Sind Sie der Franchise-Typ? 

Call a Pizza, Douglas, clever fit – wussten Sie, welchem Entrepreneur wir das Franchisesystem verdanken?

Mit Franchise verbindet man üblicherweise Gastronomie-Größen wie Kentucky Fried Chicken oder Burger King. Das erste Franchisesystem aus den USA drehte sich jedoch nicht ums Essen, sondern um die automobile Kutsche. Um 1920 hatte der amerikanische Entrepreneur Roy Allen die Idee, Drive-ins zu errichten. Damit wollte er die Ausbreitung des gerade erfundenen Automobils voranbringen. Sein Franchisekonzept hatte Erfolg. Weltweit verbreitete Allen sein A&W Root Beer Konzept zusammen mit dem Gründer der gleichnamigen Hotelkette J. Willard Marriot. In den 30er bis 50er Jahren entstanden daraufhin bis heute bekannte Gastronomie-Ketten wie Pizza Hut und McDonalds.

Steigender Franchise-Mehrwert für die mittelständische Unternehmenslandschaft

Franchise als unternehmerisches System hat das deutschlandweite Angebot in den Bereichen Sport, Schulbildung und Gastronomie vielfältig bereichert. Die beiden überregional etablierten Systeme Schülerhilfe (1974) und Kamps (1982) sind aus Deutschland nicht mehr wegzudenken. Ohne Franchising hätte sich sowohl die immaterielle (z. B. das Bildungswesen) als auch materielle Infrastruktur der wirtschaftlich weniger erschlossenen Gebiete nicht so schnell weiterentwickeln können. Mehr als 680.000 Menschen arbeiten in Deutschland in der Franchise-Industrie. Der Gesamtumsatz aller Franchiseunternehmen beträgt 122,8 Milliarden Euro für 2018 und ist somit 9,4 Prozent höher als noch ein Jahr zuvor.

Privilegien für Franchisenehmer

Franchising hält so einige Vorteile für Unternehmer bereit: Dieses Geschäftskonzept bietet im Vergleich zum Einzelunternehmertum aufgrund des vorhandenen Franchisenetzwerks einen verhältnismäßig sicheren Einstieg bereit. Denn wer eine Lizenz erwirbt, steigt ins Franchise-Geschäft mit einer bereits etablierten Marke ein, die bereits wichtige Faktoren vereint: den Wiedererkennungswert, die Reichweite und den Ruf. Dem schnellen Markteintritt sollte dem Lizenznehmer eines etablierten Franchisekonzepts also nichts mehr im Wege stehen.

1. Qualitativ hochwertig, statt klein und einzeln

Franchisenehmer profitieren vom Know-how des Franchisegebers und einem branchen- und firmenspezifischen Netzwerk. So können Sie etwaige Fehler von vorneherein ausschließen. Informationen, Materialien und Unterlagen stellt Ihnen als Partner der Franchisegeber bzw. die Franchisepartnerzentrale kostenfrei zur Verfügung. Lange Recherchen können Sie sich also sparen. Holen Sie sich dort auch Hilfe für Ihren Business- & Finanzplan. Profitieren Sie vom branchen- und firmenspezifischen Know-how und entsprechend angepassten Workflows.

2. Mehr Sicherheit beim Unternehmensaufbau durch etablierte Marke

In ein bestehendes Geschäftsmodell zu investieren, das sich bereits an mehreren Standorten bewährt hat, bringt den Vorteil mit, dass Kunden es am Markt annehmen. So kann „unattraktiven“ Produktangeboten vorgebeugt werden. Ein weiterer Franchise-Vorteil: die Geschäftsprozesse sind bereits optimiert. So können die Franchise-Partner dieses Vorwissen nutzen, um das Franchisesystem so profitabel wie möglich umzusetzen.

