10 Tipps fuer den entspannten Geschenkekauf

10 Tipps für den entspannten Geschenkekauf

Raucht Ihnen auch der Kopf aufgrund ständiger Rabattaktionen im Einzelhandel? Vor allem jetzt in der Vorweihnachtszeit locken die Geschäfte und Online-Händler mit Prozenten, knalligen „Sale“-Schildern und Geschenkboni für Online-Bestellungen bis zum Nikolaustag. Gerade erst ging der aus den USA importierte „Black Friday“ und der zusätzlich erfundene „Cyber Monday“ mit Rekordumsätzen im Handelsgeschäft über die Bühne. Und da das oft nicht reicht, werden aus einzelnen Shopping-Tagen ganze Wochen („Black Week“) mit Sonderrabatten. Der weltgrößte Versandhändler Amazon hatte nicht nur eine „Cyber Monday“-Woche ausgerufen, sondern sogar noch eine Countdown-Rabattwoche vor der „Cyber Monday“-Rabattwoche.

Tatsächlich sind in dieser Zeit tolle Schnäppchen möglich. Häufig werden aber auch Dinge erworben, von denen man gar nicht wusste, dass sie benötigt werden. Oder die vorher schon genauso viel gekostet haben und jetzt plötzlich mit einem Rabattschild ausgerüstet im Schaufenster oder auf der Internetseite stehen. Damit Sie nicht später diese Impulskäufe bereuen, haben wir ein paar hilfreiche Tipps für Sie:

 

1. Ruhe bewahren (… ist erste Käuferpflicht)

„Nur noch 1 Stück verfügbar!“ „50 % Sofortrabatt nur heute! Ab morgen nur noch 40 % Rabatt!“ „Bis zum XX bestellen und Extra-Bonus sichern!“ – so oder so ähnlich schreien uns die Sonderangebotsaktionen auf Webseiten und Postwurfsendungen an. Häufig wirkt es und wir entscheiden uns für einen spontanen Impulskauf. Dann steht auf einmal der neue Flachbildfernseher vor der Tür, obwohl der alte doch erst drei Jahre alt ist. Naja, ist nicht so schlimm…obwohl, er ist schwarz und nicht silber. Und die 60 Zoll sind doch etwas zu groß für das Wohnzimmer. Er ist nur HD ready und nicht Ultra HD und stammt vom chinesischen Anbieter und nicht von dem aus Südkorea, über dessen TV-Geräte man doch erst kürzlich hervorragende Testergebnisse las. Und die vielleicht auch nur 40 Euro mehr kosten, aber dafür alles bieten, was man haben will.

Damit das nicht immer und immer wieder passiert, beherzigen Sie folgenden Rat: Lassen Sie sich von Lockangeboten und Psychotricks nicht nervös machen. Behalten Sie die Ruhe und wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie das Produkt nur deshalb kaufen, weil es gerade rabattiert ist, dann lassen Sie es lieber sein.

 

2. Preise vergleichen (auch offline und vor Ort)

Es lohnt sich fast immer, Preisvergleichsseiten oder direkt die verschiedenen Webseiten von Online-Händlern und die stationären Geschäfte vor Ort aufzusuchen. Viele Menschen nutzen den Shopping-Kanal Amazon als Preisvergleichsseite, doch nicht immer ist Amazon auch der günstigste Anbieter. Die großen deutschen Elektronik-Ketten wie MediaMarkt oder Saturn sowie kleinere Spezialanbieter bieten auch regelmäßig Aktionen an, die noch deutlich unter denen des US-Versandriesen liegen können. Wer über einen der Fachmärkte in der Nähe seines Wohnortes verfügt, sollte auch einmal dort vorbeifahren. Die Angebote vor Ort können sich noch einmal von denen im Online-Shop unterscheiden. Denken Sie dran: Der Handel stellt sich schon längst auf die Bequemlichkeit der online-shoppenden Kundschaft ein und nutzt das für die Steigerung seiner Umsätze.

 

3. Nicht auf Kredit kaufen

Konsumentenkredite mit null Prozent Zinsen sind seit einigen Jahren der letzte Schrei. Aber keine gute Idee. Zum einen sollten Sie zuerst überlegen, ob Sie wirklich einen Kredit für nicht unbedingt notwendige Konsumgüter wie Smart-TVs oder eine neue Couch aufnehmen wollen. Vielleicht sollten Sie lieber noch ein halbes Jahr Geld beiseitelegen, um die Ware dann in einem Rutsch bar zu bezahlen. Häufig werden diese Konsumentenkredite auch mit teuren Restschuldversicherungen verkauft, die den Null-Prozent-Kredit dann doch nicht so kostenneutral daherkommen lassen. Außerdem sollten Sie daran denken, dass ein aufgenommener Kredit auch in Ihrer Schufa-Historie vermerkt wird. Das muss nicht schlimm sein, doch wenn es mal mit den Ratenzahlungen nicht klappt, wirkt sich das negativ auf Ihren Schufa-Score aus und Sie bekommen vielleicht beim nächsten, wirklich wichtigen Kredit (Hausfinanzierung, Autokauf), schlechtere Konditionen oder gleich gar kein Geld von der Bank.

