Daniel Fehlow ist immer für eine Überraschung gut und einer unserer Lieblingsgäste im Office. Letzte Woche hat es ihn mal wieder zu uns verschlagen. In entspannter Runde haben wir uns mit ihm über Familie, sein Unternehmen und auch über das Thema Finanzen unterhalten. Ein wirklich spannendes Gespräch mit einer beeindruckenden Persönlichkeit.

Kapilendo: Hallo Daniel. Über 20 Jahre bist du jetzt schon fester Bestandteil der Daily Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Familie, Schauspielerei, deine unternehmerischen Aktivitäten: Wie schaffst du es, alles unter einen Hut zu bringen?

Daniel Fehlow: Unsere Tochter ist erst vor kurzem zwei Jahre alt geworden und möchte natürlich auch viel Zeit mit ihrem Papa verbringen  –  und andersrum genauso. Der Spagat zwischen Familie und Schauspielerei kann, wenn täglich gedreht wird, zur Herausforderung werden. Meine Frau ist auch Schauspielerin und dementsprechend oft unterwegs. Bislang hat jeder dann auf eines der Kinder aufgepasst während wir auf Projekten waren. Deshalb steht mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen aktuell an oberster Stelle. Davon kann man nie genug haben.

Kapilendo: Du bist bei GZSZ auch in der Rolle als Koch zu sehen. Ganz ehrlich: Kannst du privat genauso gut kochen?

Daniel Fehlow: Schön wäre es. Bestimmt nicht auf dem Sterne-Niveau wie bei meinem Charakter in der Serie, aber es hat sich bislang auch noch niemand über meine Kochkünste beschwert. Wir legen zu Hause viel Wert auf gesunde Ernährung und bauen auch selbst Gemüse und Obst im Garten an. Aus dem Grund hat sich da eine kleine Spezialisierung auf Gemüsepfannen entwickelt. Mit Gewürzen spiele ich auch ganz gerne mal rum.

Kapilendo: Du hast gemeinsam mit zwei Geschäftspartnern 2013 Muli68 gegründet. Wie kam es zu der Idee einen eigenen Kräuterlikör zu kreieren?

Daniel Fehlow: Anfangs war es eine Schnapsidee. Wir waren zu dritt was essen und hatten Lust auf einen Absacker. Da ist die Idee eines eigenen Kräuterlikörs entstanden. Wie cool wäre sein eigenes Getränk bestellen zu können?

Ich habe als Kreativkopf die Rolle des Designers bekommen und sollte mir Gedanken über einen Namen, Logo und Flaschen machen.

Muli68 Kraueterlikoerflasche
Muli68 war im Jahr 2015 das erste Finanzierungsprojekt auf Kapilendo.

Der Likör sollte außerdem nicht nur gut schmecken, sondern auch möglichst gesund sein. Mit der aktuellen Rezeptur ist uns das sehr gut gelungen. Wir konnten sogar viele Menschen, die vorher keine Fans von Kräuterlikör waren, von Muli68 überzeugen. Das war natürlich für uns das beste Feedback, dass du bekommen kannst.

Kapilendo: Wie seid ihr auf den Namen Muli68 gekommen?

Daniel Fehlow: Die Zahl ist auf keinen Fall das Durchschnittsalter der Gründer und soll auf ewig unser Geheimnis bleiben. Die Wahl eines Tieres war doch schwieriger als gedacht, da die meisten bekannten Tiere, vor allem Raubkatzen, mit großen Marken belegt sind.

Kapilendo: Wieso also gerade eine Kreuzung aus Esel und Pferd?

Daniel Fehlow: Das Muli gilt als sehr gutmütiges Arbeitstier. All die positiven Eigenschaften von Pferd und Esel kommen zusammen, und diese Eigenschaften von Gutmütigkeit und Belastbarkeit haben wir in anderer Art und Weise auch in unserem Kräuterlikör wiedergefunden: Gefällig, unkompliziert und mit vielen Dingen kombinierbar. Unser Muli war sogar schon vor Christopher Kolumbus in Amerika.

Kapilendo: Du bist neben Muli68 noch an weiteren Unternehmen beteiligt. Folgst Du bei deinen unternehmerischen Investments eher deiner Leidenschaft oder ganz kalt den Zahlen?