3. Kostenersparnis durch Marketingaktionen vom Franchisegeber

Auch ein erprobtes System ist kein Erfolgsgarant. Doch mit einer etablierten Marke, die national oder sogar international beim Verbraucher angenommen wurde, hat der Franchisenehmer ein gutes Kundenpotenzial. Aufwendige Investitionen in Werbe- und Marketingaktionen und dem Aufbau eines Corporate Designs bleiben dem Franchisenehmer so erspart.

4. Mehr Zeit für das Hauptgeschäft

Franchisenehmer sind deshalb schnell erfolgreicher als Einzelunternehmer, da sie sich mit unproduktiven Tätigkeiten nicht auseinandersetzen müssen. Unternehmensstrategien überlegen sich die Systemgeber. Während sich der Einzelunternehmer neben der Geschäftsführung ca. 60 bis 70 Prozent seiner Arbeitszeit mit administrativen Tätigkeiten beschäftigen muss, wird der Franchisenehmer durch die zentrale Verwaltung vieler dieser Tätigkeiten entlastet und kann sich stärker auf den Verkauf und den Kundenservice konzentrieren.

5. Vom Erfahrungsvorsprung anderer Systempartner profitieren

Dem alltäglichen Wettbewerb sind Franchisenehmer und -geber weniger stark ausgesetzt, da sie mit anderen Systempartnern nicht konkurrieren, sondern sie als Kollegen und Netzwerkpartner sehen können. Im täglichen Geschäft profitieren jüngere Partner von den Kenntnissen und Erfahrungen der anderen Franchise-Unternehmer. Im Krankheitsfall gibt es häufig die Möglichkeit, dass Springer die Geschäftsführung kurzfristig übernehmen.

6. Kosten- und Zeitersparnis beim Wareneinkauf

Verhandlungen beim Wareneinkauf können zeitaufwendig sein. Für die meisten Franchisenehmer gelten dieselben Konditionen beim Lieferanten des Systemgebers. Die Verhandlungen mit den Produzenten entfallen, die Finanzplanung in Bezug auf den Wareneinsatz wird einfacher.

7. Fremdkapitalvergabe

Seit den Regularien von Basel III bzw. IV gelten höhere Anforderungen für die Kreditvergabe von Banken. Ohne einen erfolgversprechenden, professionellen Businessplan und einen fundierten Finanzplan sind Kreditzusagen wie Fördermittel schwierig. Der Vorteil für Franchisenehmer: Die Unterstützung bei der Finanz- und Geschäftsplanung samt entsprechender Vorlage sowie Hilfe oder Begleitung bei Kreditaufnahmen gehört in den meisten Franchisesystemen zum Leistungspaket der Zentrale für Partner.

Tipp zum Schluss: Wie finde ich heraus, ob der Franchisegeber seriös ist?

Ein Indiz für die Seriosität eines Systemgebers ist die Mitgliedschaft im Deutschen Franchise-Verband e.V. Der Verband hat strenge Aufnahmerichtlinien und zeichnet besonders professionelle und seriöse Systeme aus. Wer Mitglied werden möchte, muss einen System-Check absolvieren. Beispielsweise wird der Franchise-Vertrag, der an Partner ausgegeben wird, überprüft. Auch bei Franchise-Verbänden und der Industrie- und Handelskammer finden Sie Auskünfte über das Franchise-System Ihrer Wahl.

Franchising: Passt das zu Ihnen?

Diese Soft Skills Kontaktfreudigkeit, Lernbereitschaft, Führungsfähigkeit, Kompromissbereitschaft und Teamfähigkeit sollten Sie unbedingt mitbringen. Weitere Bewertungskriterien, denen Sie gerecht werden sollten, wie entsprechendes Eigenkapital hängen stark vom jeweiligen Franchisesystem ab. Nicht zuletzt sollten Sie sich über die geeignete Finanzierung Gedanken machen. Lesen Sie hier, welche Finanzierungsziele von Mittelständlern wir in der Vergangenheit schon umgesetzt haben.

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