 

4. Fristen für Umtausch und Garantien beachten

Denken Sie daran, dass es feste Fristen für Rückgaben, Widerrufe, Garantien und Gewährleistungen gibt. Das wird besonders dann wichtig, wenn Sie jetzt Geschenke kaufen, die Sie aber erst in ein paar Wochen an Heiligabend verschenken. Liegt das Geschenk also schon seit vier Wochen bei Ihnen im Schrank, dann kann es der Beschenkte bei Nichtgefallen eventuell nicht mehr umtauschen. Sollten Sie einen unbedachten Impulskauf getätigt haben, können Sie diesen innerhalb einer 14-tägigen Widerrufsfrist ohne Angabe von Gründen rückgängig machen. Manche Versandhändler zeigen sich in der Weihnachtszeit auch besonders kulant und verlängern Rückgabe- und Widerrufsfristen. Eine genauere Prüfung lohnt sich also. Und lassen Sie sich keine unnötigen Garantieverlängerungen andrehen, auch wenn auf der Rechnung ein in roter Signalfarbe fettgedrucktes „Kunde wünscht ausdrücklich keine Garantieverlängerung“ steht. Falls Sie dann der Schrecken packt, bleiben Sie ganz ruhig, denn Sie haben auf die von Ihnen gekauften Produkte eine gesetzliche Gewährleistung von 2 Jahren und oft auch eine ebenso lange Garantie auf Ihrer Seite.

 

5. Standard-Bezahlmöglichkeiten wählen

Nutzen Sie beim Online-Shoppen zum Bezahlen am besten die Kreditkarte, das Lastschriftverfahren oder PayPal bzw. paydirekt. Hier haben Sie als Kunde den besten Käuferschutz und können, falls nötig, das Geld einfach zurückholen. Viele Menschen bevorzugen zwar den Kauf auf Rechnung – also erst bezahlen, wenn die Ware angekommen ist – doch die meisten Shops mögen diese Art des Bezahlens weniger. Grund ist die schlechte Zahlungsmoral vieler Kunden, das lange Warten aufs Geld oder das oftmals dreiste Verhalten der Kundschaft. Zum Beispiel passiert es nicht selten, dass ein Kunde zehn verschiedene Jacken jeweils in den Größen S, M und L bestellt und am Ende nur eine davon behält. Oder wenn das gelieferte Abendkleid nur einmal zu einem besonderen Anlass getragen und dann mit Rotweinflecken zurückgesendet wird, dann hat der Online-Shop viel teure Ware im Umlauf, aber keinen oder kaum einen Cent dafür erhalten. Um das zu vermeiden, bieten die Shops häufig die Bezahlung per Vorkasse an. Gut für den Shop, aber unter Umständen wiederum schlecht für den Kunden, wenn der Shop eventuell in die Pleite rutscht oder seine Zahlungsabwicklung nicht im Griff hat.

 

6. Unbekannte Anbieter meiden – Fake-Shop-Gefahr!

Sollten Sie ein echtes Weihnachtsschnäppchen sehen, das weit unter dem üblichen Marktpreis liegt, sollten Sie nicht sofort blindlings zugreifen. Prüfen Sie erst den Anbieter. Möglicherweise möchte ein kleiner Online-Shop damit nur Marktanteile gewinnen und geht mit Kampfpreisen in den Markt. Eventuell handelt es sich aber auch um einen Fake-Shop, dem Sie Geld überweisen und niemals die Ware erhalten. Leider tummeln sich auch auf dem Online-Marktplatz Amazon solche Fake-Shop-Anbieter, die sehr professionell vorgehen und nicht immer ganz einfach zu identifizieren sind. Oft sind Profi-Betrüger am Werk, die sich immer neue Schwindeleien ausdenken. Achten Sie auf die eingetragenen Adressen und die Bewertungen. Liegt die Händleradresse im Ausland und sind die stattlichen 5.000 positiven Kundenbewertungen allesamt innerhalb weniger Tage zusammengekommen und lauten diese nur ganz knapp „alles super“ oder „schnelle Lieferung“, sollten Sie misstrauisch werden. Bestellen Sie also lieber nur bei Amazon direkt oder über die anderen namhaften Online-Händler oder spezialisierten Shops, denen Sie tatsächlich vertrauen.

