ETFs sind in aller Munde. Seit über 20 Jahren können diese börsengehandelten Indexfonds in Europa gekauft werden. Doch bei Ihrer Bank werden Ihnen diese gar nicht angeboten oder nur auf explizite Nachfrage? Hier erfahren Sie die 3 wahren Gründe dafür.

1. Bei ETFs fällt kein Ausgabeaufschlag an

Auf den ersten Blick wirken die Angebote der Filialbanken und Sparkassen verlockend. In einem umfangreichen Gespräch ermitteln sie mit ihren Kunden eine individuelle Strategie für die Geldanlage. Im Anschluss setzen sie diese im Anschluss mit Investmentfonds um. Eine Gebühr für diesen Service verlangen die Banken aber nicht.

Auch wenn es auf den ersten Blick nach einem großartigen Angebot aussieht, ist es für Kunden bei weitem nicht kostenlos. Die Gebühren fallen indirekt an und sind daher für viele nicht gleich erkennbar. Wenn jedoch alle Kosten zusammengerechnet werden, ist die Geldanlage mit aktiven Investmentfonds meist deutlich teurer als der Kauf von ETFs – inklusive Beratung. Versteckte und nur schwer nachvollziehbare Gebühren und Kosten schmälern einerseits Ihre Rendite. Noch dazu bekommen Sie es teilweise viel zu spät mit.

Aktive Fonds haben im Vergleich mit ETFs viel höhere Kosten

Investmentfonds werden von der Fondsgesellschaft ausgegeben und durch Banken und Sparkassen vertrieben. Erwirbt der Kunde einen solchen Fonds, muss er in der Regel einen sogenannten Ausgabeaufschlag zahlen. Bei aktiv verwalteten Aktienfonds liegt dieser üblicherweise zwischen 4,00 und 6,50 Prozent und bei Rentenfonds zwischen 3,00 und 5,00 Prozent.

Finanzberater und Filialbanken profitieren also in der Regel von Vertriebsprovisionen, die sie für die Vermittlung von Finanzprodukten von dem jeweiligen Fondsanbieter erhalten.

ETFs dagegen sind provisionsfrei, sodass dieses Produkt für den Vertrieb in Banken wenig Anreiz bietet.

2. Passiv verwaltete ETFs haben keine jährliche Verwaltungsgebühr/ Bestandsprovision

Neben dem einmaligen Ausgabeaufschlag zahlt der Anleger auch noch eine jährliche Verwaltungsvergütung. Fondsmanager, welche für die Titelauswahl im Fonds verantwortlich sind, sowie Geschäftsführung und Verwaltung werden davon bezahlt. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit: Auch von diesen Gebühren erhält die Bank einen Teil als Bestandsprovision von der Fondsgesellschaft. Daher sind aktive Fonds auch so teuer: Für einen globalen Aktienfonds zahlen Anleger im Durchschnitt jährlich 1,80 Prozent.

Bei ETFs entfällt die Gebühr für die Ausgabe

ETFs werden passiv verwaltet, haben überschaubare Kosten, sind einfach zu verstehen und deshalb für nahezu jeden Anleger geeignet. Bei ETFs entfällt der Ausgabeaufschlag vollständig. Da sie über eine Börse gekauft werden, fallen lediglich geringe Handels- und Börsengebühren an. Außerdem zahlt der ETF weder Bestandsprovisionen an die Banken, noch muss er teure Fondsmanager unterhalten. Er hat lediglich die Aufgabe, einen bestimmten Index, wie den DAX-Index nachzubilden. Das geht sehr kostengünstig. Globale Aktien-ETFs, zum Beispiel auf den MSCI World Index, gibt es schon für jährlich 0,20 Prozent.

Der Grund, warum Banken ihren Kunden lieber aktive Fonds statt ETFs anbieten, ist klar: Sie verdienen damit keine jährliche Gebühr.

3. ETFs setzen auf Marktdurchschnitt nicht auf Expertenwissen

Banken verteidigen den Vertrieb ihrer aktiven Fonds oft damit, durch Expertenwissen bessere Renditen erzielen als passive Indexprodukte. Ein guter Manager, so die Argumentation, könne durch geschickte Titelauswahl und aktives Umschichten das Geld der Kunden besser anlegen und höhere Renditen erwirtschaften.

In der Realität schlagen die wenigsten aktiven Fonds den Durchschnitt

Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Studien, die das belegen. Danach schaffen es weniger als die Hälfte der Fondsmanager innerhalb eines Jahres, ihre Ziele zu erreichen. Schon gar nicht gelingt dies über einen längeren Zeitraum. Nach zehn Jahren ist es so gut wie keinem Fondsprofi nach Kosten gelungen, besser als der vergleichbare Markt zu sein. Warum also nicht gleich auf den durchschnittlichen Markt setzen und überdurchschnittliche Renditen erzielen?

Berater bei der Bank können sich bei der Anlage in ETFs nicht mit Expertenwissen präsentieren und sich so als professioneller Anlageberater für die Kunden für Folgeinvestments positionieren.

Fazit: Banken verdienen mehr mit anderen Produkten

Häufig gibt es ein Problem bei der Anlageberatung in Banken und Sparkassen: Sie erfolgt nicht unabhängig. Die Bank verdient erst beim Verkauf eines Fonds, nicht an der Beratung. Und je mehr Provisionszahlungen ein Fonds ausschüttet, desto höher ist der Verdienst für die Bank. Die Interessen sind daher nicht immer mit dem Kundeninteresse identisch, die ja eine möglichst gute Geldanlage für sich bekommen wollen. Am größten wird dieser Interessenskonflikt sichtbar, wenn die Bank hauptsächlich die hauseigenen Produkte anbietet. So landen bei Sparkassenkunden oft Deka-Fonds im Depot, bei Volks- und Raiffeisenbanken sind es die Union-Investment-Produkte und bei der Deutschen Bank die DWS-Fonds.

ETFs sind die kostengünstige, renditestarke Investment-Möglichkeit

ETFs sind eine effiziente, einfache und kostengünstige Möglichkeit, in Aktien, Anleihen und Rohstoffe zu investieren. An diesen Produkten können Banken allerdings nicht genug verdienen. Vergewissern Sie sich daher, ob Ihr Berater Sie auch in Ihrem Interesse beraten kann oder ob andere Interessen dem im Wege stehen. Aktive Investmentfonds mit hohen Gebühren schaden meist dem eigenen Anlageziel, können aber lukrativ für den Berater sein.

Wie finden Sie nun passende ETFs für Ihre Geldanlage?
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