Daniel Fehlow: Leidenschaft ist ganz wichtig. Dass Investments finanziell Sinn machen ist natürlich auch wichtig. Viel mehr motiviert mich jedoch die persönliche Bindung zum Projekt und dem Team. Ich würde niemals in etwas investieren, von dessen Zweck ich nicht überzeugt bin. Es darf auch immer was mit Essen und Trinken zu tun haben, diese Projekte sind besonders lecker.

Kapilendo: Lass uns einmal über das Thema Geld sprechen. Weißt du noch, wofür du deine erste Gage als Schauspieler ausgegeben hast?

Interview mit Daniel Fehlow aus GZSZ
Seit dem Muli68-Finanzierungsprojekt sind Daniel Fehlow und Kapilendo eng verbunden. Seit Jahren lässt er sein Vermögen hier verwalten.

Daniel Fehlow: Das war damals während meiner Zivildienstzeit. Ich hatte damals einen Platz für das Medizinstudium hier in Berlin sicher, hab mich aber, nachdem es mit dem Team und der Arbeit so viel Spaß gemacht hat, doch entschieden, bei GZSZ weiterzumachen.

Ich habe zu der Zeit noch bei meinen Eltern gewohnt und dementsprechend außer Steuern keine richtigen Kosten gehabt. Vom ersten Tag an konnte ich also anfangen zu sparen - fast mein ganzes Gehalt.

Da ich ein relativ anspruchsloses Leben geführt habe, war die Notwendigkeit großartig Geld auszugeben gar nicht da. Zinsen, die heute kaum noch jemand mehr kennt, gab es damals noch. Deshalb habe ich fast mein gesamtes Geld auf Sparkonten geparkt, ganz klassisch für schlechtere Zeiten oder die Zukunft - wofür genau war mir damals nicht wirklich bewusst.

Kapilendo: Als erfolgreicher Schauspieler verdient man sehr gut, aber zugleich häufig unregelmäßig. Das erfordert eine große finanzielle Disziplin. Wie gehst Du damit um? Welche Techniken hast Du für dich entwickelt?

Daniel Fehlow: Ich war damals auf mich allein gestellt, was Geldanlage angeht und habe einfach nur auf meinem Sparbuch brav angespart. Über die Jahre hinweg kamen natürlich immer wieder Leute, ob Vermögensberater oder Banken, mit denen man sich über das Thema unterhalten konnte. Die private Rente war das erste Finanzprodukt, dass ich abgeschlossen hatte.

Die habe ich auch direkt am Anfang komplett bestückt und voll aufs Depot gelegt, um nicht monatlich Geld bezahlen zu müssen. Das ist übrigens eine Sache, die sich über die Jahre hinweg bei mir herauskristallisiert hat: ich mag weder Schulden noch sonstige Finanzierungen oder Leasing. Keiner weiß wie die Zukunft aussieht, es kann viel passieren: Warum sich also zu irgendwas verpflichten?

Dann hat sich mir irgendwann die Frage gestellt was ich mit meinem Geld machen kann, sodass es sich vermehrt oder mindestens im Wert gleichbleibt. Einfach nur auf dem Konto lassen, bedeutet zumindest heute einen klaren Verlust zu erzielen. Nach der Philosophie meiner Eltern kann man mit Immobilien wenig falsch machen, denn dann hat man ein Dach über dem Kopf, aber man muss sich ja auch ernähren können und laufend Kosten decken.

Letztendlich ist meine wichtigste Regel immer die Diversifizierung meines Vermögens und es so zu verteilen, dass wenn auf der einen Ecke etwas wegbricht auf der anderen etwas nachwächst.

Kapilendo: Last but not least. Wir alle kennen sie  –  gute und schlechte Investments. Hand aufs Herz: welches war dein größtes Flop- und Top-Investment?

Daniel Fehlow: Schwierige Frage, ich würde eigentlich nicht behaupten, dass ich schlechte Investments gemacht habe. Ich war immer relativ vorsichtig mit meinen Finanzen und habe nicht wie man es gerne von Schauspielern annimmt meine Gagen für teure Autos ausgegeben. Schwierige Investments sind im Zweifel Leihgeschäfte an Bekannte. Hier kam es schon mal vor, dass ich heute noch auf mein Geld warte. Gute Investments waren und sind mit Sicherheit Muli68 - und die Zeit mit meiner Familie.

Kapilendo: Lieber Daniel, vielen Dank für das Gespräch.

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