 

7. Prozentrechnung beherrschen

Auch wenn Sie mit der Mathematik bereits in der Schule auf Kriegsfuß standen, lassen Sie sich von den Händlern mit Ihren Rabattrechnungen nicht aufs Glatteis führen. Auf das gesamte Sortiment 10 Prozent Rabatt zu geben, klingt natürlich toll. Wenn in den wöchentlichen Einzelangeboten im Prospekt des Wettbewerbers der Fernseher aber nur noch 399 Euro statt 499 Euro kostet, liegt die prozentuale Ersparnis aber noch deutlich höher. Sie kennen solche Zahlenspiele vielleicht auch aus dem Lebensmittelhandel oder den Drogerien, da werden Shampooflaschen mit 135 Milliliter Inhalt verkauft, auf dem Regaletikett wird aber der Vergleichspreis in Litern angegeben. Die Händler wissen natürlich, dass schnelles Kopfrechnen nicht jedem liegt und nutzen das für ihre Umsatzsteigerung.

 

8. Antizyklisch kaufen

Antizyklisch einkaufen heißt nichts anderes als: Dinge immer dann kaufen, wenn Sie gerade nicht benötigt werden. Also z.B. Winterreifen im Sommer erwerben und Badeanzüge im Winter. Dann sind die Preise häufig niedriger, weil die Nachfrage geringer ist und noch Lagerbestände existieren. Inzwischen gibt es aber das ganze Jahr über so viele Rabattaktionen, dass antizyklisches Kaufen nicht mehr unbedingt die größten Preisnachlässe nach sich zieht. Zum Beispiel gibt es auch rund um Messetermine zu speziellen Anlässen (Reisen, Computerspiele, Heimelektronik) sehr gute Themenangebote. Und auch jetzt im Vorweihnachtsgeschäft gibt es z.B. auf Spielzeug hohe Rabatte. Da lohnt sich oft der genaue Blick auf Werbung im Briefkasten, das altbackene Ausschneiden von Rabattcoupons und der Gang zum Spielzeugfachgeschäft. Denn vor allem Spielzeug wird heute häufig im Internet geordert und darauf reagieren die stationären Fachgeschäfte mit erheblichen Preisnachlässen.

 

9. Lieferzeiten und Versandkosten beachten

Bestellen Sie Ihre Geschenke nicht zu spät. Denn auch der schnellste Versandhändler kommt irgendwann an seine Grenzen. Auch durch das hohe Aufkommen der Online-Bestellungen in den letzten 15 Jahren wird es schwieriger für den Online-Handel, die Lieferzeiten im Vorweihnachtsgeschäft zuverlässig einzuhalten. Fahrzeuge können ausfallen, Fahrer können krank werden, Logistik-Mitarbeiter können streiken. Dann bleibt Ihnen nur der deutlich teurere Express-Versand. Und vergessen Sie auch nicht zu prüfen, ob die Ware überhaupt auf Lager und somit lieferbar ist. Kommt das Spielzeug erst in drei Wochen wieder rein, liegt es vermutlich noch in einem Versandcontainer auf hoher See. Da helfen dann auch keine Express-Sendungen mehr weit.

 

10. Alternativen überdenken. Lohnt sich das Geschenk wirklich?

Es ist nicht sonderlich kreativ und zudem besteht die Gefahr, dass sich der oder die Beschenkte über mangelndes Sich-Gedanken-machen beschwert, aber Gutscheine und Geldgeschenke sind häufig das bessere Präsent. Das zwanzigste Paar Socken oder die achte Küchenmaschine lösen meist nicht weniger Unmut beim Empfänger aus. Irgendeinen Ansatzpunkt gibt es immer. Liest Ihr Partner gern? Aber Sie wissen nicht, ob es dann eher Krimis oder Fantasy-Romane sein sollen? Warum also nicht einen Buchgutschein vielleicht in Verbindung mit einem gemeinsamen Leseabend verschenken? Oder das Geldgeschenk mit etwas Sinnvollem verbinden? Spricht der Beschenkte vielleicht des Öfteren davon, endlich mal mit der Altersvorsorge anfangen zu wollen? Warum also nicht einen Investitionsgutschein oder ein Fondssparplandepot mit Startguthaben verschenken? Denn gerade beim Thema Geldanlage hapert es ja meist mit dem „Überhaupt-einmal-beginnen“. Sie verschenken also gewissermaßen aktive Hilfe zur Selbsthilfe. Ob die Gutscheine oder die Depotunterlagen dann in der Schublade mit den Socken aus den letzten zehn Weihnachtsfesten landet, steht wieder auf einem anderen Blatt.

 

Wir wünschen Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit und einen entspannten Geschenkekauf!

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