – zumindest standesamtlich. Die rauschende Feier bzw. kirchliche Trauung darf auch gern noch später im Mai bei strahlendem Sonnenschein stattfinden. Denn auch wenn Sie erst am Jahresende heiraten, können Sie in der Steuererklärung für das Jahr 2017 das Ehegattensplitting rückwirkend für das komplette Jahr beantragen. Doch denken Sie dran: Das Standesamt wird im Dezember voll sein und die Termine sind eventuell bereits knapp.

5. Ausgaben vorverlegen

  • Wenn Sie bereits absehen können, dass Sie 2018 deutlich niedrigere Einkünfte erzielen werden, sollten Sie Ausgaben noch ins Jahr 2017 vorziehen. Das ist etwa in dem Fall sinnvoll, wenn Sie 2018 in Rente oder in Elternzeit gehen. Infrage kommen auch hier Werbungskosten wie Arbeitsmaterial, Fachbücher usw. Wenn Sie nämlich im nächsten Jahr nur noch wenig oder keinerlei Einkommensteuer mehr zahlen, können Sie diese Ausgaben unter Umständen nicht mehr steuermindernd geltend machen.

6. Riester-Zulagen beantragen

  • Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, bekommt staatliche Zulagen. Allerdings gibt es die Riester-Zuschüsse nur, wenn diese auch beantragt werden! Das heißt, einmal abschließen und bis zur Rente ruhen lassen, geht nicht. Bis zu zwei Jahre rückwirkend können Sie einen Antrag auf Förderung beim Anbieter des Riester-Vertrags einreichen. Danach verfällt Ihr Anspruch! Die Zulagen für das Jahr 2015 können Sie sich also nur noch bis zum 31. Dezember 2017 sichern. Sie können den Anbieter Ihres Riester-Produkts aber auch mit einem Dauerzulagenantrag bevollmächtigen, Ihre Zulagen jedes Jahr einzuholen. Dann müssen Sie nur daran denken, dem Anbieter Änderungen der Einkommens- und Lebensverhältnisse wie die Geburt eines Kindes mitzuteilen.

7. Kindergeldanträge stellen

  • Ab 2018 wird das Kindergeld nur noch rückwirkend für sechs Monate ausgezahlt. Sie sollten sich nach der Geburt eines Kindes also nicht zu viel Zeit mit dem Kindergeldantrag lassen. Bisher konnte es nachträglich für maximal vier Jahre rückwirkend beantragt werden. Die Neuregelung gilt für alle Anträge, die nach dem 31. Dezember 2017 bei der Familienkasse eingehen. Eltern sollten also vor dem Jahreswechsel unbedingt prüfen, ob Sie noch rückwirkend Anspruch auf Kindergeld für ältere Kinder haben. Dies kann z.B. bei volljährigen Kindern bis zum 25. Lebensjahr noch der Fall sein, wenn diese ein Studium oder eine Ausbildung aufgenommen hatten und Sie als Eltern für diesen Zeitraum bislang noch kein Kindergeld geltend gemacht haben.

8. Geringwertige Wirtschaftsgüter 2018 anschaffen

  • Arbeitnehmer, Unternehmer und Freiberufler können für berufliche oder betriebliche Zwecke angeschaffte Gegenstände künftig schneller bei der Steuer absetzen. Bislang galt ein Betrag von 410 Euro (also auch noch für 2017), ab 2018 können sogar Gegenstände bis zu einem Nettobetrag von 800 Euro (952 Euro brutto) direkt im Jahr des Kaufs in voller Höhe als Betriebsausgabe oder Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Gegenstände, die teurer sind (z.B. Computer, die mehr kosten als 952 € brutto kosten), müssen jeweils über mehrere Jahre abgeschrieben werden.

9. Freibeträge für 2018 eintragen lassen

  • Wenn Sie als Arbeitnehmer hohe Kosten haben, z.B. durch einen besonders langen Arbeitsweg oder Mehraufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung, sollten Sie sich einen Freibetrag beim Finanzamt eintragen lassen. Dadurch können Sie sich ein höheres monatliches Nettogehalt sichern und müssen nicht bis zum nächsten Steuerbescheid und erst dann erfolgende Steuererstattungen warten. Für den Antrag muss ein amtliches Formular genutzt werden, welches Ihnen das Finanzamt zur Verfügung stellt (formulare-bfinv.de). Bitte beachten: Wenn Sie einen entsprechenden Freibetrag vom Finanzamt erhalten, müssen Sie in jedem Fall eine Einkommensteuererklärung abgeben.

10. Verjährungsfristen beachten

  • Eventuell sind Sie überhaupt nicht verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Angestellte Singles ohne weitere Einkünfte (Mieteinnahmen, Kapitalanlagen usw.) oder Arbeitnehmer-Paare mit Steuerklasse 4/4 brauchen meist keine Steuererklärung abgeben. Allerdings kann sich die freiwillige Abgabe dennoch lohnen. Zum Beispiel, wenn Sie mit einer Steuererstattung wegen eines langen Fahrtwegs zur Arbeit rechnen können. Sie können noch vier Jahre rückwirkend eine freiwillige Erklärung abgeben, darüber hinaus wird sie das Finanzamt nicht mehr akzeptieren.

Wahrscheinlich werden nicht alle 10 Steuertipps für Sie infrage kommen. Doch es lohnt sich fast immer, rechtzeitig vor dem Jahreswechsel noch einmal zu überschlagen, was im neuen Jahr auf Sie persönlich zukommt und zu überprüfen, ob neue steuerliche Regeln Sie betreffen können.

Bitte beachten Sie, dass wir keinerlei Haftung oder Gewähr für die Gültigkeit der steuerlichen Angaben übernehmen.

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2 Kommentare zu “Die 10 wichtigsten Steuertipps vor dem Jahresende

  1. Rehm Christina

    Ich bin Rentnerin,ab welchem Betrag müsste ich Steuern zahlen ?

  2. Christian Lücke Post author

    Hallo Frau Rehm, das kommt ganz auf Ihre persönliche Lebenssituation an. Es gibt einen Grundfreibetrag i.H.v. 8.820 Euro für ledige Rentner im Jahr 2017, bis dahin wird nichts versteuert. Dieser Betrag ändert sich aber jährlich. Vielleicht hilft Ihnen die Website des Lohnsteuervereins da weiter, die sind auf diese Themen spezialisiert: https://www.vlh.de/krankheit-vorsorge/altersbezuege/wann-muss-ich-als-rentner-steuern-zahlen-und-wie-viel.html

    Viele Grüße
    Christian von kapilendo

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